Bargeldlos in Berlin

Nach den Berichten aus Wrocław, Brüssel und Den Haag ist jetzt mal eine deutsche Touristenmetropole an der Reihe. Da ich fünf Jahre in Berlin gelebt habe, glaube ich zu wissen, wo man ohne Bargeld willkommen ist und wo nicht. Von daher ist der Bericht natürlich etwas anders zu werten als die Vorgänger.

Die Anreise

Wie meistens, bin ich mit der Bahn unterwegs. Die Reise beginnt mit Bus und Stadtbahn der KVB. Das Ticket (+City) ist im Preis der Zugfahrkarte enthalten. Diese war ein wirkliches Schnäppchen. Für 43,50€ (Preis mit BahnCard 25) reise ich hin mit dem ICE und zurück mit dem IC in der 1. Klasse. Die beiden Sitzplatzreservierungen sind ebenso enthalten, wie die City-Optionen für Berlin und Köln. Das Ticket habe ich online gekauft und als Passbook-Ticket in der Apple Wallet abgelegt.

Am Kölner Hauptbahnhof angekommen, führte der Weg zunächst zum McDonalds. Da die Easy-Order-Terminals um die Uhrzeit nicht aktiv waren, habe ich an der Kasse bestellt. Für 2,99€ gab es einen Kaffee und einen McMuffin Sausage TS. Meiner Meinung nach eines der besten Produkte von McDonalds, das es leider nur zu Frühstückszeiten gibt. Den Betrag habe ich mit Apple Pay (Boon Debit MasterCard) beglichen. Das löst inzwischen keinerlei Erstaunen mehr in dieser Filiale aus.

Noch interessant zu wissen: Die Firma Selecta hat vor wenigen Tagen an vielen Stellen im Bahnhof neue Verkaufsautomaten aufgestellt. Diese akzeptieren kontaktlose Kartenzahlung.

Im Zug

Wie hinlänglich bekannt, lesen die Mitarbeiter an Bord mit ihrer Kasse den Magnetstreifen aus. Eine Zahlung ist nur mit Kreditkarten möglich. Meinen Kaffee Creme (3,20€) durfte ich heute allerdings dennoch bar bezahlen. Wie so häufig, gab es mit der Bordgastronomie Probleme. Heute wurde kein Essen angeliefert und die Kasse streikte obendrein.

Der öffentliche Nahverkehr in Berlin

Der öffentliche Nahverkehr innerhalb Berlins wird zum größten Teil von der BVG und der DB-Tochter S-Bahn Berlin erbracht. Beide Betreiber akzeptieren an ihren Automaten für Verbundtickets GeldKarte, girocard und Maestro. Hier fängt der Ärger eigentlich schon an: Touristen aus Ländern ohne Maestro-Ausgabe dürfen zum Bargeld greifen oder aber am Schalter mit Kreditkarte eine Fahrkarte kaufen.

Bei der BVG geht der Ärger weiter: Die gelben Automaten in den U-Bahnhöfen und an einigen Tramhaltestellen sind leider ziemlich veraltet und langsam. So dauert selbst eine komplett offline durchgeführte Zahlung mit der GeldKarte eine gefühlte Ewigkeit.

In Bussen und Straßenbahnen herrscht dazu Bargeldzwang. Die Automaten in den Trams nehmen nur Münzen an und die Busfahrer führen auch nur eine übersichtliche Menge Wechselgeld mit.

Die Situation wird wohl auch noch eine Weile andauern. Ein laufendes Projekt wurde wegen der Insolvenz des Automatenherstellers gestoppt. Eine erneute Ausschreibung benötigt aber Zeit, da die technischen Vorgaben an die Gegenwart angepasst werden müssen. Hier bleibt zu hoffen, dass die neuen Geräte dann NFC-Leser bekommen.

Glücklicherweise gibt es in Berlin eine ganze Reihe von Optionen, um per Handy Tickets für den ÖPNV zu kaufen. Neben der BVG-App, dem BVG-Webshop und (neu) dem DB-Navigator, sind die meisten VBB-Tickets auch über die App von HandyTicket Deutschland beziehbar. Der Vorteil hier: Man muss sich nicht bei 30 verschiedenen Verkehrsbetrieben registrieren und  jeweils dort Zahlungsdaten hinterlegen. Auch in unterschiedlichen Regionen gelöste Tickets erscheinen in der Abrechnung zusammen. Den Vertrieb von VBB-Tickets übernimmt interessanterweise die kleine Oberhavel Verkehrsgesellschaft.

Ich habe mich für ein Tagesticket der Preisstufe AB zu 7,00€ entschieden. Die Bezahlung in der App funktioniert mit der dort hinterlegten MasterCard. (monatliche Abrechnung).

