Payback Pay: Wie ruiniert man ein gutes Produkt

Als im Juni 2016 die Erweiterung zur äußerst beliebten Payback App erschien, war ich zunächst skeptisch. Wieder eine vom Handel initiierte Insellösung. Wieder mal etwas, was nur in Deutschland und nur bei bestimmten Partnern benutzbar ist.

Als unbestrittener Marktführer im Bereich Loyalty hatte Payback natürlich einige nicht zu unterschätzende Startvorteile: Nach der girocard ist die Payback-Karte mit Abstand Nummer Zwei in deutschen Portemonnaies. Die dazu gehörige App wurde alleine im Google Play Store über 5 Mio mal heruntergeladen. Das Rabattsystem genießt – trotz der Datenschutzparanoia der Deutschen – ziemlich hohes Ansehen, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass man sehr behutsam mit den Informationen der Kunden umgeht und diese nicht, kurze Zeit nach Anmeldung, im Post- und E-Mail-Spam ertrinken. So weit so gut.

Wettbewerbswidrige IBAN-Diskriminierung

Klar war, dass ich die testen musste. Die Anmeldung erfolgte problemlos innerhalb der App. Einzig negativ fiel auf, dass man für den Einzug der Rechnungsbeträge via SEPA-Lastschrift nur IBAN-Nummern mit DE eingeben konnte. Diese Form der IBAN-Diskrimierung verstößt gegen Art. 9 der SEPA-Verordnung und kann einfach über ein Formular bei der Wettbewerbszentrale gemeldet werden. Da ich mein Hauptkonto bei einer deutschen Sparkasse führe, war das erst einmal kein Hindernis.

DM – Der erste Eindruck: Wow!

Mein erster Test führte mich zu DM, da die Drogeriemarktkette auch das erste Unternehmen war, dass die Akzeptanz von Payback Pay realisiert hat. Die Autorisierung erfolgt dort via QR-Code, den der Kunde bequem während des Kassiervorgangs an einem kombiniert Scan- und Bildschirmterminal selbst einlesen kann. Zum Schluss bittet man einfach um Zahlung mit Payback Pay. Das war´s. Ein absoluter No-Brainer. So sollte eine mPayment-Lösung funktionieren. Punkt.

real,- patzt

Auf DM folgte die Verbrauchermarktkette real,-. Hier entschied man sich, die QR-Codes  mit einem Handscanner einzulesen. Meine ersten Erfahrungen damit habe ich bereits im September 2016 in einem Artikel geschildert. Haderte ich zu Beginn lediglich mit den Handscannern und der Anzahl der benötigten Versuche zum Einscannen der QR-Codes, so hat sich inzwischen wohl irgendwas am Prozess geändert. In den letzten Monaten kam es immer wieder vor, dass zwar die Bezahlung mit Payback Pay funktionierte, aber keinerlei Punkte auf den Einkauf vergeben wurden. Da ein Nachkreditieren am Payback-Automaten im Markt lediglich die Basispunkte bucht, aber keinerlei Coupons und Sonderpunkte berücksichtigt, hieß das jedes Mal: Kassenbon einscannen und via Service-Center regulieren lassen.

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Da es hier jeweils nur um Beträge zwischen ein paar Cent und max. 2-3€ gingen, ist der Aufwand natürlich albern. Man sollte von einem Loyalty Programm erwarten, dass diese Prozesse ohne Eingriff von Mitarbeitern und Kunden sauber abgewickelt werden. Alles Andere steht in keinem Verhältnis zum Gegenwert der Punkte.

Da helfen dann auch keine Tipps wie dieser hier:

„Bitte beachte, dass Du dem Personal am besten gleich zu Begin mitteilst, dass Du mit PAYBACK PAY zahlen möchtest, damit die Kollegen vor dem Abschluss des scannen der Ware an der Kasse den Eintrag für PAYBACK PAY vornehmen können. Dann erhältst Du auch Deine PAYBACK Punkte.“

Kaufhof: Im grünen Bereich

Weitere Partner, die ich testen konnte waren ARAL und Kaufhof. Bei Kaufhof waren die Mitarbeiter in der Flagship-Filialle Köln Schildergasse teilweise überhaupt nicht geschult, während in einem Laden in Berlin-Lichtenberg an mehreren Kassen nur positive Resonanz zu verzeichnen war. Im Herbst 2016 musste der Betrag am Kartenterminal vom Kunden mit OK bestätigt werden. Das hat man inzwischen wohl wegkonfiguriert.

Nach Scan des Pay Codes erscheint ein Button auf dem Bildschirm der Kassenkraft und bietet die Zahlung mit Payback Pay an. Das ist in Ordnung.

ARAL: Nur NFC und das ausgerechnet mit ICP-Terminals

Die Tankstellenkette ARAL hat sich dazu entschieden, Payback Pay ausschließlich via NFC-Schnittstelle abzuwickeln und das, obwohl die Kassen recht gut funktionierende Scanner haben, die problemlos Barcodes vom Handydisplay ablesen können.

