Warum viele Kartenzahlung als langsam empfinden

Eines der beliebtesten Argumente der Kartenzahlungsgegner lautet: „Kartenzahlung ist wesentlich langsamer als Barzahlung“.

Und in der Tat ist dieses Argument auch heute noch nicht immer völlig von der Hand zu weisen. Umso wichtiger ist es einmal zu beleuchten, woran das liegen kann und was jeder einzelne Kunde tun kann, damit das nicht so bleibt.

Die Dauer des Bezahlvorgang hängt von zwei wesentlichen Faktoren ab, nämlich der eingesetzten Technik und den beteiligten Personen.

Kartenterminals und deren Anbindung an den Zahlungsdienstleister

Moderne Kartenterminals sind in der Lage Kartenzahlungen in wenigen Sekunden komplett abzuwickeln. Zwischen dem Bestätigen der PIN durch den Kunden und der Zahlungsgenehmigung vergeht im Idealfall nicht einmal eine Sekunde.

Neben einer schnellen Anbindung via DSL gibt es zusätzlich auch die Möglichkeit die Zahlung kleinerer Beträge komplett offline abzuwickeln und die Daten zeitversetzt zu übermitteln.

Neben einer direkten Prüfung der PIN gegen die Karte (Offline-PIN) kann der Kartenherausgeber einen gewissen Betrag festlegen, unterhalb dessen eine Online-Autorisierung nicht erfolgen muss. Die girocard hat darüber hinaus noch einen weiteren Speicher. Dort kann eine wöchentliche Gesamtsumme festgelegt werden, die offline abgerechnet werden kann. Der Zähler wird bei jeder Online-Zahlung oder Geldautomatenbesuch zurückgesetzt.

Früher war es auch nicht unüblich Terminals via ISDN oder sogar analogem Modem anzubinden. Neben der benötigten Zeit für den Aufbau der Verbindung, sorgen auch immer wieder kleine Alltagsfallen für Verzögerung. Das typische Beispiel ist das kleine Hotel, dessen wenige Amtsleitungen durch Gäste und das Fax der Rezeption belegt werden. Da kann es dann schon einmal eine Minute oder länger dauern bis ein Bezahlvorgang endlich abgeschlossen werden kann.

Gerade in der Gastronomie kommen heutzutage gerne Terminals mit WLAN-Anbindung oder GPRS-Mobilfunkkarte zum Einsatz. Bei beiden Technologien ist es natürlich wichtig, dass auch am hintersten Tisch oder Draußen auf der Terrasse ein Signal in ausreichender Stärke vorhanden ist. Dennoch  achtet hierauf kaum einer. Irgendwann werden die Gäste halt wieder entnervt zum Tresen gebeten, um ihren Deckel zu begleichen. Auch dadurch verliert man Zeit.

Fehlende oder schlechte Kassenanbindung der Terminals

Im Supermarkt oder bei McDonald’s ist es längst Standard, dass der zu zahlende Betrag von der Kasse an das Kartenzahlungsterminal übermittelt wird. Der Kunde muss dann idealerweise lediglich seine Karte vor das Terminal halten oder die Karte einstecken und mit der PIN die Zahlung freigeben.

An dieser Stelle lauern gleich mehrere Zeitdiebe:

  • Elektronisches Lastschriftverfahren (ELV) und ältere Kreditkarten erzeugen einen Beleg, den der Kunde unterschreiben muss. Da ein Kugelschreiber nur in den seltensten Fällen auf Thermopapier sofort funktioniert und auch die Unterschrift kontrolliert werden möchte, kann man diese Verfahren getrost als „Kartenzahlung zum Abgewöhnen“ bezeichnen.
  • Karten mit mehreren unterstützten Bezahlverfahren können Terminal und Kunde vor eine ziemliche Herausforderung stellen. Als Beispiel sei die Tankstellenkette ARAL genannt. Nach Einstecken der girocard in das Terminal von ICP wird erst einmal von lautem Klacken des Auswurfmechanismus begleitet, geprüft ob ARAL dem Kunden das Lastschriftverfahren „anbieten“ möchte oder doch eine durch PIN gesicherte Zahlung im girocard-Netzwerk erfolgen soll.
  • Eine fehlende Kassenanbindung sorgt dafür, dass die Kassenkraft das Terminal zunächst zu sich zieht, den Zahlbetrag eintippt und dann ggf. den Kunden noch um seine Karte bittet. Nach erfolgter PIN-Eingabe nimmt die Kassenkraft vielfach das Terminal wieder zu sich und kontrolliert Displayausgabe und den Händlerbeleg ob auch „Zahlung erfolgt“ vermerkt seht. Ggf. wird der Beleg dann wieder dem Kunden gereicht, um eine Unterschrift zu Leisten.
  • Eine schlecht programmierte Kassenanbindung, wie man sie bspw. bei Rossmann antrifft, sorgt für endlose Wartezeit zwischen der erfolgten Genehmigung der Zahlung und dem Ausdruck des Kassenbons. Auch Lidl hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Mal erwartete die Kasse bei bestimmten Bezahlarten eine manuelle Eingabe der Kassenkraft („Unterschrift? [0]=nein [1]=ja) oder nahm sich ohne ersichtlichen Grund eine Bedenkzeit von bis zu drei Sekunden bis zum Beginn des Bondrucks. Diese Probleme tauchen auch regelmäßig nach Updates der Kassensoftware wieder auf.
  • „Anwendungsauswahl am POS“ ist ein Zwangsfeature mit dem die EU uns Kunden beglückt hat. Seit dem 9.6.2016 sollte der Kunde wählen können, ob – entsprechende Akzeptanz vorausgesetzt – er mit girocard oder dem meist auf den Karten vorhandenen internationalen Co-Badge Maestro bzw. V-Pay zahlen möchte. Händler, die die entsprechende Verordnung wortgetreu umgesetzt haben, bieten dem Kunden nach Stecken der Karte erst einmal einen Auswahldialog, dessen Sinn weder der Kunde noch die meisten Kassenmitarbeiter verstehen. Beispiele sind Esso und die Restaurantkette Marché.

Faktor Mensch

Während die technischen Herausforderungen in der Regel durch aktuelle Terminals und eine gute Betreuung der Händler durch ihre Zahlungsdienstleister und Softwareentwickler verhältnismäßig leicht in den Griff zu bekommen sind, entsteht die meiste Wartezeit durch den Faktor Mensch.

Nehmen wir als Beispiel eine klassische Situation in einem Restaurant. Der Gast bittet um die Rechnung und die Servicekraft entschwindet sofort in Richtung Tresen, um dann mit Kassenbon und Portemonnaie zu den Gästen zurückzueilen. In diesem Fall hätte der Gast natürlich direkt „Mit Karte bitte“ sagen können. Die Servicekraft hätte aber auch aktiv fragen oder das mobile Terminal ungefragt mit an den Tisch bringen können.

Auch im Supermarkt sieht es selten besser aus. Selbst wenn der Kunde seine Karte bereits in der Hand hält, wird häufig erst der Betrag genannt und vom Kunden erwartet, dass er „Mit Karte bitte“ sagt. Wiederum vergehen endlose Sekunden.

Ein Extrembeispiel habe ich heute morgen an der Kasse bei ALDI erlebt. Eine Kundin hatte knapp 20€ zu bezahlen. Nach dem Einpacken der Ware in ihre mitgebrachte Tasche holte sie ihr Portemonnaie hervor, öffnete zuerst das Münzfach, dann das Banknotenfach, worauf sie feststellte, dass ihr Bargeldvorrat nicht ausreichte. Daraufhin bat sie um Kartenzahlung, schloss die beiden Fächer, öffnete ein weiteres Fach, kramte ihre girocard hervor, die sich in einer Schutzhülle befand. Karte gesteckt, PIN eingegeben, Karte wieder in die Schutzhülle und anschließend ins Portemonnaie bugsiert. Dieses geschlossen und in der Handtasche verstaut. Insgesamt hat der Vorgang fast eine Minute benötigt. Erst danach konnte der nächste Kunde (ich) abkassiert werden.

Der Herr hinter mir war schon sichtlich genervt, als er meine Karte sah. Während der Kassierer meine drei Teile scannte, bat ich direkt um Kartenzahlung, habe sofort die kontaktlose Karte ans Terminal gehalten und keine zwei Sekunden später war der Bon gedruckt.

Fazit

Neben den technischen Faktoren, die sich durch die weitere Verbreitung der kontaktlosen Zahlverfahren mit der Zeit relativieren, ist der größte Bremsklotz am POS immer noch der Mensch.