Bei aller Kritik an der BVG was das Thema Automaten und Payment angeht: Für 7€ bekommt man eine ganze Menge an Leistung geboten. Dichter Takt bis spät in die Nacht auch am Wochenende, durchgehender Nachtverkehr an sieben Tagen und ein Tarifgebiet das von Staaken im Westen bis Köpenick im Osten reicht. Für nur 60 Cent mehr, erweitert sich dieses noch um den Tarifbereich Berlin C, zu dem neben Potsdam bspw. auch Strausberg, Woltersdorf und Schöneiche gehören. Da kann man nicht meckern.

Mittagessen im Rizz (Kreuzberg)

Die erste Fahrt mit der BVG führte nach Kreuzberg in den Graefekiez ins Café Rizz. Dort war ich mit @MaxFassbrause zum Essen verabredet. Als nicht ganz echter Kölner gab es ein paar Gaffel Kölsch zum Frühstück, gefolgt von einem hervorragenden Hirschgulasch. Weil das kalorientechnisch noch nicht genug war, hat uns die Wirtin Birgit noch mit der hauseigenen Rizz-Torte vollends den Rest gegeben 😉

Das war mein zweiter Besuch dort. Das Rizz ist eine Empfehlung von @tmmd, mit dem ich beim ersten Mal im August dort war. Insbesondere für Fussballfans ist das Rizz ein Eldorado. Auf zwei Leinwänden kann man die Spitzenspiele der nationalen und europäischen Ligen verfolgen. Dank Birgits Social-Media-Aktivitäten auf Twitter (@caferizz) und Facebook steuern viele Fans auch von außerhalb gezielt die Grimmstraße an.

Wo viele Menschen aus dem In- und Ausland zusammenkommen sollte man meinen, dass Kartenzahlung eine Selbstverständlichkeit ist. Tatsächlich ist das Rizz aber einer der wenigen Läden in der Ecke, die überhaupt Karten annehmen (girocard, Maestro, V-Pay, MasterCard, VISA).

Logisch also, dass Torsten, Max und ich hier nicht zum letzten Mal gewesen sein werden.

Der Weg zum Hotel

Ausnahmsweise übernachte ich mal nicht in einem Haus der Accor-Gruppe, sondern im NH City Ost in Lichtenberg. Der Weg dorthin führte vom U-Bahn Kottbusser Tor über die jüngst in Verruf geratene Warschauer Str. Auf der Brücke vom Bahnhof zur Tram hätte ich mich problemlos mit allen möglichen pharmazeutischen Erzeugnissen eindecken können. Aber komischerweise hatte keiner der Herren ein Kartenlesegerät dabei, so dass der heutige Abend wohl eher mit Cocktails versüßt wird.

Das Hotel selbst liegt in einer eher ruhigen Seitenstraße von der Frankfurter Allee.

Schnelles Shopping im Ring Center

Da das Ring Center mit seinen mittlerweile drei Gebäuden nur wenige Fußminuten entfernt lag, habe ich mich für einen kleinen Shopping-Ausflug entschieden. In einer Mall, so sollte man seinen, ist bargeldlose Zahlung kein Problem. Leider nicht in einer deutschen Mall. Inklusive McDonalds akzeptieren nur die wenigsten Schnellgastronomen Karte. Ausnahmen: Nordsee (girocard) und Dunkin´ Donuts (alle Karten).

Umso erstaunter war ich, dass der Scoom-Kiosk im U-Bahnhof Frankfurter Allee inzwischen ein kontaktloses Kartenterminal auf der Theke stehen hat. Im Bahnhof Alexanderplatz wirbt Scoom sogar mit JCB und CUP-Akzeptanz. So sollte es eigentlich überall laufen.

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Zunächst habe ich noch schnell eine Jeans im Kaufhof erstanden. Gelegenheit, hier zum ersten Mal mit Payback Pay zu bezahlen und 150 Zusatzpunkte (1,50€) mitzunehmen. Aber was sag ich: Neuer Händler, neue Ux. Der Herr an der Kasse hat meinen Barcode gescannt und es passierte erst einmal nichts. Danach hat er die Taste Payback Pay an seiner Kasse betätigt und es passierte: Wieder nichts. Nur durch Zufall habe ich im Display des kontaktlosen Kartenterminals den Hinweis entdeckt: „Zahlung mit Payback Pay. Bitte Betrag mit OK bestätigen“. Nachdem ich die Taste gedrückt habe, dauerte es keine zwei Sekunden mehr und der Kassenbon wurde gedruckt.

Anschließend habe ich noch zwei drei Teile im Kaisers Supermarkt geholt und mit girogo bezahlt. Selbst am Backwarenstand gibt es ein H5000-Terminal. Zwei Amerikaner (1,98€) konnten auch hier problemlos bezahlt werden. Da das mit girogo alles so schnell ging, hatte die junge Dame am Backwarenstand dann auch direkt den Kugelschreiber zur Hand. Das mit der Unterschrift konnte ich ihr mit dem Hinweis auf kontaktlose Zahlung ausreden. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Kaisers akzeptiert natürlich auch die kontaktlose Bezahlung mit PayPass und Paywave.

