Revolut – Der Joker auf Reisen

Nach dem das Ende der Payback Maestro Karte im Juni 2016 besiegelt wurde, stellte sich mir wieder die Frage: Wie gehst Du mit Fremdwährungsumsätzen um. Für meine Polen-Reisen hatte ich bis vor Kurzem noch ein Konto bei der Alior Bank. Aber schon bei meinem Aufenthalt in der Schweiz im Januar, hieß es wieder: 1% Aufschlag.

Klar hätte ich mir ein Konto bei N26 oder Fidor holen können. Aber der Deutsche trennt sich bekanntermaßen eher von seiner Ehefrau als von seiner Bank.

Eine inzwischen nicht mehr ganz so neue Lösung bietet das britische Fintech Revolut  mit einer Prepaid-Mastercard (NFC-fähig) und einer dazugehörigen Smartphone-App.

Was macht die Revolut-Karte

Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Karte, mit der man ohne Aufschlag in aktuell 120 verschiedenen Währungen bezahlen kann und 25 Währungen halten kann.

Zwischen den Währungen kann man einfach in der App Gelder transferieren. An Werktagen ist der Kursaufschlag nur minimal und immer günstiger als bei den deutschen Geschäftsbanken. Am Wochenende wird der sog. Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis für eine Währung immer etwas höher. Wer also verreist, sollte immer darauf achten, genügend Reserven in der jeweiligen Währung vorzuhalten.

Bei Bezahlung wird zunächst das Guthaben in der jeweiligen Währung belastet. Reicht dieses nicht aus, so wird auf die anderen Währungen zurückgegriffen und die Beträge entsprechend umgerechnet.

Schön finde ich, dass man in der App auf vielfache Weise Sicherheitseinstellungen für die Karte beeinflussen kann. Von einer temporären Komplettsperre, der Änderung der PIN bis hin zur Sperrung von Umsätzen mit Magnetstreifen, NFC-Zahlungen un Geldautomatennutzung. Spannend finde ich die Möglichkeit Kartenumsätze nur zu genehmigen, wenn sich das Handy des Karteninhabers in Nähe des Bezahlterminals aufhält. Hierzu kommuniziert die App den Standort des Nutzers.

Leider unterstützt die Karte aktuell kein Mastercard SecureCode. Durch die Möglichkeit, Fernabsatz-Zahlungen in der App zu sperren, ist dies aber durchaus akzeptabel.

P2P-Überweisungen

Ähnlich, wie man es bereits von PayPal kennt, kann man per Revolut Geld an Freunde und Familie transferieren. Dabei scannt die App zuerst, wer von den Kontakten im Adressbuch auch Revolut-Nutzer ist. Geldversenden funktioniert aber auch sehr einfach an Nicht-Revolut-Nutzer. Für diese wird ein Link generiert, der sich per E-Mail oder SMS verschicken lässt. Der Empfänger klickt den Link an und gibt einfach seine Bankdaten ein oder kann sich an Ort und Stelle dafür entscheiden, Revolut-Nutzer zu werden.

Im Gegensatz zu KWITT der Sparkassen, funktioniert dies auch einwandfrei mit Konten im Ausland. Genau das Richtige für den „international Lifestyle“ den das Fintech propagiert.

Eine neue Funktion in der App unterstützt auch das Aufteilen von Rechnungen („Split bill“).

Geld aufladen

Geld lässt sich ganz einfach per SEPA-Überweisung auf das Revolut-Konto übertragen. Das dauert in der Regel unter zwei Tage. Für Zahlungen in EUR und GBP erhält der Benutzer eine eigene IBAN (GB-Konto). Wer Zahlungen in anderen Währungen entgegennehmen möchte, der kann sich für jede Währung getrennt Bankdaten in der App anzeigen lassen. Dabei handelt es sich dann aber um Sammelkonten und es ist wichtig, dass der Absender den in der App angezeigten Betreff auch wirklich in die Überweisung hineinschreibt.

Eine weitere Möglichkeit zum „Top-up“ ist der Einsatz von Debit- oder Kreditkarten. Mit der Android-App lassen sich NFC-fähige Karten direkt auslesen. Ansonsten kann man eine Karte auf per Fotoscan in die App übernahmen.

Erkennt das System die verwendete Karte als Debit-Karte (auf Basis der verwendeten BIN-Datenbank), so ist das Aufladen kostenlos. Bei Kreditkarten fallen 1% Gebühren an.

Meine Sparkassen-VISA wird jedenfalls als Debitkarte erkannt!

Die App unter iOS bietet auch die Möglichkeit, per Apple Pay sein Revolut-Konto aufzuladen. Zumindest mit der virtuellen Mastercard von boon ist dies jedoch nicht möglich.

UK-Konto ohne Adressnachweis

Da der Benutzer mit Revolut eine GB-IBAN erhält und mit dem Konto auch Überweisungen empfangen und senden kann, eignet es sich ideal für diejenigen die für eine kurze Zeit in UK leben und arbeiten wollen. Revolut bezeichnet sein Produkt auch als „vollwertiges UK-Konto“.

Normalerweise kann der Prozess mit „Proof of identity“ oder „Proof of Address“ ziemlich nervenaufreibend sein.

Der Registrierungsprozess

Die Registrierung für Revolut ist denkbar einfach: App herunterladen, starten und seinen Ausweis von beiden Seiten abfotografieren. Dazu verlangt die App noch ein Selfie und das war´s. Bei mir hat es keine Stunde gedauert, bis das Konto eröffnet wurde.

Die Kosten

In der Basisversion ist das Konto komplett kostenlos. Die Revolut-Karte kostet einmalig 6€ und ist drei Jahre gültig. Im Preis inbegriffen sind ATM-Verfügungen bis zum Gegenwert von 200€ pro Monat.

Der Versand einer Ersatzkarte kostet aktuell 8€.

Seit Kurzem wird auch eine Premium-Variante angeboten. Das monatliche ATM-Limit verdoppelt sich auf 400€ pro Monat und die Karte sieht etwas edler aus. Eine weltweit gültige Reisekrankenversicherung ist ebenfalls inkludiert wie weitere Limiterhöhungen beim Währungstausch und verbessertem Customer-Support. Ob einem das die 7€ pro Monat Wert sind, muss jeder selbst entscheiden. Klar ist aber auch, dass kein Startup auf Dauer rein von kostenlosen Services leben kann. Irgendwann muss irgendwie eine Monetarisierung stattfinden.