Abgesehen davon, dass man damit alle iPhone-User per se ausschließt, hat man sich aufgrund der eingesetzten ICP Kartenterminals nun wirklich keinen Gefallen getan. Diese Geräte zeichnen sich dadurch aus, dass sie schon mit von MasterCard zertifizierten  Payment-Apps immer mal wieder Ärger machen. Sei es SEQR oder Apple Pay wegen fehlerhafter CDCVM-Einrichtung.

Bei mir scheiterten sowohl die Bezahlung mit SEQR als auch mit Payback Pay bei ARAL. Danach griff ich dann zur altbewährten girocard, die zur Strafe dann auch noch per ELV belastet wurde.

Auf Twitter erhielt ich alle möglichen Ratschläge, wie ich mich zu verhalten habe. Ein Tweep meinte, ich müsse, nachdem das Terminal „Bitte Karte entfernen“ schreibt, noch 2-3 Sekunden mein Smartphone neben dem NFC-Leser belassen. Aha?!

Da ich das nicht auf mir sitzen lassen wollte, habe ich es heute noch einmal probiert. Die Mitarbeiterin bei ARAL wußte, dass man lediglich „Kartenzahlung“ an der Kasse aktivieren musste. Also los. Handy ans Terminal halten und dieses Mal erschien die Fehlermeldung „Bitte nur eine Karte vorhalten“ gefolgt von „Bitte Karte stecken“.

Urteil: Totaler Fail!

REWE – Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht

Nach den letzten Erfahrungen reduzierte sich der Einsatz von Payback Pay bei mir ausschließlich auf DM-Märkte. Zuletzt startete REWE mit Payback Pay und meine Lust, das auszuprobieren ist bereits irgendwo zwischen -100 und -99999 angelangt.

Bei REWE sollen sowohl NFC als auch die QR-Codes zum Einsatz kommen. Die u.a. von @klotzbrocken und @holimuk berichteten Schwierigkeiten verhießen nichts Gutes. Ungeschultes Personal trifft auf abstrusen Workflow.

In „meinem“ Markt in Köln Buchheim war die Mitarbeiterin jedoch geschult und wir haben die Zahlung mit dem QR-Code ausprobiert. Im Gegensatz zum normalen Barcode mit der Kundennummer, den der Kunde während des Kassiervorgangs selbst einlesen kann, muss der QR-Code von Payback Pay zum Schluss eingelesen werden. Das hält schon mal wieder unnötig auf.

Das Kassensystem rödelte eine Weile mit „Übertrage Daten“ um dann abzubrechen. Immerhin scheint die Gutschrift der Punkte für den Einkauf geklappt zu haben.

Einen zweiten Versuch – oder gar einen Versuch per NFC – wollte ich den nach mir folgenden Kunden nicht zumuten und habe kontaktlos mit der girocard bezahlt.

Urteil: Gerade in hochfrequentierten Lagen untauglich

Das Fazit

Dass das System Potenzial hat, steht außer Frage. Bei einer optimalen Implementierung wie bei DM ist es definitiv auch schneller, als die getrennte Abwicklung mit einer Payback-Karte und Zahlung mit einer zweiten Karte. Auch im Vergleich zu einer kontaktlosen Zahlung.

Da aber fast alle anderen beteiligten Partner irgendwie versucht haben, das System in ihr Kassensystem und die Abläufe „hineinzuprutschen“ hält die Bezahlung mit Payback Pay einfach viel zu sehr auf, so sie denn überhaupt funktioniert.

Speziell den Sinn der NFC-Implementierung verstehe ich überhaupt nicht, da man nicht nur Apple-User ausschließt, sondern sich noch alle möglichen Kompatibilitätsprobleme mit den NFC-Stacks der diversen Smartphone einfängt. Und das, wie im Fall von ARAL, mit nicht mehr ganz taufrischen und sowieso zickigen Bezahlterminals. Völliger Knieschuss.

Trotz der nun seit Beginn an laufenden Sonderpunkte-Aktionen für Payback Pay werde ich mich verabschieden und zur Zahlung mit kontaktlosen Karten resp. Android und Apple Pay zurückkehren.

Da muss ich mich nicht mit den Eigenheiten eines Systems und denen des jeweiligen Händlers auseinandersetzen. Ein normaler Kunde hätte hier eh schon lange die Reißleine gezogen.

Schlecht implementierte Bezahlsysteme braucht niemand.

 

App-basierte Handytickets sind kein Ersatz für moderne Ticketautomaten

Aus Sicht des Nutzers sind Handytickets eine praktische Sache, insbesondere dann, wenn man hierfür eine App nutzen kann, die nicht nur in der eigenen Stadt oder dem eigenen Verbund funktioniert.