Im Interesse aller nachfolgenden Kunden und um mit dem Vorurteil der langsamen Kartenzahlung aufzuräumen bitte:

  • Rechtzeitig und klar verständlich den Wunsch mit Karte zu zahlen äußern
  • Die Karte bereit halten oder das Smartphone für die Zahlung vorbereiten
  • Gerade in hochfrequentierten Geschäften auf kontaktlose Zahlverfahren oder Karten mit PIN-Eingabe setzen

In diesem Sinne: Viel Spaß bei Eurem Training am POS 😉

Stuttgart: Mein erstes Barcamp

Ich habe in der Vergangenheit viele Konferenzen besucht. Meist waren dies Treffen von Anwendern einer bestimmten Software wie bspw. die DNUG Jahreskonferenzen oder auch Kundentage von IT-Unternehmen. Teilweise habe ich diese auch mit ausgerichtet oder war Sprecher zu dem einen oder anderen Thema.

Eines hatten alle Konferenzen bislang gemeinsam: Der größte Teil des Programms bestand aus Powerpoint-Vorträgen, garniert mit ein paar Live-Klicks, die einem zumeist passiven Teilnehmerkreis präsentiert wurden. Höhepunkt der Interaktion war zumeist die „Ask the IBM“-Session, die man eher „Schlag‘ die IBM“ nennen sollte.

Am Ende einer Session blieb es immer verdächtig ruhig. Außer den beiden üblichen Fragestellern in jeder Runde: Null Feedback. Freundliches Klatschen. Das wars. Das eigentliche Feedback bekam nur, wer sich zu den Leuten an den Kaffeetisch gesellte. Da wurden sich die Münder fusselig geredet.

Frontalunterricht wie zu Kaiser´s Zeiten

In den letzten Jahren reifte in mir eine immer stärker werdende Ablehnung gegen solche Veranstaltungsformen. Im Netz habe ich schon häufiger von den sogenannten Barcamps (auch Un-Konferenzen) gelesen. Dennoch hatte ich eine nur vage Vorstellung, was auf einem solchen Camp tatsächlich passiert.

Angefixt vom Blogger-Kollegen @tmmd habe ich mich dieses Jahr zum Barcamp Stuttgart angemeldet. Dieses Barcamp ist ein Themen offenes Barcamp. Im Gegensatz zu Treffen von Foodbloggern, Typo3-Cracks und Personalentwicklern, darf man sich hier nicht wundern, wenn neben Empfehlungsmarketing, SEO und Website-Tuning auch Spiele-Sessions, Erfahrungsberichte über Depressionen und BDSM auf dem Sessionplan auftauchen.

Die Konferenz bist Du!

Die Agenda des jeweiligen Barcamp-Tages wird am Morgen erst aufgestellt. Jeder, der eine Session anbieten möchte, stellt diese in wenigen Sätzen vor und fragt, wer sich dafür interessiert. Abhängig von der Anzahl der Interessenten und evtl. benötigter Technik wird dieser Session ein Zeitpunkt und ein Raum zugewiesen.

Ich wollte zuvor nicht glauben, dass sich auf der Basis bis zu 13 parallele Sessions auf die Beine stellen lassen. Ich wurde eines Besseren belehrt.

Rein ins kalte Wasser

Von Barcamp-Neulingen wird erwartet, dass auch sie sich mit einer Session einbringen. Damit verhindert man auch, dass die Hemmungen selbst aktiv zu werden, mit jeder tollen Session an der man teilgenommen hat, noch steigen.

Zu den jüngsten Sessiongebern gehörte ein Junge (ca. 10 Jahre) der eine Einführung in eine Programmiersprache gehalten hat.

Meine erste Sessions hießen „Hilfe, wir haben Lotus Notes!“ und „Cashless in Deutschland“. Zwei Themen, für die ich mich begeistere und wo es zu einem lebhaften und interessanten Austausch kam. Sowas wünsche ich mir eigentlich auch von der DNUG.

Fazit

Abgesehen davon, dass ich mir den Termin für 2018 (15./16.9.2018) in meinem Kalender blocke, werde ich mir überlegen, wir man mit Elementen dieses Veranstaltungskonzepts auch eigenen Events mehr Leben einhauchen kann.

Ich kann jedem nur empfehlen, mal an einem Barcamp teilzunehmen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Revolut – Der Joker auf Reisen

Nach dem das Ende der Payback Maestro Karte im Juni 2016 besiegelt wurde, stellte sich mir wieder die Frage: Wie gehst Du mit Fremdwährungsumsätzen um. Für meine Polen-Reisen hatte ich bis vor Kurzem noch ein Konto bei der Alior Bank. Aber schon bei meinem Aufenthalt in der Schweiz im Januar, hieß es wieder: 1% Aufschlag.