Fazit

Für Kunden von Filialbanken eine ideale Ergänzung des eigenen Kartenbestands aufgrund der nicht vorhandenen Fremdwährungsgebühren.

Das Produkt eignet sich wegen der geringen Kosten auch besonders für die Bankkunden, die nur mal gelegentlich etwas mit Mastercard bezahlen wollen/müssen und ansonsten im Alltag mit ihrer girocard auskommen. Mit effektiv 2€ pro Jahr Gebühren und kostenlosem Aufladen/Einsatz der Karte schlägt Revolut fast jedes Prepaid-Produkt. Die Möglichkeit, die Karte per App komplett zu sperren und in die Schublade zu legen ist für den Anwendungsfall genial.

Wer sich viel im Ausland aufhält und gelegentlich auch schon einmal Zahlungen in Fremdwährung entgegennehmen muss/möchte, der wird mit dem Produkt seine Freude haben.

Anfang Oktober erfahrt ihr dann, wie sich die Karte bei ihrem ersten Einsatz in Polen bewährt hat.

 

Bargeldlos in: Magdeburg

Nachdem ich @tmmd bislang meistens auf polnischem Staatsgebiet getroffen habe, folgte ich am ersten Augustwochenende 2017 seiner Einladung nach Magdeburg. Mein letzter Aufenthalt dort war so um 2003 und ich war damals in einem Hotel außerhalb untergebracht, so dass ich von der eigentlichen Stadt so gut wie nichts mitbekommen habe.

Die Anreise

Die Anreise erfolgte wie immer mit der Deutschen Bahn und einem Sparpreisticket mit Zugbindung. Um allen Eventualitäten vorzubeugen, fahre ich daher immer gerne etwas früher von zuhause los und nutze die Zeit für ein kleines Frühstück im Bahnhof. Die erste Überraschung erlebte ich noch im Kölner Hauptbahnhof. Der „Brezelbäcker“ Ditsch hat inzwischen NFC-fähige Kartenterminals installiert. Diese sind vom Kunden bequem bedienbar.

NFC-Test noch vor dem ersten Kaffee

Klar, dass ich hier natürlich einen ersten Test unternehmen musste. Da Ditsch explizit das girocard-Logo in der Liste der kontaktlos akzeptierten Karten aufführte, versuchte ich zuerst damit zu bezahlen. Leider hagelte es bei allen drei Versuchen Fehlermeldungen, so dass ich auf die MasterCard auswich. Die Abwicklung der PayPass-Zahlung war in weniger als einer Sekunde erfolgt und ist damit wirklich mehrfach schneller, als das Bezahlen mit Bargeld.

Das Motel One

In Magdeburg angekommen ging ich zunächst ins Hotel. Torsten hatte mir das „Motel One“ empfohlen. Während fast alle aktuellen Häuser der Kette Neubauten sind, wurde hier ein wirklich prachtvolles Gemäuer gegenüber dem Magdeburger Dom saniert. Wer schon einmal in einem Motel One übernachtet hat, der weiß das schicke Design der Häuser zu schätzen. Die Bezahlung der Hotelrechnung erfolgt vorab beim Check-In. Ich habe meine MasterCard verwendet. Die NFC-Funktion war „absichtlich“ am Terminal deaktiviert worden und die nette Dame an der Rezeption meinte, dass sie dies auch bei ihren privaten Karten explizit hat sperren lassen. Nun gut.

Noch ein Tipp für Sparfüchse: Zum Buchen des Hotelzimmers habe ich über das Cashback-Portal Shoop das Buchungsportal HRS aufgerufen und dort gebucht. So erhalte ich in Kürze noch etwas über 7€ zurück.

Magdeburger Verkehrsbetriebe

Die MVB verfügt über ein großes Netz an Straßenbahnlinien, mit denen man im dichten Takt – auch am Abend und am Wochenende – schnell von A nach B kommt. Ab 23:00 übernehmen – auch in der Woche – Nachtbusse den Verkehr. Das ist etwas, wovon man als Westdeutscher nur träumen kann. Eine Tageskarte ist für 5,10€ zu haben, was für die gebotene Leistung wirklich ein Schnäppchen ist.

Wer sein Ticket mit Karte bezahlen möchte, hat allerdings nur die Wahl zwischen der GeldKarte-Funktion an den stationären Automaten oder der Benutzung der Automaten der Deutschen Bahn. Die Automaten in den Fahrzeugen akzeptieren lediglich Bargeld.

Die über easyGO bereitgestellte Handyticket-Funktion ist leider auch keine Alternative. Im Gegensatz zu den Stadtwerken Bonn, erlaubt die MVB lediglich die Bezahlung über die Handyrechnung. Damit bleiben Kunden von vielen Mobilfunkdiscountern genauso außen vor, wie Besucher aus dem Ausland. Für mich als Firmenkunde stellt sich zusätzlich das Problem, dass wir die Funktion Providerbilling komplett haben sperren lassen.

Wenn Magdeburg wirklich 2025 als Kulturhauptstadt Europas auftreten möchte, sollte man sich langsam mal Gedanken über eine Ausschreibung für neue Ticketautomaten machen. Wie man in Köln und Berlin ja leidvoll erfahren durfte, kann das auch mal ein paar Jahre dauern, bis die Geräte dann endlich funktionsfähig zur Verfügung stehen.

Böhmische Knödel und Pasta

Am Freitag ging es für mich zunächst in Wenzel´s Prager Bierstuben zum Mittagessen. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um ein Böhmisches Brauhaus. Für knapp 9€ gibt es die Klassiker als Mittagstisch. Davon wird man gut satt. Aktuell hat man einige exklusive Sommerbiere im Programm, die wirklich sehr zu empfehlen sind. Die Bezahlung war laut Aushang mit girocard und Maestro möglich. Da das Essen so lecker war, sind wir am Samstag Abend direkt noch mal zusammen dorthin gegangen.