Vorreiter war hier HandyTicket Deutschland welches aktuell mit VRR, VRS und VBB drei der größten deutschen Verkehrsverbünde abdeckt. Die Bezahlung geht schnell und einfach via monatlicher Rechnung oder aber als Prepaid-Konto.

Abgesehen davon, dass es natürlich viele Regionen gibt, wo andere Anbieter bevorzugt werden und man damit jeweils eine weitere App samt Registrierung und hinterlegten Zahlungsdaten benötigt, gibt es natürlich auch Städte, die darauf verzichten.

Im positiven Fall ist ein Handyticket eine Erleichterung für den Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel.

Leider kann es aber immer mal wieder vorkommen, dass technisch etwas nicht rund läuft. Angefangen beim leeren Akku des Öffinutzers genau in dem Moment wo der Prüfdienst das Ticket sehen möchte. Einige der Apps funktionieren nicht zuverlässig, wenn kein Datenempfang (oder nur EDGE) möglich ist. Während man dies beim Ticketkauf noch nachvollziehen kann, so hört der Spaß auf, wenn auch das Anzeigen, eines mit dem aktuell benutzen Gerät, gekauften Tickets daran scheitert, dass sich das Handy mal wieder mit irgendeinem WLAN -Hotspot verbinden will. Diese Fälle gab es in der Vergangenheit leider häufiger. Gerade bei den Android-Versionen der Apps.

Für die Verkehrsbetriebe sind Handytickets natürlich in erster Linie auch eine Möglichkeit um Kosten einzusparen. Anstatt Fahrzeuge und wichtige Haltestellen mit teuren Automaten auszustatten, werden Benutzer bzgl. bargeldloser Bezahlmöglichkeiten auf die Apps verwiesen. Wenn ich aber schon die Hardware des Öffinutzers für den Vertrieb meiner Fahrkarten nutze, dann müssen solche Lösungen aber auch gewissen Qualitätskriterien genügen.

Es darf weder das Fehlen einer gültigen Internetverbindung noch die Nichterreichbarkeit der eigenen Server dazu führen, dass der Kunde seine bezahlten Tickets nicht vorzeigen kann. Ebenfalls sollte ein leerer Akku niemals zum Problem des Kunden gemacht werden. Die Identifizierung über E-Mail Adresse oder Rufnummer sollte genügen, um mit einem Anruf beim Service-Center das Vorhandensein eines Tickets zu validieren. Idealerweise natürlich über eine Online-Verbindung mit Hilfe der mobilen Terminals des Prüfdiensts.

Ein immer wieder unterschätztes Problem sind die Bezahlmöglichkeiten. Gerade für Besucher aus dem Ausland sind Einschränkungen auf deutsche Bankkonten, giropay, Mobilfunkrufnummer deutscher Provider etc. eine unüberwindbare Barriere bei der Benutzung des ÖPNV. Das gleiche gilt natürlich auch für Apps, die nicht in verschiedenen Sprachen erhältlich sind.

Solange diese Fragen ungeklärt sind, solange müssen die Verkehrsbetriebe auch alternative Vertriebswege mit zeitgemäßen Bezahlmöglichkeiten anbieten. Wie so etwas geht, zeigen u.a. die kommunalen Verkehrsbetriebe der Stadt Breslau in Polen.

links: Stationärer Automat in Magdeburg (Münzen + GeldKarte)
rechts: Automat in Breslauer Bus mit ausschließlicher Kartenakzeptanz (inkl. kontaktlos)

Es kann nicht angehen, dass Hardware- und Betriebskosten der Vertriebsinfrastruktur und die Risiken der Verfügbarkeit von den Verkehrsbetrieben auf den Nutzer abgewälzt werden, ohne dass dieser dadurch auch nur einen einzigen spürbaren Vorteil hat. Die 3% Rabatt die bspw. der VRS seinen Nutzern gewährt sind da nur ein Anfang.

Daher wundert Euch nicht, dass ich trotz Smartphone auch immer wieder Tickets am Automaten kaufe und den Verkehrsbetrieben bzgl. bargeldloser Bezahlmöglichkeiten auf den Zahn fühle.

Servicewüste TAXI

Ich glaube diese Situation hat jeder von uns schon einmal erlebt: Man kommt in einer fremden Stadt am Bahnhof oder Flughafen an, schwer bepackt mit Koffern und Notebook-Tasche, es regnet in Strömen und hat nur noch einen Wunsch: Auf dem schnellsten Weg ins Hotel.

Nichts einfacher als das denkt man sich. Schließlich gibt es dafür doch Taxen. Diese sind in Deutschland Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs und als solche von der kommunalen Taxiordnung reguliert. Darin werden neben den Tarifen auch Serviceleistungen wie die Akzeptanz von Kredit- und Debitkarten geregelt.