Klar hätte ich mir ein Konto bei N26 oder Fidor holen können. Aber der Deutsche trennt sich bekanntermaßen eher von seiner Ehefrau als von seiner Bank.

Eine inzwischen nicht mehr ganz so neue Lösung bietet das britische Fintech Revolut  mit einer Prepaid-Mastercard (NFC-fähig) und einer dazugehörigen Smartphone-App.

Was macht die Revolut-Karte

Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Karte, mit der man ohne Aufschlag in aktuell 120 verschiedenen Währungen bezahlen kann und 25 Währungen halten kann.

Zwischen den Währungen kann man einfach in der App Gelder transferieren. An Werktagen ist der Kursaufschlag nur minimal und immer günstiger als bei den deutschen Geschäftsbanken. Am Wochenende wird der sog. Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis für eine Währung immer etwas höher. Wer also verreist, sollte immer darauf achten, genügend Reserven in der jeweiligen Währung vorzuhalten.

Bei Bezahlung wird zunächst das Guthaben in der jeweiligen Währung belastet. Reicht dieses nicht aus, so wird auf die anderen Währungen zurückgegriffen und die Beträge entsprechend umgerechnet.

Schön finde ich, dass man in der App auf vielfache Weise Sicherheitseinstellungen für die Karte beeinflussen kann. Von einer temporären Komplettsperre, der Änderung der PIN bis hin zur Sperrung von Umsätzen mit Magnetstreifen, NFC-Zahlungen un Geldautomatennutzung. Spannend finde ich die Möglichkeit Kartenumsätze nur zu genehmigen, wenn sich das Handy des Karteninhabers in Nähe des Bezahlterminals aufhält. Hierzu kommuniziert die App den Standort des Nutzers.

Leider unterstützt die Karte aktuell kein Mastercard SecureCode. Durch die Möglichkeit, Fernabsatz-Zahlungen in der App zu sperren, ist dies aber durchaus akzeptabel.

P2P-Überweisungen

Ähnlich, wie man es bereits von PayPal kennt, kann man per Revolut Geld an Freunde und Familie transferieren. Dabei scannt die App zuerst, wer von den Kontakten im Adressbuch auch Revolut-Nutzer ist. Geldversenden funktioniert aber auch sehr einfach an Nicht-Revolut-Nutzer. Für diese wird ein Link generiert, der sich per E-Mail oder SMS verschicken lässt. Der Empfänger klickt den Link an und gibt einfach seine Bankdaten ein oder kann sich an Ort und Stelle dafür entscheiden, Revolut-Nutzer zu werden.

Im Gegensatz zu KWITT der Sparkassen, funktioniert dies auch einwandfrei mit Konten im Ausland. Genau das Richtige für den „international Lifestyle“ den das Fintech propagiert.

Eine neue Funktion in der App unterstützt auch das Aufteilen von Rechnungen („Split bill“).

Geld aufladen

Geld lässt sich ganz einfach per SEPA-Überweisung auf das Revolut-Konto übertragen. Das dauert in der Regel unter zwei Tage. Für Zahlungen in EUR und GBP erhält der Benutzer eine eigene IBAN (GB-Konto). Wer Zahlungen in anderen Währungen entgegennehmen möchte, der kann sich für jede Währung getrennt Bankdaten in der App anzeigen lassen. Dabei handelt es sich dann aber um Sammelkonten und es ist wichtig, dass der Absender den in der App angezeigten Betreff auch wirklich in die Überweisung hineinschreibt.

Eine weitere Möglichkeit zum „Top-up“ ist der Einsatz von Debit- oder Kreditkarten. Mit der Android-App lassen sich NFC-fähige Karten direkt auslesen. Ansonsten kann man eine Karte auf per Fotoscan in die App übernahmen.

Erkennt das System die verwendete Karte als Debit-Karte (auf Basis der verwendeten BIN-Datenbank), so ist das Aufladen kostenlos. Bei Kreditkarten fallen 1% Gebühren an.

Meine Sparkassen-VISA wird jedenfalls als Debitkarte erkannt!

Die App unter iOS bietet auch die Möglichkeit, per Apple Pay sein Revolut-Konto aufzuladen. Zumindest mit der virtuellen Mastercard von boon ist dies jedoch nicht möglich.