Am Freitag Abend stand aber erst einmal ein Klassiker des kontaktlos bezahlten Essens auf der To-Do Liste: Vapiano. Hier werden so ziemlich alle Karten akzeptiert und bis auf die girocard auch kontaktlos. Ich entschied mich für die Nutzung meiner MasterCard. Das Essen war, wie bei Vapiano üblich, sehr lecker. Auffallend war nur, dass der Koch sich irgendwie mehr für die schnuckelige Blondine hinter mir interessierte als für den Garpunkt meiner Rinderfiletstreifen. Ich konnte es ihm ehrlich gesagt nicht wirklich verübeln.

Den Abend haben wir dann mit einem Highlight ausklingen lassen.

Strandbar bargeldlos

Die Strandbar Petriförder wirbt direkt am Eingang unübersehbar für das bargeldlose Bezahlen:

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Es ist hier selbstverständlich, dass man auch ein einzelnes Bier mit Karte bezahlen kann. Das dazugehörige, von VR-Pay bereitgestellte, Ingenieco-Terminal hatte allerdings ein Problem mit NFC. MasterCard-Transaktionen wurden mehrfach abgebrochen, so dass ich auf Chip & PIN ausgewichen bin. Torsten verwendete darauf hin seine 1822mobile girocard und wurde gleich mit ELV bestraft.

In der Form habe ich sowas noch nicht in Deutschland erlebt. Klar, in polnischen Diskotheken und Londoner Pubs ist es längst Usus, einzelne Getränke mit Karte zu begleichen, aber bei uns wird meistens ja noch ein Mindestumsatz erwartet, den man nur mit einer Lokalrunde knacken könnte.

Darüber hinaus ist die Lage an der Elbe einfach traumhaft. Der richtige Ort, um nach einem anstrengenden Tag bei einem Bier (Hefeweizen 0,5l für 3,90€) auszuspannen. Gelegentlich gibt es dort auch eine Grillhütte und weitere Getränkestände. Dort waren aber beim zweiten Besuch am Samstag keine Terminals sichtbar.

Übrigens: Auf Gläser wird 1€ Pfand erhoben. Die kann man mit Karte bezahlen, erhält sie aber in bar zurück. Der Trinkgeldbecher freut sich 😉

Frühstück – Die wichtigste Mahlzeit des Tages

Am Samstag ging es zum Frühstück ins Magado das abends Burger und Cocktails bietet. Für knapp über 10€ gibt es neben Kaffee ein recht umfangreiches Frühstücksbuffet. Spiegelei und Rührei werden in der Küche frisch zubereitet. Das gibt schon einmal 10 Pluspunkte. Es gibt doch nichts Schlimmeres als warm gehaltenes Rührei in Blockform.

Da weder an der Tür noch auf der Facebook-Seite irgendwelche Hinweise auf Kreditkartenakzeptanz zu sehen waren, haben wir unsere girocards benutzt.

Da ein wenig Abwechslung nicht schaden kann, wählten wir am Sonntag das Alex aus. Dabei handelt es sich um eine Restaurantkette. Das Haus in Magdeburg erstreckt sich über zwei Etagen. Im oberen Stockwerk war das gleiche Frühstücksbuffet noch einmal aufbaut. Entsprechend voll war es dann auch.

Das Buffet war deutlich umfangreicher als im Magado, aber meiner Meinung nach waren sowohl die Brötchen als auch das Rührei zwei Klassen schlechter. Aber dennoch muss man sagen, dass hier jeder auf seine Kosten kommt.

Bezahlt wurde kontaktlos mit MasterCard bzw. VISA.

Sehenswürdigkeiten

Zwischen den Mahlzeiten und der Arbeit gab es natürlich noch einiges zu besichtigen. Torsten ist ein wandelndes Geschichts- und Heimatkundelexikon und wußte zu jeder Brücke und jedem Bauwerk eine Geschichte zu erzählen.

Neben einem Rundgang durch den Magdeburger Dom standen u.a. der Wissenschaftshafen, die Elbauen am ehemaligen Güterbahnhof, eine der Eisenbahnhubbrücken, sowie ein Rundgang durch das ehemalige Sanierungsgebiet Buckau auf dem Programm.

Nach soviel Fußmarsch war am Freitag Nachmittag erst einmal eine Pause bei Kaffee und Kuchen angesagt. Eher zufällig entdeckten wir das Café am Domfelsen welches ab 10€ zumindest girocard akzeptierte.

Am Samstag Abend sind wir auf den Albinmüller-Turm gestiegen. Oder viel mehr gefahren, da ich den Aufzug vorzog. Erstmals gab es verlängerte Öffnungszeiten bis 1 Uhr nachts, so dass man theoretisch den Sonnenuntergang hätte fotografieren können. Leider spielte das Wetter nicht so mit. Dennoch hatte man von da oben eine gigantische Aussicht:

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Um auf den Turm zu gelangen, galt es ein Drehkreuz überwinden. Hierzu musste man 2€ einwerfen. Eigentlich sollte dies die einzige geplante Barausgabe des Wochenendes werden.

Mindestumsatz für die Tageskarte zum Elbauenpark und Jahrtausendturm

Eines der Highlights von Magdeburg ist umfraglich der Jahrtausendturm. Ursprünglich nur für die Dauer der Gartenschau gedacht, steht das Gebäude nunmehr seit 18 Jahren und ist mit 60 Metern das höchste Holzgebäude Deutschland. Innen lassen sich 6000 Jahre Menschheitsgeschichte auf mehreren Etagen erleben. Die Ausstellung ist insbesondere für Kinder interessant, da es hier viel zum Anfassen und Ausprobieren gibt.

 

 

Eine Tageskarte kostet 6€. Laut Webseite kann man an der Hauptkasse mit girocard bezahlen. Vor Ort versicherten sich gleich drei Mitarbeiter gegenseitig, dass sie die Anweisung hätten, nicht unter 20€ (Torsten hat 10€ gehört) Karten zu akzeptieren. Man gab mir eine Postkarte mit einem Feedback-Formular mit. Da ich inzwischen das Kontaktformular der zuständigen Gesellschaft im Netz entdeckt habe, entschied ich mich für die digitale Variante. Die erste Reaktion, die ich am Montagnachmittag erhielt, lässt darauf schließen, dass die Mitarbeiter entweder falsch informiert waren oder sich spontan den Mindestumsatz ausgedacht haben.