In Berlin schert man sich wenig

Berlin bspw. schreibt seinen Taxiunternehmen vor, dass ein funktionsfähiges Kartenterminal vorgehalten werden muss und mindestens drei gängige Kartentypen akzeptiert werden sollen. Andernfalls dürfen keine Passagiere befördert werden. Gelegentlich wird dies auch von der Berliner Polizei kontrolliert. Ein Novum. Als Entschädigung müssen Taxifahrer einen Zuschlag von 1,50€ erheben. Dass diese Form des Surchargings weit oberhalb der Kosten für die eigentliche Transaktion eigentlich gegen EU-Recht verstößt, scheint das Land Berlin nicht zu interessieren.

Dennoch wurde mir in der Hauptstadt mehrfach offen ins Gesicht gesagt, dass man sich um die Akzepztanzpflicht einen Kehricht schert.

Kleinkrieg der Kölner Taxizentrale mit mytaxi wichtiger als der Fahrgast

Die Kölner Taxiruf e.G. wiederum bietet seit einiger Zeit offiziell die Bezahlung mit Karten sowie der TAXI.EU-App an. Damit wollte man Fahrgästen und angeschlossenen Unternehmen ein Gegenangebot zur Hamburger mytaxi-App unterbreiten.

In der Praxis sieht es leider immer noch so aus, dass man am Hauptbahnhof oder Bahnhof Messe/Deutz fünf oder mehr Fahrer förmlich um Kartenzahlung anbetteln muss. Letztes Mal wurde ich tatsächlich gefragt, ob ich nicht zum Geldautomaten gehen könne. Geht´s noch?

Anstatt sich um die Fahrgäste zu kümmern, führt Taxiruf einen mehr als skurril anmutenden Kleinkrieg mit mytaxi. Das äußert sich dann auch darin, dass man schon wegen einer kritischen Nachfrage auf der Facebook-Seite gesperrt wird, während sich die Moderatoren und die dort aktiven Taxifahrer in einer Form äußern, die am gesunden Menschenverstand der beteiligten Personen zweifeln lässt.

Weiße Flecken

Während man sich in einer Großstadt immer noch neben einen Taxistand stellen und per mytaxi einen Wagen bestellen kann und für sich somit sicherstellt, dass die Bezahlung per App kein Problem darstellt, gibt es in unserem Land immer noch viele kleine und mittlere Städte, wo weder die Bestellung noch die Bezahlung per App möglich ist.

Das ist in sofern völlig befremdlich, als dass ich in München oder Frankfurt meistens auch problemlos den ÖPNV nutzen kann, aber gerade in kleineren Orten keine wirkliche Alternative zum Taxi besteht und vielfach die Wege länger – und somit teurer – sind.

Regulierungsaufgabe

Da die Aufgabenträger schon meistens mit der Qualitätskontrolle der kommunalen Verkehrsbetriebe überfordert sind und gerade bei den Taxikonzessionen Vetternwirtschaft nicht zu selten vorkommt, muss auch das Thema Payment endlich von der EU im Rahmen der Vorschriften zur Barrierefreiheit reguliert werden. Die Anforderung Bargeld, ggf. in passender Stückelung oder eine bestimmte, nur national verfügbare Bezahlkarte mit sich zu führen, stellt ein Nutzungshindernis dar und benachteiligt Bürger aus anderen EU-Ländern.

Hier ist Brüssel gefragt!

Bargeldlos in: Magdeburg

Nachdem ich @tmmd bislang meistens auf polnischem Staatsgebiet getroffen habe, folgte ich am ersten Augustwochenende 2017 seiner Einladung nach Magdeburg. Mein letzter Aufenthalt dort war so um 2003 und ich war damals in einem Hotel außerhalb untergebracht, so dass ich von der eigentlichen Stadt so gut wie nichts mitbekommen habe.

Die Anreise

Die Anreise erfolgte wie immer mit der Deutschen Bahn und einem Sparpreisticket mit Zugbindung. Um allen Eventualitäten vorzubeugen, fahre ich daher immer gerne etwas früher von zuhause los und nutze die Zeit für ein kleines Frühstück im Bahnhof. Die erste Überraschung erlebte ich noch im Kölner Hauptbahnhof. Der „Brezelbäcker“ Ditsch hat inzwischen NFC-fähige Kartenterminals installiert. Diese sind vom Kunden bequem bedienbar.

NFC-Test noch vor dem ersten Kaffee

Klar, dass ich hier natürlich einen ersten Test unternehmen musste. Da Ditsch explizit das girocard-Logo in der Liste der kontaktlos akzeptierten Karten aufführte, versuchte ich zuerst damit zu bezahlen. Leider hagelte es bei allen drei Versuchen Fehlermeldungen, so dass ich auf die MasterCard auswich. Die Abwicklung der PayPass-Zahlung war in weniger als einer Sekunde erfolgt und ist damit wirklich mehrfach schneller, als das Bezahlen mit Bargeld.