Der Abend

Da man in Berlin ja nie weiß, in welcher Kneipe man versackt, habe ich mir zunächst etwas Bargeld in einer Automatenfiliale der Berliner Sparkasse am Hackeschen Markt gezogen. Um zum Automaten vorzudringen musste ich erst einmal über eine Reihe von Menschen steigen. Einige haben sich dort kurzzeitig zum Aufwärmen niedergelassen, wieder andere scheinen die Automatenhalle als Wochenendwohnsitz zu nutzen. Sie lagen auch um 2 Uhr morgens noch dort.

Ich war im QBA auf der Oranienburger Str. verabredet. Schon vor meiner Berliner Zeit (2006-2011) war ich häufig dort. Obwohl der Laden inmitten vieler 08/15 Tourischuppen liegt, ist er ein echtes Kleinod. Selbst der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg Oettinger saß schon hier und hat sein Bier unterhalb eines riesigen Che Guevara-Wandbildes getrunken.

Empfehlenswert: Der Mojito (Weltklasse). Ehrlich überrascht war ich, dass der Wirt mich nach so vielen Jahren wieder erkannt hat und mich mit Handschlag und der Frage „Bist Du ausgewandert?“ begrüßt hat 😉

Das QBA hat immer schon sämtliche Karten akzeptiert. Da es aber schon spät war und es gerade passte, habe ich den zuvor abgehobenen Betrag in Bar dort gelassen. Passt schon.

Das Nachtleben

Auf dem Weg zum QBA bin ich an einer ganzen Reihe von neuen und alten Bars und Restaurants vorbeigelaufen. Der Trend geht hier seit Jahren eindeutig weg vom urigen oder ranzigen DDR-Charme, der lange Jahre die Gegend dominierte.

Stattdessen sieht man heute fast überall den gleichen Einheitslook. Die größeren Läden haben die bekannten Akzeptanzsticker in der Türe kleben. Klar, man richtet sich vornehmlich an Touristen. Kleinere Imbisse kommen anscheinend immer noch ohne Kartenakzeptanz aus. Da wünscht man sich einfach, dass ein paar mehr englische Touristen ihre Falafel im Laden stehen lassen, weil man nur Bargeld akzeptiert. Aber für die sind wir wahrscheinlich nur die „Silly Germans“ die sich nicht an die Neuzeit gewöhnen und machen den Spuk einfach mit.

Wer unbeschwert im Berliner Nachtleben unterwegs sein möchte, der sollte eine Menge Bares dabei haben. Kneipen und Clubs wie bspw. die Kulturbrauerei, Rosies, Astra Kulturhaus etc. verschmähen fast ausnahmslos die bargeldlose Zahlung. Angesichts der gestiegenen Gewalt gerade um die Warschauer Str. herum keine tolle Sache. Aber in Deutschland wird mangels Fiskalkassenpflicht einfach immer noch zu viel Geld in der Gastronomie an der Steuer vorbei verdient.

Angesichts des wenigen Schlafs in der Nacht zuvor, habe ich darauf verzichtet weitere Feldversuche am Abend zu unternehmen 😉

Der Sonntag

Dank des „Lazy Sunday“ genannten Late-Checkouts im Hotel habe ich erst einmal ausgeschlafen und bin dann mehr oder weniger direkt zum Hauptbahnhof gefahren.

Fazit

Wie auch schon in der Einleitung erwähnt, fiel es mir dieses Mal besonders schwer, zu einer fairen Bewertung zu gelangen. In einer deutschen Stadt greifen halt sofort die bekannten Mechanismen: Kleben an der Tür Akzeptanzsticker? Steht vielleicht ein Terminal neben der Kasse? Was sagt Foursquare? Im Zweifelsfall gehe ich dann lieber zu Starbucks als in das nette schnuckelige Café an der Ecke.

Insgesamt kann man aber zusammenfassen: Zumindest mit einer girocard im Portemonnaie wird man, auch in netten kleinen Cafés in Prenzlauer Berg, weder verhungern noch verdursten, solange man sich auf Mindestumsätze einlässt. Auf den Touristenmeilen akzeptieren die Bedienrestaurants und Cocktail-Bars auch alle Karten. Wer aber meint, auf einer Kneipentour jedes einzelne Bier und den Döner zwischendurch mit seiner MasterCard zahlen zu wollen, der sollte besser in den Zug nach Warschau steigen (Drei tägliche Direktverbindungen, Fahrzeit rund fünf Stunden).

EDEKA liebt Lebensmittel. Aber was ist mit Kunden?

Was mich in Deutschland ja immer wieder nervt, sind Mindestumsätze bei Kartenzahlung. Der größte Lebensmitteleinzelhändler EDEKA gibt da leider ein sehr schlechtes Bild ab.

Die aus mehreren Regionalgesellschaften mit teils eigenen Märkten und einer Vielzahl von selbständigen Kaufleuten bestehende Gruppe hat es bis heute leider versäumt, Payment zentral zu regeln.

