Die „Schwarze Mamba“ hat ihren Namen vor Allem dem in den Neunzigern sehr populären TV-Moderator Harald Schmidt zu verdanken. Lange Zeit galt sie als eines der exklusivsten Statussymbole im Land. Gelitten hat ihre Reputation allerdings durch den maßgeblich von CDU und SPD-Politikern befeuerten Niedergang der Deutschen Bahn selbst. Hinzu kam, dass im Laufe der Jahre die Art und Weise, wie die Karten produziert und letztendlich dem Kunden zugestellt wurden, immer mehr an den Zustand des deutschen Schienennetzes erinnerte.
So war es dann auch nur konsequent, dass alle seit dem 14.06.2026 neu ausgestellten BahnCard 100-Karten als Aztec-Code im DB Navigator zu finden sind. Die entsprechende Umstellung hat es für BahnCard 50 und BahnCard 25 ja bereits 2024 vergeben.
Die DB argumentiert mit Umweltschutzaspekten und weist darauf hin, dass damit in Zukunft dann auch die Nutzung des sog. „Komfort Check-In“ im Zug möglich sei, man also außer in Ausnahmefällen, ohne Ticketkontrolle in Fernzügen reisen kann.
Wie nicht anders zu erwarten, hat diese Umstellung zu heftigen Diskussionen in den Kreisen geführt, in denen schon der Wechsel vom Dampfantrieb zu Diesel bzw. elektrischer Traktion kritisch gesehen wurde. Dort, wo man sich über „Wischtelefone“ unterhält, deren Akkus lediglich den Zustand „knapp oberhalb 1%“ kennen und wo selbst die Urlaubsreise in Südsee-Regionen selbstverständlich mit frisch gebügelten Banknoten beglichen wird.
Wer die digitale BahnCard 100 nicht möchte, kann sich von der DB ein Ersatzdokument ausstellen lassen, welches man dann fein säuberlich zusammen mit den Eintrittskarten für das Schlagerkonzert laminieren kann. Dabei gilt es zu beachten, dass hier ein „entweder/oder“ gilt, man also dieses Ersatzdokument nicht für den Fall erhält, wo wirklich mal das Smartphone den Geist aufgibt.
Momentan schwanke ich in der Beurteilung noch. Einerseits bin ich so digital unterwegs, dass ich seit Verfügbarkeit von Apple Pay eigentlich keine Kreditkarte mehr in Plastikform genutzt habe und ich mir den Tag sehnlichst herbeiwünsche, an dem auch Personalausweis und Führerschein ihren Weg in die Wallet finden. Andererseits mag ich es aber auch, wenn man als treuer Kunde entsprechende Aufmerksamkeit erfährt. Angesichts von 40.000 Karten wäre der DB sicherlich kein Zacken aus der Krone gefallen, wenn sie zusätzlich eine hochwertig gestaltete Plastikkarte verschicken würde.
Abschließend noch ein paar Worte zum Bestellprozess. Der ist wirklich sehr einfach. Gewünschte BahnCard bspw. im DB Navigator aussuchen, Namen, Geburtsdatum und gewünschten Gültigkeitsbeginn (sofort oder bis zu 180 Tage später) eintragen, Zahlungsmittel auswählen, fertig. In meinem Fall habe ich mit einer Kreditkarte via Apple Pay bezahlt. In wenigen Sekunden haben so rund 8.000€ ihren Besitzer gewechselt. Schöne neue Welt.
Jetzt heißt es für mich, ein weiteres Jahr das „Leben in vollen Zügen“ zu geniessen.


„durch den maßgeblich von CDU und SPD-Politikern befeuerten Niedergang der Deutschen Bahn selbst.“
Auch wenn hier bei CDU vielleicht die bayrische Schwesterpartei mitgemeint ist: Den Niedergang der deutschen Infrastruktur (inkl. der Bahn) haben wir m.E. im Wesentlichen auch drei Verkehrsministern der CSU zu verdanken. Leider eins der traurigsten Kapitel der jüngeren deutschen Politik-Geschichte. (Und nein, der braun/blaue Abstieg für Deutschland ist keine Alternative, die das verbessern wird)
Zum eigentlichen Thema: Ich habe auch alle meine Karten in der Wallet. Dennoch habe ich auch immer noch ein paar Karten im Portemonnaie. Leider gibt es noch viele Hotels, die für die Belastung für eventuelle Nebenkosten keine Apple Pay verarbeiten können und auf einer physischen Karte bestehen. Die Deutsche Bahn scheint hier sehr konsequent zu sein, wenn sie auf ein entweder/oder besteht. Ich bräuchte keine schicke oder spezielle physische Karte, doch eine ganz normale physische Karte als backup fände ich eigentlich ganz angemessen. Hier wird m.E. an der falschen Stelle gespart.
Die drei CSU-Minderleister waren so die Sahnehaube. Hauptursache war aber eher in Kanzleramt und Finanzministerium zu finden, da man es für eine gute Idee hielt, das Land komplett auf Verschleiß zu fahren.
Eine physische Karte habe ich immer als Backup dabei, aber seit Jahren nur 1-2 Male verwendet und zwar im Zug, als gerade kein Netz war und die Terminals den Kaffee offline mit Chip&PIN abgerechnet haben. In Hotels ist mir das seit fast zehn Jahren nicht mehr passiert.