Das Motel One

In Magdeburg angekommen ging ich zunächst ins Hotel. Torsten hatte mir das „Motel One“ empfohlen. Während fast alle aktuellen Häuser der Kette Neubauten sind, wurde hier ein wirklich prachtvolles Gemäuer gegenüber dem Magdeburger Dom saniert. Wer schon einmal in einem Motel One übernachtet hat, der weiß das schicke Design der Häuser zu schätzen. Die Bezahlung der Hotelrechnung erfolgt vorab beim Check-In. Ich habe meine MasterCard verwendet. Die NFC-Funktion war „absichtlich“ am Terminal deaktiviert worden und die nette Dame an der Rezeption meinte, dass sie dies auch bei ihren privaten Karten explizit hat sperren lassen. Nun gut.

Noch ein Tipp für Sparfüchse: Zum Buchen des Hotelzimmers habe ich über das Cashback-Portal Shoop das Buchungsportal HRS aufgerufen und dort gebucht. So erhalte ich in Kürze noch etwas über 7€ zurück.

Magdeburger Verkehrsbetriebe

Die MVB verfügt über ein großes Netz an Straßenbahnlinien, mit denen man im dichten Takt – auch am Abend und am Wochenende – schnell von A nach B kommt. Ab 23:00 übernehmen – auch in der Woche – Nachtbusse den Verkehr. Das ist etwas, wovon man als Westdeutscher nur träumen kann. Eine Tageskarte ist für 5,10€ zu haben, was für die gebotene Leistung wirklich ein Schnäppchen ist.

Wer sein Ticket mit Karte bezahlen möchte, hat allerdings nur die Wahl zwischen der GeldKarte-Funktion an den stationären Automaten oder der Benutzung der Automaten der Deutschen Bahn. Die Automaten in den Fahrzeugen akzeptieren lediglich Bargeld.

Die über easyGO bereitgestellte Handyticket-Funktion ist leider auch keine Alternative. Im Gegensatz zu den Stadtwerken Bonn, erlaubt die MVB lediglich die Bezahlung über die Handyrechnung. Damit bleiben Kunden von vielen Mobilfunkdiscountern genauso außen vor, wie Besucher aus dem Ausland. Für mich als Firmenkunde stellt sich zusätzlich das Problem, dass wir die Funktion Providerbilling komplett haben sperren lassen.

Wenn Magdeburg wirklich 2025 als Kulturhauptstadt Europas auftreten möchte, sollte man sich langsam mal Gedanken über eine Ausschreibung für neue Ticketautomaten machen. Wie man in Köln und Berlin ja leidvoll erfahren durfte, kann das auch mal ein paar Jahre dauern, bis die Geräte dann endlich funktionsfähig zur Verfügung stehen.

Böhmische Knödel und Pasta

Am Freitag ging es für mich zunächst in Wenzel´s Prager Bierstuben zum Mittagessen. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um ein Böhmisches Brauhaus. Für knapp 9€ gibt es die Klassiker als Mittagstisch. Davon wird man gut satt. Aktuell hat man einige exklusive Sommerbiere im Programm, die wirklich sehr zu empfehlen sind. Die Bezahlung war laut Aushang mit girocard und Maestro möglich. Da das Essen so lecker war, sind wir am Samstag Abend direkt noch mal zusammen dorthin gegangen.

Am Freitag Abend stand aber erst einmal ein Klassiker des kontaktlos bezahlten Essens auf der To-Do Liste: Vapiano. Hier werden so ziemlich alle Karten akzeptiert und bis auf die girocard auch kontaktlos. Ich entschied mich für die Nutzung meiner MasterCard. Das Essen war, wie bei Vapiano üblich, sehr lecker. Auffallend war nur, dass der Koch sich irgendwie mehr für die schnuckelige Blondine hinter mir interessierte als für den Garpunkt meiner Rinderfiletstreifen. Ich konnte es ihm ehrlich gesagt nicht wirklich verübeln.

Den Abend haben wir dann mit einem Highlight ausklingen lassen.

Strandbar bargeldlos

Die Strandbar Petriförder wirbt direkt am Eingang unübersehbar für das bargeldlose Bezahlen:

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Es ist hier selbstverständlich, dass man auch ein einzelnes Bier mit Karte bezahlen kann. Das dazugehörige, von VR-Pay bereitgestellte, Ingenieco-Terminal hatte allerdings ein Problem mit NFC. MasterCard-Transaktionen wurden mehrfach abgebrochen, so dass ich auf Chip & PIN ausgewichen bin. Torsten verwendete darauf hin seine 1822mobile girocard und wurde gleich mit ELV bestraft.

In der Form habe ich sowas noch nicht in Deutschland erlebt. Klar, in polnischen Diskotheken und Londoner Pubs ist es längst Usus, einzelne Getränke mit Karte zu begleichen, aber bei uns wird meistens ja noch ein Mindestumsatz erwartet, den man nur mit einer Lokalrunde knacken könnte.