Damit gibt es weder bundesweit NFC-Terminals noch einheitliche Regelungen bzgl. der akzeptierten Karten und vielfach irrwitzige Mindestumsätze. Und das nicht nur irgendwo in der Provinz, sondern gerne auch an Bahnhöfen und Top-Lagen in den großen Touristenmetropolen Deutschlands.

Wer als Einzelhändler die bargeldlose Zahlung immer noch als „Gedöns“ und Kostenfaktor sieht, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Wenn dann, wie im Fall EDEKA Kirsch in Duisburg-Ruhrort der Laden auch nicht gerade ansprechend ist, dann wird er halt nicht mehr besucht. Wenige hundert Meter weiter gibt es einen recht jungen Kaufland. Neben NFC (inkl. ApplePay) bietet Kaufland ein wesentlich größeres Sortiment, eine um Lichtjahre bessere Obstauswahl und niedrigere Preise.

Schade EDEKA. Aber so wird das mit uns nichts.

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Die Zukunft der GeldKarte

Es gibt wohl kaum ein kartengestütztes Zahlungsverfahren über das hitziger diskutiert wird als die GeldKarte. De facto dürfte es Stand heute mehr Tweets und Forenbeiträge zur GeldKarte geben als Zahlungen mit ebensolcher.

Die Zusatzfunktion der girocard arbeitet nach dem Prepaid-Prinzip. Auf ihr lassen sich bis zu 200€ speichern. Die Aufladung kann inzwischen über eine Vielzahl von Wegen erfolgen: Am Geldautomaten, am POS per PIN oder Abo-Ladeauftrag oder bequem mit einem Android-Handy oder Chipkartenleser am heimischen PC.

Das System wurde speziell für die Bezahlung von Kleinbeträgen an Automaten (ÖPNV, Parken oder Snacks) entwickelt und fristet seit Jahren ein Schattendasein. Nicht, dass nicht die nötigen Akzeptanzstellen da wären. Es fehlt lediglich an der Akzeptanz der Nutzer, denen das Aufladen trotz aller Vereinfachungen zu kompliziert ist.

Jeder hat es sicherlich schon einmal erlebt, dass Leute am Zigarettenautomaten mit der girocard die Altersverifikation durchführen und dann panisch feststellen, dass sie kein Kleingeld haben. Darauf folgen dann meist panische Versuche Geld zu wechseln, die irgendwie an Christiane F. und die Kinder vom Bahnhof Zoo erinnern.

International

In den Niederlanden hat man sich von Chipknip bereits vor einiger Zeit verabschiedet. Das „Pinnen“ auch für Kleinbeträge ist bei unseren Nachbarn längst Alltag. Die Parkautomaten in den meisten Städten erlauben die Verwendung von Maestro und V-Pay per „Dip&Go“ (Stecken, ohne PIN-Eingabe).

Die Österreicher haben ihre GeldKarte „Quick“ erst noch mit einer Kontaktlos-Option versehen, um sie dann einzustellen. Am 31.07.2017 wird damit Schluss sein.

Und in Deutschland?

In Deutschland wird die GeldKarte bei fast jedem ÖPNV-Betrieb und in allen einigermaßen großen Städten an Parkautomaten akzeptiert. Hinzu kommen Schul- und Sparkassen-Kantinen, öffentliche Büchereien, Bürgerämter und viele weitere Akzeptanzstellen. Vielfach ist die GeldKarte die einzige Möglichkeit, dem Bargeldfluch zu entrinnen.

Die Sparkassen haben 2012 noch einmal richtig investiert, um diesem Zombie in der Kontaktlosvariante girogo etwas frisches Leben einzuhauchen.

Heute, vier Jahre nach der Einführung dieses Systems muss man feststellen, dass hier eine Menge Geld versenkt und Zeit verschenkt wurde.

Viele der Akzeptanzstellen der ersten Stunde in der Pilotregion Hannover haben die NFC-Kartenleser abgebaut oder zumindest die girogo-Akzeptanz eingestellt. Nicht zu selten trifft man auch auf Terminals, an denen girogo eigentlich funktionieren müsste, wo aber die Zertifikate auf der sog. Händlerkarte abgelaufen sind.

Das System konnte sich einzig und allein in einigen Sportstadien etablieren und als verbraucherfreundlichere Alternative zu Closed-Loop-Systemen punkten.

Weiterhin gibt es einige Verkehrsbetriebe, die als einzige kontaktlose Option die Zahlung mit girogo anbieten. Nun gut. Die deutschen Verkehrsbetriebe sind vielfach eh zehn Jahre zurück und können in Sachen Payment in den wenigsten Fällen Ernst genommen werden.

Inzwischen haben die Volks- und Raiffeisenbanken für sich die Konsequenzen gezogen und steigen komplett aus der GeldKarte aus. Neue girocards werden zwar mit NFC ausgegeben, aber ohne GeldKarte.

Pragmatismus vs. Dogmatismus

Ich werde immer wieder gefragt, wieso ich mich mit so einem Dinosaurier-System herumschlage. Die Antwort ist deutlich: Wenn die Alternativen Barzahlung oder, wie im Fall von Handy-Parken, deftige Aufpreise sind, dann ist für mich klar, dass ich die GeldKarte wähle.