Auch hier wieder der Hinweis auf 2025!

Weitere Stationen

Neben dem obligatorischen Snack bei McDonalds (Kontaktlos, alle gängigen Karten) standen noch ein Mittagessen im Espressokartell (Kontaktlos, alle gängigen Karten, ab 10€) sowie die Cocktailbar One (alle gängigen Karten ab 15€, kein NFC) auf dem Programm. Da mein Lieblingscocktail Mojito hier um 5,20€ liegt, mussten es schon drei werden, um den Mindestumsatz zu erreichen. Aber ich denke das ist für eine Cocktailbar OK.

Nicht so toll ist allerdings, dass man in Sachsen-Anhalt wohl in der Gastronomie noch rauchen darf. Selbst in Läden mit Restaurantbetrieb fanden sich noch Aschenbecher.

Die Rückreise

Da ich noch ein wenig Zeit hatte, bin ich noch ein wenig durch den Bahnhof gelaufen. Neben McDonalds gibt es hier einen SPAR Express der kontaktlose Kartenzahlung ohne Mindestumsatz akzeptiert. Die von Sanifair betriebene WC-Anlage lässt sich ebenfalls mit der passenden Kreditkarte kontaktlos öffnen.

Fazit

Zugegebenermaßen ist der Test verständlicherweise leicht unfair, da Torsten ebenfalls ein Kartenfreak ist und natürlich die Empfehlungen entsprechend ausgesprochen hat.

Während die von der Stadt Magdeburg betriebenen Einrichtungen noch Nachholbedarf haben, lässt es sich in der Gastronomie gut ohne Bargeld auskommen.

Man sollte sich aber auf jeden Fall auch die Mühe machen und nach der Akzeptanz fragen. Leider bringen nicht alle Wirte entsprechende Akzeptanzsticker an. Was da die Motivation ist, kann ich leider nicht sagen.

Rückblickend kann man aber auch sagen, dass Torsten an diesem Wochenende wahrscheinlich häufiger zur girocard gegriffen haben mag, als in den letzten drei Jahren zusammen.

Open’er Festival: No cash? Where is the problem?

Wie einige andere aus unserer Community, so wurde auch ich von MasterCard zum Hurricane-Festival ins niedersächsische Scheeßel eingeladen. 2017 wollte man dort zum ersten Mal die Kartenzahlung mit einem offenen System näher bringen. Leider befand ich mich zu der Zeit schon auf dem Weg nach Polen, wo einige Tage später das Open’er Festival startete. Daher kam meinem Kollegen @MaxFassbrause und mir die Idee auf, mal einen Vergleich anzustellen.

Da sich die Meisten wohl leider nicht so mit Polen beschäftigen, vorweg mal ein paar Worte zum Veranstaltungsort und zum Thema Kartenzahlung in Polen.

Gdynia – lebenswerteste Stadt in Polen

Bei den auch bei uns üblichen Rankings gewinnt Gdynia regelmäßig Vergleichstests was das Thema Lebensqualität angeht. Das liegt zum Einen sicher an der hervorragenden Lage an der Ostsee mit einem Stadtstrand, so wie man es vielleicht von Barcelona kennt. Zum Anderen hat sich Gdynia in den letzten Jahren mit seinem Hafen zu einer der Wirtschaftszentren Polens entwickelt. Hier ist das Pro-Kopf-Einkommen am Höchsten und das sieht man auch.

So verwundert es auch nicht, dass der Veranstaltungskalender der Stadt prall gefüllt ist und inzwischen der eine oder andere Anwohner über die damit einhergehende Verkehrsbelastung klagt.

Die Anreise nach Gdynia ist von mehreren deutschen Flughäfen aus nach Danzig problemlos möglich. Unter Anderem fliegt WizzAir von Dortmund aus. Mit der Bahn erreicht man Gdynia täglich einmal durchgängig von Berlin aus mit einem EuroCity der PKP IC. Umsteigeverbindungen gibt es über Poznań oder Szczecin.

Kartenzahlung in Polen

Polen ist ein Beispiel dafür, dass auch in Ländern mit einer hohen Bargeldaffinität sich durchaus Kartenzahlung flächendeckend durchsetzen kann. Den Anfang machte MasterCard mit PayPass bereits in 2008. Bei meinen ersten Polenaufenthalten war ich 2009 schon in der Lage fast überall mit Karte zu bezahlen. Viele Händler hatten damals schon NFC-Terminals, die meine Payback Maestro ohne Stecken akzeptierten.

Heute sieht es so aus, dass es mit wenigen Ausnahmen in den Städten kein Café, keine Bäckerei und auch keinen Foodtruck mehr gibt, wo man nicht mindestens ein Kartenzahlungsterminal für seine Kunden bereit hält.

Die polnische Regierung, die ja nicht gerade für die Moderne steht, hat gerade erst wieder bekräftigt, dass jeder Bürger in der Lage sein muss, für sämtliche öffentlichen Dienstleistungen aber auch in privaten Geschäften bargeldlos bezahlen zu können. Polen ist da auf einem sehr guten Weg.

Größte Verbreitung in Polen haben Debit-Varianten von MasterCard und VISA. Akzeptiert werden aber selbstverständlich auch Maestro und V-Pay Karten, obwohl diese im Inland nicht (mehr) ausgegeben werden.

Während bei uns noch viele Kaufleute des rückständigen Marktführers EDEKA ausländische Kunden diskriminieren, in dem sie ausschließlich girocard akzeptieren, stellt in Polen jeder Kebapladen Kartenzahlung auch Touristen aus dem Ausland zur Verfügung.

Lediglich mit der Akzeptanz von American Express ist es hier nicht so gut bestellt. Nur wenige Geschäfte haben das Piktogramm an ihren Türen kleben, wobei ich das Gefühl habe, dass die Zahl aktuell zunimmt.

