Nach Automatensprengungen: Rostocker Straßenbahn AG stellt Bargeldakzeptanz an Outdoor-Automaten ein

Aufgrund wiederholter Sprengung von Fahrkartenautomaten teilte die Rostocker Straßenbahn AG mit, dass bis auf Weiteres an stationären Automaten kein Bargeld mehr angenommen wird. Nutzer müssen ihre Tickets nunmehr mit „EC“-Karte bezahlen. Natürlich meint die RSAG hiermit die girocard der Deutschen Kreditwirtschaft. Auch zehn Jahre nach Änderung des Namens scheint sich dieser nicht bis zu allen Akzeptanzpartnern herumgesprochen zu haben.

Wer unbedingt Tickets bar bezahlen möchte, kann dies an den Automaten in den Fahrzeugen oder an Automaten der Deutschen Bahn tun.

Diese Maßnahme gilt „bis auf Weiteres“. Ich finde, spätestens hier sollte bei den Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe mal der Wecker klingeln. In freier Wildbahn aufgestellte Automaten, die dazu noch Banknoten akzeptieren, sind einfach eine Einladung an Knackerbanden. Insbesondere bei den inzwischen gängigen Preisen im deutschen Nahverkehr und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es durchaus Menschen gibt, die diese Automaten mit 50€-Scheinen füttern um ihr Monatsticket zu bezahlen, lohnt sich ein solcher Aufbruch schnell.

Jeder dieser Automaten muss regelmäßig angefahren werden, mit frischem Wechselgeld gefüttert und von den Einnahmen befreit werden.

Wer sich diesen ganzen logistischen Irrsinn ersparen möchte, verzichtet im ersten Schritt auf die Möglichkeit der Barzahlung. Aber selbst dann möchten noch Papierrollen und je nach verwandter Technik Tinte in den Automaten oder Stempelautomaten nachgefüllt werden.

Einen Schritt weiter gehen u.a. die MPK Wrocław mit dem von der polnischen Münzprägeanstalt (Mennica Polska) implementierten System des Paperless Ticketing auf Basis von Debit- und Kreditkarten sowie der Urban Card die mit dem deutschen VDV e-Ticket vergleichbar ist.

Bereits heute sind in den Breslauer Fahrzeugen alle Automaten rein für die Verarbeitung von Kartenzahlungen ausgerüstet, werden aber nach nur drei Jahren ersetzt. Die stationären Automaten mit Bargeldakzeptanz und Ticketdruck, sowie der Verkauf von Papierfahrscheinen an vielen Kiosken bleiben aber bestehen. Dies wohl auch aus Rücksichtnahme auf die vielen deutschen Touristen in der Stadt, die mit bargeld- und kontaktlosem Bezahlen anscheinend überfordert sind.

Sobald der Echtbetrieb im März startet, werde ich vor Ort sein und anschließend hier berichten.