Brezeln bargeldlos: NFC Rollout bei Ditsch

Kontaktlose Kartenzahlung ist schneller und hygienischer als Zahlungen mit Münzen und Scheinen. An Orten, wo unverpackte Lebensmittel und hohe Kundenfrequenz zusammenkommen, kann die Technologie ihre Stärken also voll ausspielen.

Da ist es nur logisch, dass der Mainzer Brezelbäcker Ditsch seine Filialen bundesweit mit Kartenterminals ausstattet. Ditsch findet man hauptsächlich an hoch frequentierten Orten wie Bahnhöfen und in Einkaufzentren. Zum Sortiment gehören neben Brezeln auch Mini-Pizzen, Croissants und Baguette.

Ditsch setzt auf das altbekannte Verifone H5000-Terminal, wie man es auch von Lidl, Kaufland und Esso her kennt. Die Geräte sind gut erreichbar und im Blickfeld des Kunden montiert. Aktuell ziert das Gehäuse ein Hinweisschild auf die kontaktlose Bezahlung u.a. mit girocard, VISA und MasterCard.

Die Abwicklung der Zahlung funktioniert äußerst schnell. Die Anbindung an der Kassensystem erspart die manuelle Eingabe des Betrags und anschließende Bestätigung am Kassensystem. Die Autorisierungszeiten der Zahlung lagen zwischen „nicht messbar“ (MasterCard Credit) und knapp unter 2 Sekunden (girocard der Sparkasse mit Online-Präferenz).

Bei meinen Testeinkäufen gab es weder irgendwelche Mindestumsätze noch komische Kommentare bzgl. der Bonhöhe. Die Mitarbeiterinnen sagten allerdings jeweils „Sie können die Karte jetzt einstecken“. Es gab jedoch keine fälschlichen Aufforderungen zum Unterschreiben des Belegs. In sofern durch und durch ein positives Kundenerlebnis, wie man es gerade am Anfang bei fast allen anderen Retailern vermisst hat.

Im Gegensatz zu anderen Franchiseketten wie bspw. McDonald’s scheint man in Mainz das Thema Payment zentral und ernsthaft zu betreiben und seine Agenturpartner genannten Franchisenehmer auf der Reise in die neue Bezahlwelt mitzunehmen. Ich habe von anderen Twitterern bislang noch keine Hinweise auf Einschränkungen bzgl. Kartentypen oder Mindestumsätzen gehört. Fragen zum Thema beantwortet das Social Media-Team auf Facebook sehr schnell und liefert auch Feedback aus der Fachabteilung.

Inzwischen hat auch Yorma´s, die ebenfalls an Bahnhöfen mit ihren Convenience-Stores vertreten sind, angekündigt bald Kartenzahlung zu akzeptieren:

Stellt sich nun noch die Frage, wie die frisch zum Valora-Konzern gehörende neue Schwester BackWerk mit Kartenzahlung umgehen wird. Bislang konnte man sich nur dazu durchringen, ein NFC-basiertes ClosedLoop-Verfahren bei einigen Franchisestores zu implementieren. Gerade bei BackWerk begegnen einem immer wieder haufenweise Hinweise auf die ausschließliche Bargeldakzeptanz. Da scheint also auch Bedarf zu sein.

Mit Revolut in Danzig unterwegs

Vor Kurzem habe ich ein wenig über die Mehrwährungskarte von Revolut geschrieben. Während es damals um den Beantragungsprozess und die Funktionen in der dazugehörigen App ging, möchte ich Euch heute über meine Erfahrungen auf der ersten Reise mit Revolut nach Polen berichten.

Über das Einheitswochenende sollte es nach Gdańsk gehen. Die Reise begann, wie üblich, um 03:30 morgens am Freitag den 29.09.17. Mein Taxi habe ich per Taxi.eu-App extra mit Kartenakzeptanz bestellt. Um kurz vor Vier dann die ernüchternde Meldung „Karte nicht zugelassen“, die sich später auch im REWE to go des Kölner Bahnhof wiederholt hat. Leider hatte Revolut an dem Freitag ein Serverproblem, was sich bis in den späten Nachmittag hinziehen sollte. Nun gut. Ich reise halt nie mit nur Karten einer Bank. Von daher: Ärgerlich, aber verschmerzbar.

Irgendwann liefen dann die Server von Revolut wieder und ich konnte aus dem fahrenden Zug heraus ein kleines Problem lösen. Ich besaß noch ein polnisches EUR-Konto mit einem Guthaben von 15 Cent. Eine Kontoauflösung mit Guthaben war nicht möglich und eine Überweisung in EUR kostet 5 PLN (ca. 1,20€). Also was Tun?