Darüber hinaus ist die Lage an der Elbe einfach traumhaft. Der richtige Ort, um nach einem anstrengenden Tag bei einem Bier (Hefeweizen 0,5l für 3,90€) auszuspannen. Gelegentlich gibt es dort auch eine Grillhütte und weitere Getränkestände. Dort waren aber beim zweiten Besuch am Samstag keine Terminals sichtbar.

Übrigens: Auf Gläser wird 1€ Pfand erhoben. Die kann man mit Karte bezahlen, erhält sie aber in bar zurück. Der Trinkgeldbecher freut sich 😉

Frühstück – Die wichtigste Mahlzeit des Tages

Am Samstag ging es zum Frühstück ins Magado das abends Burger und Cocktails bietet. Für knapp über 10€ gibt es neben Kaffee ein recht umfangreiches Frühstücksbuffet. Spiegelei und Rührei werden in der Küche frisch zubereitet. Das gibt schon einmal 10 Pluspunkte. Es gibt doch nichts Schlimmeres als warm gehaltenes Rührei in Blockform.

Da weder an der Tür noch auf der Facebook-Seite irgendwelche Hinweise auf Kreditkartenakzeptanz zu sehen waren, haben wir unsere girocards benutzt.

Da ein wenig Abwechslung nicht schaden kann, wählten wir am Sonntag das Alex aus. Dabei handelt es sich um eine Restaurantkette. Das Haus in Magdeburg erstreckt sich über zwei Etagen. Im oberen Stockwerk war das gleiche Frühstücksbuffet noch einmal aufbaut. Entsprechend voll war es dann auch.

Das Buffet war deutlich umfangreicher als im Magado, aber meiner Meinung nach waren sowohl die Brötchen als auch das Rührei zwei Klassen schlechter. Aber dennoch muss man sagen, dass hier jeder auf seine Kosten kommt.

Bezahlt wurde kontaktlos mit MasterCard bzw. VISA.

Sehenswürdigkeiten

Zwischen den Mahlzeiten und der Arbeit gab es natürlich noch einiges zu besichtigen. Torsten ist ein wandelndes Geschichts- und Heimatkundelexikon und wußte zu jeder Brücke und jedem Bauwerk eine Geschichte zu erzählen.

Neben einem Rundgang durch den Magdeburger Dom standen u.a. der Wissenschaftshafen, die Elbauen am ehemaligen Güterbahnhof, eine der Eisenbahnhubbrücken, sowie ein Rundgang durch das ehemalige Sanierungsgebiet Buckau auf dem Programm.

Nach soviel Fußmarsch war am Freitag Nachmittag erst einmal eine Pause bei Kaffee und Kuchen angesagt. Eher zufällig entdeckten wir das Café am Domfelsen welches ab 10€ zumindest girocard akzeptierte.

Am Samstag Abend sind wir auf den Albinmüller-Turm gestiegen. Oder viel mehr gefahren, da ich den Aufzug vorzog. Erstmals gab es verlängerte Öffnungszeiten bis 1 Uhr nachts, so dass man theoretisch den Sonnenuntergang hätte fotografieren können. Leider spielte das Wetter nicht so mit. Dennoch hatte man von da oben eine gigantische Aussicht:

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Um auf den Turm zu gelangen, galt es ein Drehkreuz überwinden. Hierzu musste man 2€ einwerfen. Eigentlich sollte dies die einzige geplante Barausgabe des Wochenendes werden.

Mindestumsatz für die Tageskarte zum Elbauenpark und Jahrtausendturm

Eines der Highlights von Magdeburg ist umfraglich der Jahrtausendturm. Ursprünglich nur für die Dauer der Gartenschau gedacht, steht das Gebäude nunmehr seit 18 Jahren und ist mit 60 Metern das höchste Holzgebäude Deutschland. Innen lassen sich 6000 Jahre Menschheitsgeschichte auf mehreren Etagen erleben. Die Ausstellung ist insbesondere für Kinder interessant, da es hier viel zum Anfassen und Ausprobieren gibt.

 

 

Eine Tageskarte kostet 6€. Laut Webseite kann man an der Hauptkasse mit girocard bezahlen. Vor Ort versicherten sich gleich drei Mitarbeiter gegenseitig, dass sie die Anweisung hätten, nicht unter 20€ (Torsten hat 10€ gehört) Karten zu akzeptieren. Man gab mir eine Postkarte mit einem Feedback-Formular mit. Da ich inzwischen das Kontaktformular der zuständigen Gesellschaft im Netz entdeckt habe, entschied ich mich für die digitale Variante. Die erste Reaktion, die ich am Montagnachmittag erhielt, lässt darauf schließen, dass die Mitarbeiter entweder falsch informiert waren oder sich spontan den Mindestumsatz ausgedacht haben.

Auch hier wieder der Hinweis auf 2025!

Weitere Stationen

Neben dem obligatorischen Snack bei McDonalds (Kontaktlos, alle gängigen Karten) standen noch ein Mittagessen im Espressokartell (Kontaktlos, alle gängigen Karten, ab 10€) sowie die Cocktailbar One (alle gängigen Karten ab 15€, kein NFC) auf dem Programm. Da mein Lieblingscocktail Mojito hier um 5,20€ liegt, mussten es schon drei werden, um den Mindestumsatz zu erreichen. Aber ich denke das ist für eine Cocktailbar OK.