Nicht zuletzt habe ich auch die Befürchtung, dass Händler, bei weiter so stark rückläufigen Transaktionszahlen mit der GeldKarte, irgendwann dem Beispiel der Deutschen Post folgen und nur noch auf Barzahlung (am Automaten) setzen.

Ich bin mir sicher, dass wenn die in Payment-Dingen sehr behäbigen Deutschen ein Angebot wie die GeldKarte intensiver nutzen würden, vielen Händlern die Investition in zeitgemäßere Systeme leichter fallen würden. De facto sieht es so aus, dass mit der vielversprechenden girocard kontaktlos schon wieder ein System als „der Durchbruch“ verkauft wird. Irgendwann können es die Unternehmer, die im Low-Value-Segment unterwegs sind, einfach nicht mehr hören.

Daher mein Vorschlag: Lasst uns alle fleißig die GeldKarte nutzen und so auch dem Letzten Zweifler zeigen, dass es auch in Deutschland einen Bedarf an bargeldlosen Zahlverfahren gibt.

P.S.: Ich freue mich auf eine spannende Diskussion zum Thema 😉

P.P.S.: Bildquelle http://www.geldkarte.de

Was ich von yomo erwarte! (updated)

In Kürze startet mit yomo („Your Money“) ein neues Online-Girokonto. Hinter yomo stecken einige deutsche Sparkassen, die nicht länger zusehen wollen, wie die jungen Kunden in Scharen zu Smartphone-Banken á la N26 und Fidor wechseln.

In einem Tweet fragte yomo, was die geneigten Leser denn so von einer Kreditkarte im Jahr 2017 erwarten.

Da eine Antwort die 140-Zeichen-Grenze leicht sprengen würde, hier nun das Ganze in Form eines Blogposts und erweitert um die allgemeine Anforderungen an ein Girokonto.

Girokonto, girocard & App

  • girocard mit maestro-CoBadge, kontaktloser Zahlung und GeldKarte (Ja, ich nutze die!)
  • Echtzeitbenachrichtigungen für Vormerkungen (Lastschriften, girocard-Umsätze) und Buchungen, die im Gegensatz zum Kontowecker der Sparkasse auch zuverlässig funktionieren
  • Freigabe / Sperren der Nutzung der maestro-Funktion in bestimmten Ländern per App
  • Analyse der Kontoumsätze und zwar nicht so, wie bei StarMoney für Mac (zum Abgewöhnen)
  • Kostenfreie Nutzung von Aus- und Einzahlautomaten der Sparkassen
  • Kontingent an kostenfreien Auszahlungen an Fremdautomaten im Ausland
  • Kein oder geringes Fremdwährungsentgelt (<= 1%)
  • Geld senden & empfangen per E-Mail, SMS, Messenger
  • Alles, was die App „Sparkasse+“ heute schon kann 😉

„Kreditkarte“

Eigentlich hatte yomo ja gefragt, was ich von einer Kreditkarte erwarte. Zum Einen mal sollte die bei den Sparkassen übliche harte Trennung zwischen „Prepaid“ und „Charge“-Card durch eine Debit-Variante ergänzt werden, die allen Kunden zur Verfügung gestellt wird. Hier bietet sich die von Fidor bekannte Debit MasterCard an.

Sicherheitsfeatures, wie sie bspw. bei der Miles&More MasterCard Standard sind, sollten auch den yomo-Kunden angeboten werden.

Neue Technologiepartnerschaften

Als Sparkassen-Kunde ist man es leider gewöhnt, bei Innovationen von MasterCard und VISA als Letzter an der Reihe zu sein. Genau das muss aufhören. Ich erwarte, dass wenn Apple und Google ihre Wallets nach Deutschland bringen, yomo-Kunden ab Tag 1 diese Systeme nutzen können.

Genauso sollten sowohl girocard als auch Kreditkarte ab dem 1. Tag in der App für NFC Zahlungen zur Verfügung stehen. Dabei sind alle möglichen Wege zu unterstützen: HCE, Secure-Element der SIM-Karte und – zur Not – auch als Aufkleber.

Update: Kosten

Das Thema Kosten einer Dienstleistung ist immer eine ganz spannende Frage. Hier gehen die Meinungen auch weit auseinander. Für mich persönlich wäre eine monatliche Grundgebühr bei Erfüllen der Anforderungen völlig in Ordnung. Ich mag es nur nicht, wenn bei vermeintlichen Nebenleistungen irrsinnige Gebührenfallen lauern. Ich denke aber, dass yomo hier auch die Leute im Blick haben muss, für die bedingungslos kostenlos oder zumindest kostenlos, wenn als Hauptkonto geführt, ein Kriterium ist. Das dürfte ein ziemlicher Spagat werden.