Ganz einfach: Per Revolut 9,85 EUR auf das Konto überwiesen und mit der, noch aktiven, Debit MasterCard flugs 10 EUR zurück auf das Revolut-Konto geladen. Wie schön, dass der Dienst auch bei solchen Edgecases hilft 😉

Akzeptanz in Polen

Da man in Polen eigentlich überall mit Karte bezahlen kann, kam die Revolut MasterCard natürlich dementsprechend häufig zum Einsatz. Überall dort, wo man kontaktlos bezahlen konnte, wurde in PLN abgerechnet und zunächst das Zloty-Guthaben bei Revolut belastet.

Egal, ob gesteckt oder per NFC erhält man kurz nach der Transaktion eine Pushnachricht mit den Details. Bei bekannten Händlern wird auch deren Logo eingeblendet. Die Erkennung der Umsatzart (Lebensmittel, Freizeit, Transport etc.) ist ziemlich akkurat.

In der Danziger Region benötigt man Bargeld wirklich nur für die, in ausreichender Anzahl vorhandenen, öffentlichen Toiletten und für Trinkgeldzahlungen, da viele Wirte Tipping per Karte nicht erlauben.

ÖPNV in der Dreistadt – Tarifhölle par Excellence

Wer in der Dreistadt (Gdansk, Gdynia, Sopot) mit dem ÖPNV unterwegs sein möchte, der steht leider vor einem absoluten Tarifwirrwarr.

Je nach Stadt gibt es Fahrkartenautomaten (Kartenakzeptanz, teilweise NFC) oder nur Verkauf beim Fahrer. Es gibt Tickets des jeweiligen kommunalen Verkehrsbetriebs, Tickets des Verkehrsverbunds und Tickets für die S-Bahn ähnliche SKM.

Und man sollte wissen, dass ein Ticket für eine einzelne Fahrt „Bilet jednorazowy“ mit Verlassen des Fahrzeugs seine Gültigkeit verliert, also beim Umstieg ein weiteres Ticket benötigt wird. Natürlich gibt es auch ein „Bilet czasowy“ dass für eine Stunde gilt, aber nicht als Handyticket gelöst werden kann.

Wer diesen ganzen Mist umgehen möchte und dazu noch die regionalen Eisenbahnen (SKM, PKM, PR) nutzen möchte, geht an einen Schalter der SKM und verlangt nach einem „Bilet metropolitalny wszystkich organizatorów“ welches es als 24h und 72h Ticket gibt.

An den Schaltern der SKM kann man problemlos mit Mastercard, also auch mit der Revolut-Karte, bezahlen.

Vorsicht vor DCC („Dynamic Currency Conversion“)

Bei gesteckten Zahlungen (u.a. an Geldautomaten, aber auch am POS) kommt inzwischen fast immer die nervige Frage nach der Währungsumrechnung. Hier gilt es, wie bei allen anderen Karten auch, peinlich darauf zu Achten, dass man in der jeweiligen Landeswährung bezahlt.

Vereinzelt soll es DCC auch in Polen mittlerweile kontaktlos geben. Das ist mir dort bisher nicht untergekommen. Beim Check-out im Hotel Mercure wurde prompt auch bei kontaktloser Zahlung nach DCC gefragt. Etwas Wachsamkeit schadet aber nie!

Währungen halten

Viele werden jetzt sagen: Das kann meine N26, Fidor oder DKB-Karte (teilweise) auch! Wieso also Revolut?

Es gibt natürlich eine Reihe von anderen Angeboten in Deutschland, wo zum jeweils aktuellen Tageskurs ohne Aufschlag umgerechnet wird. Wie der Kurs am jeweiligen Tag aussieht, kann man als Kunde jedoch nicht beeinflussen.

Gerade für Menschen, die häufiger in bestimmte Länder reisen, kann es jedoch interessant sein, die jeweilige Landeswährung dann zu kaufen, wenn sie gerade mal etwas schwächelt.

Genau das, geht mit der Revolut-App mit wenigen Klicks. Da ich häufig in Polen bin, ist es für mich natürlich schon interessant, bei einem schwachen Zloty zuzugreifen.

Gerade bei sehr volatilen Währungen, kann man mit der Revolut App den einen oder anderen EUR sparen, wenn man sich rechtzeitig eindeckt.

Fazit

Jeder, der häufig in Länder ohne EUR reist, sollte sich Revolut definitiv einmal anschauen.

Aktuell gibt es eine spezielle Promotion für den deutschen Markt: Die normalerweise fälligen 6€ für den Versand der ersten Karte entfallen momentan, so dass man Karte und App völlig kostenlos selbst testen kann.