Nicht so toll ist allerdings, dass man in Sachsen-Anhalt wohl in der Gastronomie noch rauchen darf. Selbst in Läden mit Restaurantbetrieb fanden sich noch Aschenbecher.

Die Rückreise

Da ich noch ein wenig Zeit hatte, bin ich noch ein wenig durch den Bahnhof gelaufen. Neben McDonalds gibt es hier einen SPAR Express der kontaktlose Kartenzahlung ohne Mindestumsatz akzeptiert. Die von Sanifair betriebene WC-Anlage lässt sich ebenfalls mit der passenden Kreditkarte kontaktlos öffnen.

Fazit

Zugegebenermaßen ist der Test verständlicherweise leicht unfair, da Torsten ebenfalls ein Kartenfreak ist und natürlich die Empfehlungen entsprechend ausgesprochen hat.

Während die von der Stadt Magdeburg betriebenen Einrichtungen noch Nachholbedarf haben, lässt es sich in der Gastronomie gut ohne Bargeld auskommen.

Man sollte sich aber auf jeden Fall auch die Mühe machen und nach der Akzeptanz fragen. Leider bringen nicht alle Wirte entsprechende Akzeptanzsticker an. Was da die Motivation ist, kann ich leider nicht sagen.

Rückblickend kann man aber auch sagen, dass Torsten an diesem Wochenende wahrscheinlich häufiger zur girocard gegriffen haben mag, als in den letzten drei Jahren zusammen.

Endlich: BVG erweitert Kartenakzeptanz

Überraschend hat der Verkehrsbetrieb der deutschen Hauptstadt BVG bekanntgegeben, ab sofort neben girocard, Maestro und GeldKarte auch MasterCard, VISA, V-Pay und Diners an seinen alten gelben Ascom-Automaten zu akzeptieren. Vorausgegangen sei ein Test mit den am Flughafen Tegel aufgestellten Automaten des gleichen Typs.

In der Vergangenheit musste sich die BVG viel Spott in den sozialen Medien gefallen lassen, war sie doch neben der noch rückständigeren Hamburger Hochbahn der letzte Großstadtbetrieb, der seinen Nutzern keine adäquate Auswahl an bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten offerierte. Touristen aus „Non-Maestro“-Ländern wurden gezwungenermaßen zu Barzahlern oder mussten ihre Tickets bei der S-Bahn-Berlin im Kundencenter erwerben. Erst seit Kurzem akzeptieren die Automaten der S-Bahn auch Kreditkarten.

Nach einer wegen Insolvenz geplatzten Ausschreibung hat sich die Beschaffung neuer Automaten immer wieder verzögert. Die inzwischen in einigen Straßenbahnen in Betrieb genommenen Geräte sollten aber auch wieder lediglich girocard, Maestro und GeldKarte annehmen.

Offensichtlich wollte man nicht länger hinter Weltmetropolen wie Oberhausen (Rheinland) und Fürth zurückbleiben und hat die alten Automaten noch entsprechend angebunden.

Spannend bleibt einzig und alleine die Frage, wieso man das Nischenprodukt American Express nicht akzeptiert, dafür aber die noch seltener anzutreffende Diners Club-Karte.

So oder so ist das für die vielen Berlin-Touristen, die aus Ländern stammen, wo keine Maestro-Karten mehr ausgegeben werden, eine wirkliche Erleichterung.

 

netbank: girocard aussortiert

Wie vor einigen Tagen bekannt wurde, sortiert die netbank zum Anfang Oktober die girocard aus und ersetzt diese durch eine Debit MasterCard.

Damit reitet einer der langjährigen Direktbankpioniere die nächste Attacke auf das Brot- und Butterprodukt der Deutschen Kreditwirtschaft. Neben Fidor und N26, die seit je her ausschließlich auf Produkte aus dem Hause MasterCard setzen, sowie Deutscher Bank und Commerzbank, die die Debit MasterCard als kostenpflichtige Alternative anbieten, haben wir hier den ersten Fall, wo eine etablierte Bank dem nationalen System den Rücken kehrt.

Kunden müssen sich umgewöhnen

Für den Kunden bedeutet diese Entscheidung allerdings Licht- und Schatten zugleich. Für 10€ Jahresgebühr (0€ ab 400€ monatlichem Geldeingang) erhält er ein modernes Debit-Produkt, welches weltweit in Geschäften vor Ort und im Internet akzeptiert wird. Dass die Kontaktlostechnologie PayPass zum Einsatz kommt, ist selbstverständlich.

Mit Deaktivierung der girocards verlieren die Kunden aber auch die Möglichkeit, an den Geldautomaten des Cashpools kostenlos Geld abzuheben. Lediglich eine kostenfreie Auszahlung pro Monat ist im Paket enthalten.