Fazit

Die wirkliche Revolution besteht nicht in dem einen oder anderen Killerfeature. Alle Punkte, die ich oben genannt habe, gibt es so bei anderen Anbietern. Aber leider gibt es bislang keinen Anbieter, der alle Features in einem Konto und einem Satz von Karten anbietet.

Mein Wunsch ist: Ich will nicht länger für einzelne Funktionen oder deren kostenfreien Nutzung, zig Konten bei zig Anbietern eröffnen und ständig ein Auge darauf haben müssen, dass dort genug Geld liegt, sondern ein zentrales Konto, das alles kann!

 

Bargeldlos in Den Haag

Hier also nun ein neuer Beitrag aus meiner Reihe „Bargeldlos in…“. Wie immer habe ich nicht den Anspruch, einen allumfassenden Statusbericht zur Verbreitung von Kartenzahlung in der jeweiligen Region abzuliefern, sondern berichte vielmehr von den Eindrücken die ich als „unvorbereiteter Reisender“ mitnehme.

Die Niederlande sind ein klassisches Debitkarten-Land. Schon viel früher als bei uns, war es üblich, bei jeder Gelegenheit seine Karte zu zücken. So gibt es wohl auch nur noch wenige Läden, wo man nur bar bezahlen kann.

Das eigene nationale Bezahlsystem wurde im Rahmen der SEPA-Einführung durch das internationale Verfahren maestro ersetzt. Eine Bank gibt m.W. auch V-Pay Karten an ihre Kunden heraus.

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Demnach ist man als deutscher Bankkunde mit seiner girocard, auf der sich fast immer auch maestro oder V-Pay befindet, gut ausgestattet. Die Akzeptanz von MasterCard und VISA ist noch nicht so weit verbreitet. Da sieht es ähnlich aus, wie bei uns. Einige Bars hier in der Nähe haben ziemlich überdimensionierte VISA und MasterCard Sticker im Fenster hängen. Damit möchte man wohl Touristen signalisieren, dass sie ihr hoffnungslos überteuertes Bier auch mit internationalen Karten bargeldlos bezahlen können.

Allerdings scheint sich das durch die Einführung von NFC und die Senkung der Interchange-Gebühren langsam zu verändern. Immer öfters werden auch MasterCard und VISA im Alltag akzeptiert.

Die Anreise

Die Reise begann wie so häufig in Köln. Das Ticket für den Zug nach Den Haag (ICE bis Utrecht, dann IC) habe ich online gebucht und als mobiles Ticket im DB Navigator abgespeichert. Da es bei internationalen Fahrscheinen keine City-Option gibt, musste ich mir noch für 2,80€ im Bus ein Einzelticket lösen. Das ging ganz praktisch mit der GeldKarte, auf der ich immer etwas Guthaben für solche Zwecke geladen habe. Da ich nächste Woche eine neue Karte erhalten werde, habe ich den Rest an einem Sparkassen-Automaten entladen. Zur Sicherheit habe ich auch noch etwas Bargeld gezogen. Man weiß ja nie 😉

Nachdem es beim Starbucks im Kölner Hauptbahnhof ein paar technische Probleme gegeben hat, gingen dann auch die ersten 2,75€ für einen Kaffee in bar drauf.

Angekommen in Den Haag führte der erste Weg zum Sanifair WC. Die üblichen 70 Cent ließen sich problemlos kontaktlos bezahlen. Als fauler Mensch habe ich das iPhone mit Apple Pay (englische Debit MasterCard von boon) gezückt. Leider gibt es hier ein paar Abzüge in der B-Note. Die Sanifair WC sind leider nur bis 21 Uhr geöffnet. Danach werden alle Reisenden auf die Benutzung des Behinderten-WCs verwiesen. Ganz abgesehen davon, dass dieses die Bezahlung mit abgezähltem Münzgeld erwartet, dürften sich die wirklich auf diese Toilette angewiesenen Personen bedanken, wenn dieses nach einem Saufgelage in der Stadt mal wieder aussieht wie Sau.

Da das Frühstück etwas spärlich ausfiel, habe ich mir im Burger King noch schnell etwas zu Essen geholt. Bei den fest montierten Terminals (CCV VX 820) war die kontaktlose Bezahlung deaktiviert. Beim Stecken meiner Karte lachte mich dann auch direkt die Meldung „DCC Check“ an. Hier will der Betreiber offensichtlich noch mal ein paar Cent extra verdienen. Mit der SparkassenCard war allerdings kein DCC vonnöten. Eine kleine Anmerkung am Rande: Die niederländische Bahn betreibt viele der Läden in den Bahnhöfen selbst und ist somit einer der größten Franchisenehmer diverser Ketten in den Niederlanden. In diesem Falle gehörte der Burger King allerdings zu HMSHost, die wiederum ein Teil der italienischen Autogrill-Kette sind und offensichtlich auf ahnungslose Touristen setzt.

Bargeldloser ÖPNV

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Ins Hotel ging es mit der Tram, die auf einem Hochbahnsteig im Hauptbahnhof hält. Der ÖPNV und Bahnverkehr in den Niederlanden funktioniert landesweit mit einer NFC-basierten Chipkarte. Der Fahrgast muss beim Betreten und Verlassen jeweils ein- und auschecken.