Die Festivallocation

Das Open’er Festival wird auf einer riesigen Fläche des Flughafens Gdynia-Kosakovo ausgetragen. Der Airport ist ein ehemaliger Militärflughafen und wurde in den letzten Jahren für den zivilen Luftverkehr ausgebaut. Aufgrund von Subventionsstreitigkeiten mit der EU ist er allerdings bis heute nicht in Betrieb gegangen. Hintergrund ist auch, dass der benachbarte Flughafen in Danzig (ca. 30 km Entfernung) nicht ansatzweise ausgelastet ist.

Während des Festivals fahren im Minutenabstand Busse vom Hauptbahnhof zum Festivalgelände und wieder zurück. Hierfür hat man bei sämtlichen Betrieben der Region Busse bestellt. Es dürften so um die 150 Fahrzeuge sein, die mit einer kleinen Betriebspause non-stop dafür sorgen, dass die Gäste sicher zum Gelände und wieder zurück kommen.

Während des Festivals haben alle Mobilfunkanbieter ihr LTE-Netz verstärkt. Nachdem es 2014 hier zu einigen peinlichen Ausfällen kam, konnte ich dieses Jahr problemlos Filmaufnahmen vom BlackBerry nach Facebook hochladen und auch das Surfen im Netz war problemlos möglich.

Zwischen den beiden Hauptbühnen befinden sich unzählige Getränke und Imbissstände. Hinzu kommen mehrere Sponsorentempel, wie von MasterCard und Bacardi die abends laut die Technomucke aufdrehen und wo entsprechend getanzt wird. So richtig habe ich nicht verstanden, was das mit einem Festival zu Tun hat. Aber bitte: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Mittlerweile ist das Line-up ziemlich bunt gemischt. Neben ewigen Größen des Rocks wie den Foo Fighters gibt es inzwischen auch einiges aus dem Bereich Hip-Hop und elektronischer Musik.

Speisen und Getränke

Einer der Hauptsponsoren ist Heineken, nach dem das Festival früher auch benannt war. Daher gibt es dort hauptsächlich Heineken-Biere zu kaufen. Ein Becher (ca. 0,4l) kostet dieses Jahr 9 PLN (2,13€).

Hinzu kommen einige nett gestylte Lounges wo auch Zywiec, Paulaner, Desperados und Co. im Angebot sind. Alle Biere haben aber einen geringeren Alkoholgehalt, was man durchaus auch schmecken kann.

Fruchtsäfte und Wasser gibt es an den Ständen von Tymbark. Red Bull und Nescafé sind hier aber genauso unterwegs wie auch Jägermeister. Ob es einen Jäger Alkoholfrei gibt? Betrunkene Menschen sieht man hier auf dem Festival nämlich äußerst selten!

Das Angebot an Speisen ist vielfältig und reicht von den in Gdynia sehr beliebten belgischen Fritten (16 PLN/3,78€) über Pizza (ab 21 PLN/4,96€), Nudeln (20 PLN/4,72€) hin zu Sushi, Burgern (auch vegan) und polnischen Gerichten wie Bigos (um die 20 PLN/4,72€). Mein Favorit ist allerdings der wirklich mächtige Pulled Pork Burger für 25 PLN/5,90€.

Komplettiert wird das Ganze durch Crepe und Stroopwafel-Ständen. Man kann sich auf dem Gelände durchaus ein paar Tage durchfuttern. Trotz täglich rund 20 km Fußmarsch wird die Waage einem das kaum verzeihen.

Die Preise sind zwar durchaus höher als in der Stadt aber immer noch im Rahmen.

Bezahlung

Das Open’er Festival arbeitet seit 2008 mit MasterCard zusammen. Sämtliche Stände, egal ob Getränke, Essen oder Merchandising sind an das Bezahlsystem des Festivals angeschlossen. Seine Abbuchungen erhält man daher auch vom Festival und nicht vom einzelnen Händler. Die Foodtrucks haben i.d.R. aber noch eigene Terminals für den Notfall dabei. Früher wurden diese auch benötigt, um VISA-Zahlungen anzunehmen. Die Akzeptanz aller Karten abseits von MasterCard und Maestro gibt es nämlich erst seit 2016.

Um die kontaktlose Kartenzahlung zu promoten, wurden in den vergangenen Jahren tausende Prepaid-MasterCards ausgegeben. Diese konnten auf dem Festival gegen Bargeld aufgeladen werden. Restguthaben, und das ist natürlich ein Vorteil eines offenen Systems, ließ sich in jedem Geschäft auf den Kopf hauen, das MasterCard akzeptierte.

Die Abwicklung von Kartenzahlungen, egal ob kontaktlos mit Karte oder Smartphone, mit Chip & PIN oder Chip & Unterschrift erfolgt schnell und routiniert. Man merkt gleich, dass an den Verkaufsständen keine Menschen arbeiten, die privat nie Karten benutzen. Bzgl. der verschiedenen Zahlmethoden gab es auch nie Unstimmigkeiten und Rückfragen.

Um die Wartezeit zu verkürzen wurde die 50 PLN-Grenze für kontaktlose Bezahlungen ohne PIN aufgehoben. Gesteckt mussten allerdings sämtliche Beträge per PIN oder Unterschrift bestätigt werden. NoCVM gab es nicht.

Sämtliche Zahlungen mit Karten in EUR wurden in PLN abgerechnet. Es kam kein DCC zum Einsatz mit dem viele Händler und Gastronomen in Polen versuchen, noch eine schnelle Mark extra zu verdienen.

Als Terminals stehen dieses Jahr ipp 220 von Ingenico mit abgesetztem PIN-Pad und NFC-Leser zur Verfügung. Diese sind überall gut zugänglich.

MasterCard Promotion

Da sich das kontaktlose Bezahlen in Polen mittlerweile so etabliert hat, wie bei uns das Bezahlen mit Bargeld, wurden 2016 schon die alternativ erhältlichen Wertmarken eingestampft. Stattdessen führte man erstmals ein NFC-Festivalbändchen mit MasterCard-Technologie ein.

Die NFC-Armbänder lassen sich auf dem Festivalgelände gegen Bargeld aufladen. Dazu kann man entweder an einen Schalter gehen oder dies gleich selbst an einem der an vielen Stellen zur Verfügung stehenden Self-service-Terminals erledigen.