Da in Deutschland bislang aber auch die girocard Voraussetzung für kartengestützte Barabhebungen im Handel ist, bleibt den Kunden dieser Weg leider auch verschlossen. Hier bleibt nur zu hoffen, dass die netbank über Kooperationen diese Lücke schließen wird.

Weiterhin haben Kunden mit der Debit Mastercard aktuell in Deutschland noch eine eingeschränkte Akzeptanz. Gleiches gilt für klassische Debitkartenländer wie die Niederlande, wo man das fehlende Maestro Co-Badge schmerzlich vermissen wird.

Ob man sich als Bank mit einer solchen Hauruck-Aktion ohne Fallback für den Kunden wirklich Freunde macht, mag bezweifelt werden.

Auswirkungen auf Seiten der Akzeptanzstellen

Sollten sich mehr Geldhäuser zu diesem Schritt entschließen, wird der Druck auf Handel und Gastronomie irgendwann aber so groß werden, dass eine ausschließliche Akzeptanz von girocard bald Geschichte sein dürfte.

Hier sind aber vor Allem auch die Dienstleister gefragt: Wer heute seinen Kunden noch girocard-only Akzeptanzverträge anbietet und seine Bestandskunden nicht offensiv zur Erweiterung bestehender Verträge bei gleichzeitig guten Konditionen drängt, hat die Zeichen der Zeit verschlafen und wird die nächste Marktbereinigungsphase wohl nicht überstehen.

Aber was verspricht sich die Bank davon?

Die Herausgabe einer Debit- oder Kreditkarte kostet zunächst einmal Geld. Neben den reinen Produktionskosten werden Lizenzgebühren an die jeweiligen Kartenfirmen fällig. Weiterhin muss natürlich eine technische Infrastruktur für die Autorisierung und Abwicklung der Bezahlungen vorgehalten werden.

Die Mehrheit der in Deutschland tätigen Kreditinstitute geben ihren Kunden eigentlich zwei Karten aus. Eine girocard für den Einsatz im Inland. Auf diesen Karten wird in fast allen Fällen noch ein internationales Co-Badge wie Maestro oder V Pay aufgebracht. Auch das kostet Geld.

Wer nun noch im Internet einkaufen gehen möchte, der kommt meist um eine zusätzliche Kreditkarte nicht herum. Direktbanken geben auch diese vielfach ohne Jahresgebühr heraus und haben somit aktuell dreifache Kosten pro Kunde.

Es ist also sehr leicht nachvollziehbar, dass viele Banken sich nach einer Möglichkeit sehnen, ihren Aufwand hier zu reduzieren und dem Kunden möglichst nur ein einziges Kartenprodukt zur Verfügung stellen wollen, welches sämtliche Bedürfnisse abdeckt.

Auswirkungen der Zahlungskontenrichtlinie

Laut EU-Richtlinie hat jeder, sich rechtmäßig in der EU aufhaltende, Mensch ein Recht auf ein sog. Basiskonto pro EU-Land. Die Richtlinie sieht weiterhin vor, dass zu einem solchen Basiskonto die Möglichkeit zur bargeldlosen Bezahlung im Handel aber auch die Möglichkeit zur Abwicklung von Einkäufen im Internet gehört.

In Ländern, wie bspw. Irland und UK ist dies kein Problem, da i.d.R. immer eine Debitkarte von Mastercard oder VISA zum Konto ausgegeben wird.

Die Niederlande, als typisches Debitkartenland setzt für Online-Einkäufe auf iDeal, das mit SOFORT-Überweisung und giropay vergleichbar ist. In sofern ist das Fehlen einer Mastercard oder VISA zumindest für den nationalen Online-Markt nicht so wichtig.

Die Deutsche Kreditwirtschaft hat ihrerseits auf ihr Millionengrab Paydirekt und das wesentlich erfolgreichere Giropay verwiesen, um die Auflagen der EU zu erfüllen. Dass das aus Kundensicht eher eine Lachnummer ist: Geschenkt.

Um die Anforderungen an ein Basiskonto auf Bankenseite zu erfüllen, bliebe einem Institut wie der Netbank also nur die Möglichkeit, sich einem der beiden Systeme anzuschließen oder aber gleich den Weg über ein international anerkanntes Online-Zahlungsmittel zu gehen. Genau das haben sie mit ihrer Entscheidung pro Debit Mastercard getan.

Fazit

Kurzfristig wird die Entscheidung wohl die meisten Kunden ziemlich nerven. On the long run aber werden wir Kunden uns über mehr Zahlungsmöglichkeiten im Handel und der Gastronomie freuen können. Wenn ihr also in der Kneipe ab Oktober einen traurigen netbank-Kunden treffen solltet, der verzweifelt nach dem letzten 10er im Portemonnaie sucht: Gebt ihr oder ihm ein Bier aus!