UK-Konto ohne Adressnachweis

Da der Benutzer mit Revolut eine GB-IBAN erhält und mit dem Konto auch Überweisungen empfangen und senden kann, eignet es sich ideal für diejenigen die für eine kurze Zeit in UK leben und arbeiten wollen. Revolut bezeichnet sein Produkt auch als „vollwertiges UK-Konto“.

Normalerweise kann der Prozess mit „Proof of identity“ oder „Proof of Address“ ziemlich nervenaufreibend sein.

Der Registrierungsprozess

Die Registrierung für Revolut ist denkbar einfach: App herunterladen, starten und seinen Ausweis von beiden Seiten abfotografieren. Dazu verlangt die App noch ein Selfie und das war´s. Bei mir hat es keine Stunde gedauert, bis das Konto eröffnet wurde.

Die Kosten

In der Basisversion ist das Konto komplett kostenlos. Die Revolut-Karte kostet einmalig 6€ und ist drei Jahre gültig. Im Preis inbegriffen sind ATM-Verfügungen bis zum Gegenwert von 200€ pro Monat.

Der Versand einer Ersatzkarte kostet aktuell 8€.

Seit Kurzem wird auch eine Premium-Variante angeboten. Das monatliche ATM-Limit verdoppelt sich auf 400€ pro Monat und die Karte sieht etwas edler aus. Eine weltweit gültige Reisekrankenversicherung ist ebenfalls inkludiert wie weitere Limiterhöhungen beim Währungstausch und verbessertem Customer-Support. Ob einem das die 7€ pro Monat Wert sind, muss jeder selbst entscheiden. Klar ist aber auch, dass kein Startup auf Dauer rein von kostenlosen Services leben kann. Irgendwann muss irgendwie eine Monetarisierung stattfinden.

Fazit

Für Kunden von Filialbanken eine ideale Ergänzung des eigenen Kartenbestands aufgrund der nicht vorhandenen Fremdwährungsgebühren.

Das Produkt eignet sich wegen der geringen Kosten auch besonders für die Bankkunden, die nur mal gelegentlich etwas mit Mastercard bezahlen wollen/müssen und ansonsten im Alltag mit ihrer girocard auskommen. Mit effektiv 2€ pro Jahr Gebühren und kostenlosem Aufladen/Einsatz der Karte schlägt Revolut fast jedes Prepaid-Produkt. Die Möglichkeit, die Karte per App komplett zu sperren und in die Schublade zu legen ist für den Anwendungsfall genial.

Wer sich viel im Ausland aufhält und gelegentlich auch schon einmal Zahlungen in Fremdwährung entgegennehmen muss/möchte, der wird mit dem Produkt seine Freude haben.

Anfang Oktober erfahrt ihr dann, wie sich die Karte bei ihrem ersten Einsatz in Polen bewährt hat.

 

Die eigenen Finanzen im Blick, Dank Kartenzahlung

Ich wurde vor einigen Tagen von einem ehemaligen Auszubildenden gefragt, wie ich denn so den Überblick behalte, wo ich doch fast ausschließlich bargeldlos bezahle. De facto wird in Diskussionen rund um Bargeld vs. Karte immer wieder das Argument angebracht, dass man mit Kartenzahlung weniger Überblick über Ein- und Ausgaben habe.

Zusätzliche Nahrung bekommt dieses Argument dadurch, dass Akquirer auch im Jahr 2017 damit werben, dass Kunden durchschnittlich mehr ausgeben, wenn sie die Möglichkeit zur Kartenzahlung haben.

Da dieses Thema sehr spannend ist und es eine Menge Smartphone-Apps und Computer-Programme gibt, die den Benutzer hierbei unterstützen, möchte ich in diesem, ersten Beitrag erst einmal über die Grundvoraussetzungen und meine Herangehensweise schreiben.

Die Zettelwirtschaft

Viele Barzahler behaupten ja, dass der Blick ins Portemonnaie die ultimative Transparenz darstelle. Dabei vergessen Sie, dass sie dort lediglich den aktuellen Bestand eines weiteren Kontos sehen. Für den wirklichen Überblick müssten sie eigentlich parallel den Kontostand ihres Girokontos und den aktuellen Füllstand der Spardose sehen, in der jeden Abend die kleineren Münzen entsorgt werden.