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Bei einer Aufladung von mehr als 50 PLN erhält der Kunde 10 PLN Gratisguthaben automatisch hinzu.

Zusätzlich zur Kartenzahlung lassen sich dieses Jahr auch Getränke und einige Snacks per Festival-App bestellen und per MasterPass bezahlen. Interessant hierbei ist, dass dem Kunden 25% Rabatt gewährt werden. Ein Bier (0,4l) kostet so nur 6,75 PLN anstatt 9 PLN.

Beim erstmaligen Aufrufen der Funktion wird man gefragt, ob man bereits eine Masterpass-Wallet besitzt:

 

Auf dem nächsten Screen erhält man eine Übersicht von polnischen Banken, die eine gebrandete Version der Wallet anbieten. Ganz klein unten versteckt sich dann der Link um direkt auf die Wallet mit MasterCard-Branding zuzugreifen. Aber Achtung: Nach versehentlicher Auswahl einer polnischen Bank gelangt man nur durch Löschen der Cookies wieder zu diesem Punkt zurück. Einer von vielen Punkten, der Masterpass irgendwie hakelig erscheinen lässt. Unter iOS war das Ganze übrigens komplett integriert in der App und wesentlich einfacher zu handhaben.

Mit meinen deutschen Sparkassen-Kreditkarten war die Zahlung, wie eigentlich immer in den letzten Jahren nicht möglich. Erst nach Hinterlegung einer polnischen Debit-MasterCard funktionierte dann auch die Bezahlung nach der man einen 2D-Barcode erhält. Mit diesem geht man dann zum Heineken-Stand seines Vertrauens. Allerdings gibt es dort pro Stand wohl nur einen Handscanner zwecks Validierung des Barcodes.

Alles in Allem eine nette Idee, aber der Bezahlprozess mit Masterpass ist für Android Telefone dermaßen zeitaufreibend, dass man schon sehr erpicht auf 50 Euro-Cent Ersparnis pro Bier sein muss, um sich das anzutun. Abgesehen von meinem Sparkassen-Problem dauern sämtliche Schritte mit Masterpass so lange, dass es einfach keinen Spaß macht. Wenn man unbedingt PayPal kopieren möchte, dann aber auch bitte in Sachen Geschwindigkeit und Einfachheit.

Wirklich nirgends Bargeld?

Während man für wirklich nichts auf dem Festival Bargeld benötigt, in sofern man nicht sein Festivalarmband aufladen möchte, gibt es jedoch an einer Stelle Bargeld zurück:

Normale alkoholische Getränke dürfen nicht mit in den Bereich vor den Bühnen genommen werden. Dort wird ein ultra-ultra-Light Bier von Heineken verkauft (gefärbtes Wasser). Die dickwandigeren Becher erfordern einen Pfand von 6 PLN der zwar bargeldlos kassiert, aber mit Münzen erstattet wird. Dort sitzt jemand auf einem Hocker mit einer Kiste voller 2 PLN-Münzrollen.

Geldautomaten auf dem Gelände

Geldautomaten befinden sich i.d.R. neben den NFC-Bändchenausgaben. Ich habe vier Stück gezählt, es soll aber noch ein paar mehr geben. Sie werden dieses Jahr von Planet Cash betrieben und lassen sich in polnischer oder englischer Sprache nutzen.

Angeboten werden neben der Barabhebung auch PIN-Services und das Aufladen polnischer Prepaid-Handies.

Der voreingestellte Abhebebetrag liegt bei 20 PLN und damit eher auf Notfallbargeld für Kartenzahler ausgerichtet. Man konnte aber in 20 PLN Schritten einen beliebigen Betrag bei 2000 PLN eingeben.

Mit meiner deutschen Mastercard wurde mir DCC mit einem Aufschlag von rund 10% angeboten, jedoch netterweise nur einmal zum Abschluss der Transaktion gefragt. Hier ist Euronet eindeutig nerviger.

Die Abbuchung von meiner Mastercard erfolgte ohne Betreiberentgelt zum Firstdata-Kurs.

Schlangen waren an den Automaten im Gegensatz zu vor noch einigen Jahren nicht zu sehen. Was auch daran liegt, dass inzwischen die durchaus wahrnehmbaren niederländischen und deutschen Gäste vermehrt mit eigenen Karten dort bezahlen.

Fazit

Bargeld wird in Gdynia auf dem Open’er Festival schon lange nicht mehr benötigt.

 

 

BackWerk Bezahlkarte: Ernsthaft?

Eine der am Schnellsten wachsenden Franchiseketten in Deutschland ist BackWerk aus Essen. Viele der SB-Bäckereien findet man in 1a Lagen wie Einkaufsstraßen und Bahnhöfen. Genau wie bei ALDI Süd und Lidl legt in man letzter Zeit mehr Wert auf ein modernes Erscheinungsbild und gesteigerte Aufenthaltsqualität wie bspw. im Bremer Hauptbahnhof.

Die BackWerk-Franchisebetriebe akzeptieren in Deutschland fast ausschließlich, wie so viele ihrer Wettbewerber, lediglich Barzahlung. Eine Ketten weite Payment-Strategie gab es bislang leider nicht. Dass es durchaus Nachfrage nach einer unbaren Bezahlmethode gibt, zeigen nicht nur einzelne Franchisenehmer die Karten akzeptieren, sondern auch viele Filialen in denen mehr Schildchen mit „No card payment“ hängen als es dort Brötchen zu kaufen gibt.

Für Stammkunden, die sich auf dem Weg zur Arbeit regelmäßig einen Kaffee und ein belegtes Brötchen holen kommen so schnell werktäglich 4€ zusammen. Macht in einem durchschnittlichen Arbeitsmonat also 88€ Bargeldbedarf. Was liegt also näher, als dem Kunden hier das Leben zu erleichtern.

Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen in der Essener Franchisezentrale. Ich kann mich noch gut an ein Gespräch mit einer Vertreterin des Unternehmens vor zwei Jahren auf einem unserer Kundentage erinnern, wo ich damals deutlich darauf hingewiesen habe, dass die Zukunft den kontaktlosen Verfahren mit gängigen Bank- und Kreditkarten gehört.

