Neue Ticketautomaten der KVB

Die Kölner Verkehrsbetriebe erneuern zur Zeit ihre inzwischen ziemlich betagten Ticketautomaten. Dabei werden rund 900 Geräte getauscht, die sich in der Mehrzahl in den Fahrzeugen befinden. Es gibt aber auch einige stationäre Automaten an wichtigen Haltestellen.

Die letzte Generation bot neben der Zahlung mit Münzen auch die Akzeptanz der GeldKarte. Einige Automaten an den Haltestellen erlaubten auch die Bezahlung mit girocard und PIN.

Einer der Hauptkritikpunkte war – typisch Deutschland – die fehlende Akzeptanz von Banknoten. Dies wird auch in Zukunft so bleiben. Hier sprechen einfach Kostengründe und die auch in Deutschland nicht dauerhaft auszubremsende Tendenz zur Kartenzahlung dagegen.

Ein wesentlicher Schritt in die Zukunft ist aber die Möglichkeit, nunmehr auch im Fahrzeug mit Karte zu bezahlen. Akzeptiert werden neben der GeldKarte: girocard, MasterCard und VISA. Es ist davon auszugehen, dass ausländische Maestro und V-Pay-Karten ebenfalls funktionieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten werden jetzt alle Karten auch kontaktlos verarbeitet. Dies war zuvor girogo vorbehalten. Erfolgreich getestet wurde auch die Bezahlung mittels Apple Pay. Die etwas zickige App SEQR für Android versagte jedoch ihren Dienst. Girocard kontaktlos wird irgendwann folgen.

Als weiteres Highlight besitzen die Automaten einen Barcode-Scanner, der es ermöglicht ein zuletzt gekauftes Ticket erneut zu erwerben.

Mehr Bilder der Automaten findet ihr hier.

Seit Mai 2016 hatten die Nutzer der KVB die Möglichkeit, die neuen Automaten an ausgewählten Standorten zu testen und Feedback zu geben. Das Feedback wurde zwar vom Social-Media Team der KVB weitergereicht, es kam jedoch nie etwas aus der entsprechenden Fachabteilung zurück. In sofern finde es schon einmal positiv, dass die Payment-Probleme mit kontaktlosen Karten noch vor dem massenhaften Rollout der Automaten beseitigt werden konnten.

Schade, denn hier hätte sich eine gute Gelegenheit geboten, den Nutzer wirklich in ein wichtiges Investitionsprojekt einzubinden. Man hat zwar über die diversen Kanäle wie dem KVB-Blog über das Projekt zu Beginn informiert, aber aktuelle Wasserstandsmeldungen gab es nur auf explizite Nachfrage. Carola, Regina, Pia und Markus von der KVB wurden dann auch häufiger einmal von mir mit Fragen zu Problemen belästigt.

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Endlich: Tickets mit Apple Pay bei der KVB bezahlbar!

Damit in Zukunft mehr Tickets bargeldlos erworben werden, sollte aber kurzfristig girocard kontaktlos nachgerüstet werden. Girogo ist genau wie die GeldKarte nie richtig von den Bankkunden angenommen worden. Ich bin wohl einer der wenigen Leute, die das System noch ab und an außerhalb eines Fußballstadions verwenden 😉

Alternativ lassen sich Fahrkarten aktuell über die App von HandyTicket Deutschland und den DB Navigator erwerben. HTD bietet 3% Rabatt auf Einzelfahrausweise. Das jeweils vierte Ticket einer Preisstufe wird noch stärker rabattiert, so dass der Nutzer hier auf den Preis eines 4er-Tickets gelangt. Im VRR hingegen muss man ein 4er (oder 10er)-Ticket vorab komplett bezahlen und beim Abfahren darauf achten, dass es noch freie „Streifen“ gibt. Beim Kauf eines Einzelfahrausweises wird man nämlich nicht daran erinnert.

Fazit

Mit den neuen Automaten ist man in Köln gut für die Zukunft aufgestellt, auch wenn man nicht den Mut hatte, wie in Breslau ganz auf die Bargeldannahme in den Fahrzeugen zu verzichten.

3 Gedanken zu “Neue Ticketautomaten der KVB

  1. girogo nutze ich tatsächlich ab und an noch, nämlich beim Bäcker Schüren, der diesen Spätsommer auch girocard kontaktlos testen wird, Kreditkarten werden wahrscheinlich irgenwann folgen. Schade finde ich, dass man in Deutschland nicht wie in Amsterdam oder London direkt beim Fahrer mit NFC zahlen kann. Was wäre noch praktischer? Die Infrastruktur ist ja vorhanden, wird aber nur für e-tickets genutzt. Aber langsam scheint es vorwärts zu gehen und wenn girocard kontaktlos erst einmal richtig ins Rollen kommt, werden wir auch hier polnische Verhältnisse haben. Meine Oma hat vor Kurzem übrigens das erste mal mit Karte gezahlt, da sie einen neuen Staubsauger brauchte. Da soll noch jemand sagen, ältere Leute seien fortschrittsresistent.

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      1. Das kenne ich leider nur zu gut, mein Vater ist von der „nur Bares ist Wahres“ und „diesen neumodischen Schei* braucht doch niemand!“ – Sorte und zahlt wirklich alles bar – vor einigen Jahren sogar einen Neuwagen. Diese Mentalität kann kaum umbiegen, allerdings sehe ich junge Leute immer öfter z.B. in Restaurants mit Karte zahlen. Und bald wird Bargeld wohl bei jeder Bank gebührenpflichtig sein. Die Zukunft also gehört dem Unbaren.

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