Neben jeder Menge Bargeld tragen viele Menschen auch stapelweise Kassenzettel mit sich herum. Diese werden in aller Regel nie wieder angeschaut und bilden auch selten den kompletten Mittelabfluss ab. Wer fragt schon am Kiosk oder in der Kneipe nach einem Kassenzettel.

Mit Kartenzahlung hat man im Idealfall nur eine einzige App, die man im Blick haben sollte. Dass das nicht immer 100% so der Fall ist, dazu später.

Wichtig: Die Wahl des richtigen Kontos

Bei der Wahl der Bank ist, neben den Konditionen, auch entscheidend wie zeitnah Buchungen erfolgen. Gerade wer viele kleine Beträge mit Karte begleichen möchte, wird bei einer Bank, die erst nach rund drei Tagen Umsätze in der App oder im Online Banking darstellt, nicht glücklich werden. Gleiches gilt für die Kreditkarte: Eine monatliche Abrechnung auf Papier passt weder in unsere Zeit, noch zu uns Kunden die die Karten wirklich einsetzen. Im Zweifelsfalle hilft hier nur Fragen bei der Bank, oder bei Freunden die dort ein Konto haben.

Banken wie N26 und Fidor setzen dies sehr gut mit Push-Mitteilungen um. Allerdings haben beide keine girocard im Portfolio. Ich selbst bin Kunde einer Sparkasse. Sicherlich keine billige Option, dafür werden meine girocard-Umsätze zumindest als Vormerkungen in Echtzeit dargestellt. Buchungen mit der MasterCard leider erst rund 1,5 Tage später. Da hoffe ich noch auf Besserung in naher Zukunft.

Natürlich sollte das gewählte Kontomodell auch stets alle beleglosen Buchungen in der Monatsgebühr inkludiert haben. Weiterhin gibt es immer noch kostenlose Girokonten bspw. von der DKB oder ING-DiBa.

Kontaktloses Bezahlen

Gerade wer plant, auch kleinere Einkäufe mit Karte zu bezahlen, wird um eine Karte mit NFC nicht herumkommen. Aktuell gibt es da aber die abstruse Situation, dass die Akzeptanz von Maestro, Mastercard und VISA kontaktlos wesentlich verbreiteter ist.

Die DKB gibt aktuell gar keine kontaktlose girocard heraus und die TARGOBANK will sich diesen Service noch mit einer Extragebühr bezahlen lassen. ING-DiBa hat gerade angefangen, NFC-girocards an die Kunden zu verteilen. Dafür bieten aber alle drei Banken ihre VISA-Karten mit der Kontaktlosfunktion an.

Konsolidierung von Konten und Umsätzen

Gerade wer viel mit Payment-Apps experimentiert, kennt das Problem. Fast jedes System basiert auf dem Prepaid-Prinzip. Schnell kommt man an den Punkt, wo auf fünf Konten jeweils Beträge zwischen zehn und 150€ liegen. Keine so gute Idee.

Gleiches gilt für Leute, die aus welchen Gründen auch immer, mehrere Konten bei verschiedenen Banken unterhalten. Kann man machen, man sollte aber dann unbedingt darauf achten, dass man eine Smartphone-App findet, die alle Konten darstellen und die Salden summieren kann.

Ich habe in letzter Zeit hier sehr stark aufgeräumt und fast alles herausgeworfen, was auf dem Prepaid-System basiert.

Bei Kreditkarten mit monatlicher Abrechnung sollte man darauf achten, dass diese möglichst von dem Konto abgebucht werden, wo sich in der Regel ein entsprechendes Guthaben befindet und man nicht noch daran denken muss, Geld von A nach B zu überweisen. Neben unnötigen Sollzinsen besteht immer noch die Gefahr der Rücklastschrift und das ist bei Kreditkartenabrechnungen besonders ärgerlich, da dies gerne zur Kündigung oder zumindest zur Reduktion des Monatslimit führen kann.

Vorbereitungen abgeschlossen. Und nun…?

Grundsätzlich sollte man sich beim Shoppen mit der Karte natürlich auch immer die Frage stellen: „Brauch ich das wirklich?“. Beantwortet man sich diese Frage mit „Ja“, so wird die Karte gezückt.

Bei Debitkarten (egal ob girocard oder MasterCard / VISA) wird in der Regel sofort das verbundene Konto belastet. Der Umsatz sollte somit auch binnen Sekunden in Eurer App sichtbar sein.