Eine solche OV chipkaart gibt es umpersonalisiert in vielen Läden zu kaufen oder personalisiert auf Bestellung per Webseite. Kunden aus Deutschland können die Gebühr mit PayPal entrichten. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Guthaben auf die Karte zu laden: Fahrkartenautomaten in den Bahnhöfen, Lade- und Abholsäulen, Internetseite und Abo-Laden. Das Abo-Laden funktioniert aber nur mit iDeal, dem niederländischen Pendant zu PayPal und PayDirekt. An den Ladesäulen kann man auf jeden Fall mit maestro und V-Pay bezahlen. MasterCard und VISA werden nicht überall akzeptiert.

Im Webshop der Haager Verkehrsbetriebe HTM lassen sich auch Tageskarten etc. auf die Karte buchen und mit MasterCard und VISA bezahlen. Das gebuchte Ticket kann man sich dann an einer Abholsäule auf die Karte laden. Oder mit etwas Zeitverzug auch an jedem Checkin-/out-Terminal in den Verkehrsmitteln.

Was ich nicht so gut gelöst finde ist die Tatsache, dass man bspw. Tageskarten nicht mit vorhandenem Guthaben auf der Karte bezahlen kann und zwangsweise immer per Bankkarte bezahlen muss. Um Zutritt zu den Zügen der NS zu erhalten, müssen (2. Klasse) immer mindestens 20€ Restguthaben auf der Karte sein und man muss einmalig (Gültigkeit 20 Jahre) an einem Automaten der NS sein Reiseprofil hinterlegt haben (Klasse, Rabattkarten etc.)

Aber insgesamt ist das System ein Traum. Man zahlt nur für die Strecke, die man wirklich gefahren ist. Das Lösen von Zuschlägen (Sprinter) ist mit einem Wink an einer Sprinterzuschlagsäule auf dem Bahnsteig erledigt. Man muss halt nur daran denken, immer brav auszuchecken. Trickreich wird es erst, wenn man mit Zügen verschiedener Bahngesellschaften reist. Dann heißt es: Auch beim Umsteigen in der richtigen Reihenfolge auf dem Bahnsteig aus- und wieder einchecken.

Man kann über die Webseite des Betreibers seine komplette Reisehistorie einsehen. Mit wenigen Klicks erstellt man so seine Fahrtkostenabrechnung für den Arbeitgeber.

Ich frage mich, wieso die deutschen Verkehrsbetriebe so etwas nicht hinbekommen und stattdessen der ÖPNV in jeder Region unterschiedlich funktioniert.

Für Touristen gibt es immer noch die Möglichkeit, ein Tagesticket oder Stundenticket bar beim Fahrer oder im Hotel zu erwerben. In den roten R-Net Trams gibt es auch Fahrkartenautomaten. Diese akzeptieren auch alle Karten.

In Amsterdam ist man dabei, die Bargeldannahme in den Fahrzeugen komplett abzuschaffen. Ein Papierticket (mit NFC) gibt es dann nur noch gegen PIN oder kontaktlose Zahlung.

Auf der Suche nach Nahrung

Für einen Samstag Abend war die Stadt verdächtig leer. Hier und da gab es ein paar Restaurants mit mehr als drei Gästen. Der Blick auf die Speisekarte ließ mich dann doch erst einmal schlucken. Die Zahlen die dort zu lesen waren hätte ich in Złoty ohne Weiteres bezahlt. In Euro war mir das dann doch zu viel. Da werde ich für morgen erst einmal schauen, wo es sich denn wirklich lohnt hinzugehen.

Den Hunger habe ich dann im Vapiano erfolgreich stillen können. Das System funktioniert in den Niederlanden genau wie bei uns. Bargeld- und kontaktlose Bezahlung sind selbstverständlich. Glücklicherweise hat man hier auf Krombacher verzichtet und stattdessen Heineken im Ausschank.

Hotelbar – Pinnen ja graag

Im Gegensatz zu ibis in Deutschland haben die Hotelbars der Kette in den Niederlanden – wie überall anders auch – separate Kartenterminals. Der Gast muss also nicht mit rüber zur Rezeption laufen und dort bezahlen. Als Punktesammler schreibt man seine Bar-Umsätze aber besser aufs Zimmer. Nur so werden diese auch mit Treuepunkten belohnt! Ich habe mich für´s Pinnen entschieden. Neben mir standen ein paar junge Deutsche die erst einmal doof schauten, weil jemand ernsthaft zwei Bier mit Karte bezahlt. Trotz 10% ibis-Business-Rabatt lag der Preis immer noch über 10€ und so fühlte ich mich ein wenig an Paris erinnert.

