Verfrühtes Weihnachtsgeschenk: Erste Sparkassen mit Push-Mitteilungen für Kreditkarten

Ein Feature, das bei den jungen Challenger-Banken und Fintechs seit geraumer Zeit zum Standard gehört, hat bei den ersten Sparkassen nun auch Einzug erhalten: Push-Mitteilungen bei Kreditkarten-Autorisierungsanfragen.

Zu diesem Zweck wurde die schön länger bestehende Funktion des Kontoweckers im Online- und Mobile-Banking erweitert. Der Kontowecker konnte bislang bei bestimmten Umsätzen, Kontoständen und ausgeführten girocard-Buchungen Nachrichten versenden. Den Kunden stehen dabei E-Mail, SMS und Push-Nachrichten zur Auswahl:

Screenshot_20171224-012007.png

Die Push-Mitteilung enthält alle wesentlichen Daten der Autorisierungsanfrage sowie den obligatorischen Hinweis, dass es sich nicht um die endgültige Buchung handelt.

Nach erstmaligem Setzen des Weckers, dauert es jedoch ein paar Stunden, bis die Funktion auch tatsächlich aktiv ist. Ich habe den Wecker nachmittags eingerichtet und die darauf hin getätigten Einkäufe wurden erst einmal nicht berücksichtigt.

Einmal registriert, vergehen aber schon noch ein paar Minuten bis zur Benachrichtigung. Das ist inhaltlich verschmerzbar, schließlich „weiß man ja“, wo man gerade bezahlt hat, sollte aber zügig an die Geschwindigkeit von bspw. Revolut herankommen. Bei Zahlung mit der Revolut Mastercard rappelt das Handy kaum zwei Sekunden später, nachdem man im Handel den grünen „OK“-Knopf betätigt hat.

Während es begleitend zur Neueinführung des Kontoweckers sogar TV-Spots und eine Plakatkampagne gab, hat es dieses Feature klammheimlich ins System geschafft. Ich gehe aber davon aus, dass sobald alle Sparkassen die Funktion implementiert haben werden, auch hier noch mal ein wenig die Werbetrommel gerührt werden wird.

Damit neigt sich ein Jahr zu Ende, das für Sparkassen-Kunden eine ganze Reihe von überfälligen Innovationen gebracht hat:

  • Kontaktloses Bezahlen mit girocard, MasterCard und VISA.
  • Umstellung der Kreditkarten auf Chip & PIN.
  • Die erste Sparkasse (Siegen) testet die neue Debit MasterCard.
  • Vorbereitungen für eine Mobile Payment-Lösung auf HCE-Basis für Android-Telefone sind ebenfalls im Gange
  • Pilotprojekte mit Blue Code App-Payment

Schön wäre es jetzt, wenn auch der Kartenwecker für die girocard auf Autorisierungsanfragen reagieren würde, auch wenn dort außer dem Betrag aktuell nur die Terminalnummer zur Anzeige zur Verfügung steht. Wobei ich mich natürlich schon frage, wieso die Netzbetreiber keine Listen mit Terminal-ID´s und den dazu passenden Händlern per API zur Verfügung stellen.

Kosten

Bei 396 Sparkassen (Stand Januar 2017) ist es natürlich schwer allgemeingültige Aussagen zu treffen. In der Regel sind Push-Mitteilungen aber in den meisten Privatgirokonten kostenlos.

Bei Firmenkonten fallen bei meiner Sparkasse Bühl 3 Cent für eine Push-Mitteilung und 9 Cent für eine SMS an.

Führt man, so wie ich, Privat- und Firmenkonten mit der gleichen Benutzerkennung, so lässt sich als Abrechnungskonto das private Girokonto auswählen und somit sind die Mitteilungen auch für das Firmenkonto kostenlos.

Ergänzung: Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls dabei

Ich wurde von @slx13 darauf hingewiesen, dass die Genossen den Service inzwischen auch anbieten. Im Gegensatz zu den Sparkassen werden die angefragten Umsätze auch in der Umsatzübersicht zur jeweiligen Karte angezeigt, also analog zur Vorgehensweise der Sparkassen bei girocard-Zahlungen:

Bildschirmfoto 2017-12-24 um 12.05.36.png

Fazit

Mit Einführung des Kreditkartenweckers holt die Sparkassen-Finanzgruppe technisch auf. Die Institute sollten jedoch dringend ihre Preispolitik überdenken und unsinnige Cent-Gebühren streichen, die in der Realität die wenigsten Nutzer treffen, aber nach Außen ein absolut negatives Bild abgeben.

2 Gedanken zu “Verfrühtes Weihnachtsgeschenk: Erste Sparkassen mit Push-Mitteilungen für Kreditkarten

    1. Es wäre eine nette Erweiterung. Allerdings gibt es bei der girocard (außer Offline-Zahlung) sowieso schon live die Buchungsvorausschau und es wird eh nur der Betrag abgebucht, den man auch mit PIN autorisiert hat. Die Push-Nachrichten bei Kreditkarten sind ja hauptsächlich wegen Fernabsatz, Trinkgeldnachbelastungen, Cardholder-Not-Present-Transaktionen und Kautionsanfragen interessant.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s