Vor einigen Tagen veröffentlichte BackWerk auf seiner Facebook-Seite eine News über die neue BackWerk-Karte. Eine NFC-basierte Kundenkarte die sowohl Loyalty-Funktionen besitzt (anstelle der Stempelkarte die einem den jeweils elften Kaffee gratis gewährt) und zur Bezahlung in den Bäckereien dienen soll. Für Android-Nutzer gibt es das ganze auch als App.

Die Sache hat nur einen Haken: Man kann online zwar seinen Konto- & Punktestand einsehen aber das war es dann auch. Das Aufladen der Karte funktioniert ausschließlich gegen Bargeld in den teilnehmenden BackWerk-Filiallen.

Zur Erinnerung: Wir schreiben das Jahr 2017. Das Jahr, indem nicht nur der NFC-Rollout bei den großen Handelsketten (mit Ausnahme von EDEKA, aber das ist eine andere Geschichte) abgeschlossen ist, sondern kompatible Terminals in Cafés, Gaststätten, Zeitungsläden und sogar an den Bahnhofstoiletten finden sind. 2017 ist auch das Jahr, indem die Sparkassen ihre Kreditkarten mit NFC ausstatten werden. Und selbst für den Otto-Normalverbraucher hat sich etwas getan: Des Deutschen liebste Karte, die girocard, ist kontaktlos. Genossenschaftsbanken und Sparkassen planen schon die Einführung der girocard als App für Android Smartphones.

Das Thema NFC nimmt langsam Fahrt auf. Ich sehe täglich stets mehr Leute kontaktlos auch für kleinere Beträge bezahlen. Vor einem Jahr war ich noch der Exot der partout seine Karte (oder das Smartphone) nicht aus der Hand geben wollte. Das ändert sich gerade schlagartig.

So richtig kann das mit der Closed-Loop-Karte also nicht Euer Ernst sein, oder? Klar, ihr sagt auf Eurer Facebook-Seite dass das bargeldlose (haha) Bezahlen nur ein Nebenaspekt sei. Aber mal im Ernst: Dieses ganze Stempelkartengedöns ist doch sowas von 1978. Wenn ich im Bahnhof stehe und die Schlange bei BackWerk zwei Mal länger ist, als bei Le Crobag, dann hole ich dort meinen Kaffee.

Ihr werdet jetzt sagen: Aber Starbucks macht doch auch so etwas. Ja, aber zum Einen ist BackWerk nicht Starbucks und zum anderen bietet deren Kundenkarte das Aufladen per Kreditkarte im Web oder im Store an und es gibt dazu dauerhafte Anreize wie den Extrashot Espresso im Gegenwert von 80 Cent. Pro Kaffee versteht sich.

Nun gut, der Kaffee ist bei Starbucks auch etwas teurer als bei Euch. Aber dennoch versucht man es dem Kunden in Sachen Payment gleich auf mehrere Arten leichter zu machen. Starbucks hat mit Ausnahme einiger von SSP betriebenen Stores seit Jahren kontaktlose Kartenterminals und das ohne einen Mindestumsatz. Ich zahle dort regelmäßig auch einen einfachen Espresso mit MasterCard.

Beruhigend finde ich übrigens, dass sich neben mir noch eine Vielzahl anderer User auf Facebook fragen, wieso man nicht auf kreditwirtschaftliche Standards gesetzt hat.

Da kann man nur sagen: Zeichen der Zeit nicht erkannt!

Achtung: Autom. Währungsumrechnung (DCC) jetzt auch kontaktlos

Alle Jahre wieder, immer kurz nach Beginn der Hauptreisezeit, häufen sich die Beschwerden über überhöhte Kartenabrechnungen bei Einsatz in Fremdwährung. Das dahinterliegende System nennt sich DCC (Dynamic Currency Conversion) und soll dem Kunden im Idealfall die Möglichkeit geben, günstiger als zu den Konditionen seines Kartenherausgebers, im Ausland zu bezahlen.

Zumindest bei deutschen Kunden trifft das nur in seltenen Fällen zu. Solche könnten sein, wenn bspw. Kunden der Deutschen Bank oder vieler Sparkassen ihre girocard (Maestro oder V-Pay-Funktion) einsetzen. Hier wird häufig ein Minimalentgelt (0,77€-1,50€) pro Zahlung angesetzt.

In aller Regel aber, trifft das für deutsche Kunden nicht zu, die zur MasterCard oder VISA-Karte greifen und normalerweise zwischen 0% und 1,85% Umrechnungsgebühr bezahlen würden. Der Aufschlag der Händler liegt fast immer deutlich darüber.

Die Regeln besagen, dass der Kunde aktiv vor die Wahl gestellt werden muss. Entweder durch die Kassenkraft (die teilweise mit Suggestivfragen gezielt in die Irre führt) oder direkt am Terminal. Wenig intuitive (oder bewusst verwirrende) Bedienerführung sorgen dann auch oft dafür, dass der Kunde am Ende gegen seinen Willen der Umrechnung zustimmt.

Bislang galt der Tipp: Wenn möglich kontaktlos zahlen. Leider ist der nun obsolet. Ich habe heute das erste CCV-Terminal gesehen, wo nach dem „Tap“ der Kunde nach der Währungsumrechnung gefragt wurde. Das lief zwar in diesem Falle sehr transparent ab, hat aber dennoch nicht verhindert, dass ich unkonzentriert wie ich war, daneben getippt habe.

Also: Schön aufgepasst am POS und im Zweifelsfalle die Kassenkraft bitten zu stornieren!

Update 11.05.2017: Nach mehreren Leserhinweisen, soll es DCC bei NFC schon seit Längerem geben und bspw. auch in Polen angewandt werden. Also: Augen auf an der Kasse!

boon & Apple Pay im Alltagstest

Auch wenn Apple Pay noch nicht offiziell in Deutschland gestartet ist, so gibt es dennoch mit boon von Wirecard eine auch für den Laien leicht über den französischen AppStore zu beziehende Prepaid-Alternative zur eigenen Kreditkarte in der Wallet.