Gegen mieses Wetter hilft nur …

Leider war der Sonntag so verregnet, wie es angekündigt wurde. Um die Laune etwas zu steigern, habe ich mir einen Laden gesucht, der polnische Küche serviert. Im Internet bin ich auf die spannende Kombination aus Kebab, Pizza und Kuchnia Polska aufmerksam geworden:

Im Bosfor Kebab erhält man vorne die üblichen türkischen Fastfood-Spezialitäten und Pizza. Im hinteren Teil arbeitet in einer offenen Küche ein Team von Polinnen an den Klassikern der polnischen Küche:

Eine Portion Żurek, der herrlichen Sauerteigsuppe und acht frisch gerollte Pierogi kosten 9,50€. Das sind Preise die mehr als akzeptabel sind. Nach Bestellung auf Polnisch erhält man dann einen Zettel. Mit dem muss man wieder nach Vorne zum türkischen Pizzabäcker. Selbstverständlich kann auch hier wieder mit Karte bezahlt werden. Das Terminal akzeptiert auch kontaktlose Zahlung.

Trotz der hervorragenden Stärkung und den am Sonntag in Den Haag weitestgehend geöffneten Geschäften wollte bei dem Wetter keine besonders gute Laune aufkommen. Das Kinoprogramm war auch eher zum Abgewöhnen.

Das Wetter hatte dann doch noch ein Einsehen

Auch wenn es am Sonntag ganz und gar nicht danach aussah, so wurde der Montag doch noch schön. Damit die Abreise nicht so hektisch wird, habe ich auf die Kofferaufbewahrung im Hotel verzichtet und diese stattdessen im Hauptbahnhof in ein Schließfach gestellt. Die Automaten lassen sich ausschließlich bargeldlos bezahlen. Der Automat forderte die PIN meiner MasterCard ein. Das hat Seltenheitswert, ist aber im Ausland auch bei Chip&Signature-Karten nicht ungewöhnlich.

Auf dem Weg zum Bahnhof fiel mir bereits ein kleiner Blumenladen auf, der in einem Anhänger auf dem Bahnhofsvorplatz untergebracht ist. Auch hier die bekannten Schilder „Pinnen? Ja graag“ deutlich sichtbar. Ich frage mich, wann die Deutsche Kreditwirtschaft hier endlich eine ähnliche Kampagne für die girocard startet.

Befreit vom Gepäck ging es nun für ein paar Stunden an den Strand. Das Wetter hatte Erbarmen und so konnte ich dann doch noch ein paar Sonnenstrahlen einfangen. Vielleicht die letzten für diese Saison. Die meisten Strandcafés wurden bereits abgebaut.

Das typische Frühstück („Frikandel met friets“) und weitere Leckereien kann man an den diversen Buden am Strand erwerben. Bis auf eine Ausnahme akzeptieren auch alle die Bezahlung mit maestro und V-Pay. Allerdings hängen teilweise noch mehrsprachige Schilder dort „No Credit/Debet cards“ direkt neben „Pinnen? Ja graag!“. Davon ließ ich mich nicht abhalten und bezahlte die 3,50€ mit maestro. Einige andere deutsche Touristen schauten wieder ungläubig, wie jemand für unter 100€ mit Karte zahlen kann. Dass sie nicht für den armen ausgebeuteten Betreiber Geld eingesammelt haben, war alles.

Nach ca. 12km Wanderung am Strand entlang reicht es mir dann irgendwann. Ich wollte auch nicht unbedingt die letzte Fahrtmöglichkeit nach Utrecht nehmen, von wo aus mein ICE fuhr. Also zurück zum Bahnhof und noch schnell etwas bei Starbucks getrunken und gegessen.

Um für den nächsten Besuch gewappnet zu sein, habe ich noch etwas Guthaben auf meine OV chipkaart geladen. Die Ladesäule der niederländischen Bahn bot auch das Laden mit MasterCard für einen kleinen Aufpreis von 50 Cent an. Ich habe dankend abgelehnt und dann doch die SparkassenCard gewählt.

Etwas Reiseproviant habe ich dann noch an einem Kiosk am Bahnhof Utrecht Centraal mitgenommen. Auch hier wurden wieder alle Karten kontaktlos akzeptiert.

Inzwischen sitze ich im ICE nach Köln zurück.

Fazit

Neben ein paar Euro Trinkgeld und der Benutzungsgebühr für ein WC in der kleinen Mall am Strand von Scheveningen blieb der Bargeldvorrat unangetastet. So sollte es eigentlich auch sein.

Allerdings lief der Großteil der Transaktionen über maestro. Besucher aus Ländern, in denen lediglich MasterCard oder VISA Debitkarten herausgegeben werden, haben in den Niederlanden noch wenig Freude. Es bleibt zu hoffen, dass die Senkung der InterChange-Raten durch die EU-Verordnung hier in der nächsten Zeit etwas Bewegung in den Markt bringt.

Die nächsten Wochenendtrips im Oktober führen mich nach Berlin. Der Cashless-Test dürfte deutlich negativer ausfallen. Wie ernst ich es mit der Bargeldvermeidungsstrategie angehen werde und wie zynisch mein Bericht wohl ausfallen wird, man weiß es nicht 😉