Die Kartenzahlungsbelege aus diesen Umsätzen kann man mit den Kaufrechnungen (bei Ware mit Gewährleistung/Umtauschrecht) direkt irgendwo dauerhaft deponieren. In der Regel wird man die nie wieder benötigen. Ob man die nun sauber abheftet oder im Schuhkarton horten mag, darüber möchte ich nicht richten. Das muss jeder selber wissen.

Händler, die Zahlungen mit der girocard über das elektronische Lastschriftverfahren abwickeln, gibt es leider immer noch. Eigentlich sollte man in solchen Geschäften nach Möglichkeit ausschließlich mit Mastercard oder VISA bezahlen, das ist aber leider nicht überall möglich.

Genauso gibt es Orte, an denen Kreditkarten komplett offline abgewickelt werden und teilweise erst Wochen später die Belastung des Kontos erfolgt.

Die Zahlungsbelege zu diesen Zahlungen sollte man separat aufbewahren und frühestens dann vernichten, wann die Buchung erfolgt ist. Handelt es sich dabei nicht um 3,50€ für das Parkhaus, so sollte man die Summe im Hinterkopf und natürlich auch immer das entsprechende Guthaben auf dem Belastungskonto haben.

Regelmäßig Kontobewegungen checken

Gerade, wenn man sehr viel mit Karte bezahlt, ist es wichtig regelmäßig das Konto zu checken. Wer erinnert sich schon noch daran, ob man wirklich vor 21 Tagen einen Kaffee bei Starbucks getrunken hat. Viele Banken bieten über Pushmitteilungen auch die Möglichkeit, sich stets über Kontobewegungen auf dem Laufenden zu halten. Das sollte man nutzen.

Verschiedene Karten für verschiedene Zwecke

Einige empfehlen, für verschiedene Zwecke unterschiedliche Karten einzusetzen. Bspw. also eine Karte für die täglichen Ausgaben (in der Regel dann die girocard) und eine Karte eher für Anschaffungen, eigene Reisen oder Auslagen für die Firma auf Dienstreisen etc.

Das kann man durchaus tun. Allerdings hat sich das bei mir in der Praxis nicht bewährt. Das liegt zum Einen daran, dass nicht überall jeder Kartentyp akzeptiert wird. Binnen kürzester Zeit hat man dann den Coffee-To-Go oder die Sanifair-Buchung auf der Kreditkarte für Anschaffungen, während das Geschäftsessen mangels Akzeptanz des Gastronomen mit der girocard beglichen werden musste. Zum Anderen will man ja auch nicht immer alle Karten mit sich herumschleppen.

Ich habe das daher weitestgehend aufgegeben und beschränke mich darauf, für Umsätze in Fremdwährung eine Revolut-Karte zu verwenden, um Gebühren zu sparen.

Elektronische Haushaltsbücher

Einige Banken bieten im Rahmen ihrer Banking-Apps oder des Online-Bankings Tools zum Auswerten der Umsätze an. Weiterhin gibt es, wie Eingangs erwähnt, eine Vielzahl von Drittanbietern.

Im einfachsten Fall sind diese Helfer relativ blöd und erwarten vom Benutzer die manuelle Kategorisierung der einzelnen Umsätze. Einige lernen aus den Zuweisungen oder erkennen anhand der Zahlungsempfänger selbst einen Teil der Buchungen.

Vielfach nützt einem das automatisch erkannte Tag (bspw.) „Versicherung“ aber relativ wenig, da es sich dabei sowohl um die Hausrat- oder die Autoversicherung handeln kann. Wer also alle Autokosten auswerten möchte, darf hier gerne noch mal Hand anlegen.

Die meisten solcher Systeme bieten weiterhin noch die Möglichkeit, für Barzahlungen manuell zu erfassende Konten und Kontobewegungen zu führen. Gerade in der Übergangszeit in der man vielleicht erst damit anfängt, mehr mit Karte zu zahlen, sollte man auch die Barzahlungen mit einem solchen System notieren.

Ich werde beizeiten mal das eine oder andere Produkt testen und hier an dieser Stelle vorstellen.

Fazit

Man braucht eigentlich nur ein passendes Konto und die dazugehörigen Karten, ein wenig Vorbereitung und zum Schluss ein ganz klein wenig Disziplin beim Umgang mit den Belegen, um mit Kartenzahlung den Überblick zu behalten.

Im Idealfall reicht ein Blick in eine einzige App.