Boon ist im Frühjahr 2016 zunächst in UK gestartet. Aufgrund der doppelten Währungsumrechnung habe ich das Produkt zunächst nur zu gelegentlichen Tests eingesetzt, um festzustellen, in wie weit die Terminals der Händler in Deutschland schon kompatibel waren. Denn schon damals wurde den Nutzern von Apple Pay versprochen, dass sie an jedem NFC-fähigen Terminal weltweit willkommen wären. Das war zu der Zeit allerdings noch Wunschdenken.

Jetzt, mit dem Marktstart in Frankreich, macht boon natürlich auch für einen deutschen Konsumenten Sinn. Die Registrierung bei wirecard erfordert keine Fake-Adresse und man kann bequem via SEPA-Überweisung sein Konto schnell und kostenlos auffüllen. Die manuelle Aufladung ist weiterhin mit VISA-Karten einiger Issuer kostenlos.

Nach nunmehr rund drei Monaten mit boon, ist es an der Zeit, ein Fazit zu ziehen. Wie alltagstauglich ist Apple Pay in Deutschland im Jahre 2017 wirklich?

Supermärkte und Discounter

Egal, ob Lidl, ALDI oder REWE: Mit boon ist man überall flüssig und der Zahlungsprozess läuft angenehm schnell vonstatten. Mindestumsätze gibt es hier nicht. Über EDEKA kann ich leider nichts Positives sagen. Die Märkte, die ich kenne, arbeiten noch mit alten Artema Hybrid-Terminals und nehmen teilweise sogar 10€ Mindestumsatz. Logisch, dass ich da lieber zum Wettbewerber gehe.

Essen und Trinken

Starbucks akzeptiert schon seit Langem kontaktlose Zahlungen. Das funktioniert mit Apple Pay ebenfalls. Bei McDonalds, KFC und Burger King kann man sagen: Überall, wo MasterCard kontaktlos akzeptiert wird, funktioniert auch boon. Es gibt nur noch wenige Franchisenehmer, die sich auf die girocard oder gar Barzahlung beschränken.

Vapiano, als einer der ersten deutschen Ketten mit PayPass-Akzeptanz, verarbeitet auch Zahlungen mit Apple Pay zuverlässig. Der Wettbewerber L´Osteria hat hingegen NFC an allen Terminals deaktiviert.

Auf Reisen

Positiv getestet wurden die Tankstellen Esso und Aral, wobei ich bei Aral aber auch gelegentlich auf Terminals gestossen bin, die Fehlermeldungen produzierten. Hier ist es immer sinnvoll, eine normale Karte dabei zu haben.

Sowohl an Autobahnraststätten als auch an großen Bahnhöfen ist es inzwischen möglich, die Toiletten mit NFC zu bezahlen. Bei Sanifair funktioniert Apple Pay problemlos. Die Rail & Fresh-Toiletten von Hering sorgen noch manchmal für Probleme. Auch hier ist eine zweite Kreditkarte (oder eine 1€-Münze) sehr zu empfehlen.

Bahn- und ÖPNV-Tickets lassen sich heute noch nicht mit Apple Pay erwerben. Die meisten kommunalen Betriebe beschränken ihre NFC-Akzeptanz auf girogo. Die Deutsche Bahn hat NFC in ihren Reisezentren deaktiviert und deren Automaten haben heute noch keine entsprechenden Lesegeräte.

Abseits des Mainstreams

Dass die großen Kettenbetriebe bereits für Apple Pay ausgerüstet sind, verwundert nicht weiter. Damit ein Zahlungssystem im Alltag funktioniert, ist es jedoch wichtig, wie es um die Akzeptanz in kleineren Geschäften und Restaurants bestellt ist.

Meine Challenge bestand daher auch darin, genau an solchen Orten zu testen, wo man es nicht unbedingt erwartet.

Egal, ob in der Apotheke in Duisburg-Ruhrort, einem Griechen in Ottersweier, der Linde in Sasbach oder an der Hotelbar im ibis: Das System funktioniert einfach. Inzwischen haben auch viele kleinere Betriebe im Rahmen der üblichen Zyklen neue Terminals erhalten, die Mastercard und VISA kontaktlos verarbeiten.

Klar, dass es fast überall noch ungläubig staunende Gesichter gab, aber das sind wir Payment Nerds ja schon von unseren kontaktlosen Karten gewöhnt.

Immerhin konnte ich in den letzten drei Monaten etwas über 1.500€ geschäftlichen und privaten Umsatz über boon abwickeln.

Alles super, oder?

Ja, aber mit einer Einschränkung: Betrachtet wurden natürlich nur Akzeptanzstellen, die heute schon MasterCard kontaktlos verarbeiten. Interessant hierbei: Restaurants in der Badischen Provinz gehören häufiger dazu als solche in der Kölner Innenstadt, wo es häufig heißt „Nur Bargeld“ oder „EC-Karte ab 20€“.

Insgesamt inzwischen eine gute Ausgangsbasis für den Marktstart von Apple Pay in Deutschland, aber für den großen Durchbruch fehlen natürlich noch die ganzen Läden, die heute ausschließlich auf Bargeld setzen.

Wenn man aufmerksam lauscht, so scheint auch hier langsam ein Umdenken einzusetzen und die Anzahl der Terminals steigt insgesamt. Ob hier aber konsequent auf die Implementierung aller Kartenverfahren gesetzt wird, oder aber bei girocard kontaktlos Schluss sein wird, bleibt abzuwarten.

Hier liegt der schwarze Peter aber ganz eindeutig bei den Acquirern, ihre unsägliche und in Zeiten von N26 & Co. überholte Kommunikationsstrategie in Richtung ihrer Kunden zu ändern. Die Kreditkarte, die häufig gar keine ist, ist schon lange nicht mehr nur Zahlungsmittel der kaufkräftigen, zumeist ausländischen Touristen, die sich eher seltener in eine Gelsenkirchener Straßenbahn verirren.

Für viele Bankkunden sind MasterCard oder VISA inzwischen die präferierten Zahlungsmittel, Die girocard dient häufig nur noch als Backup, so sie sie nicht ganz verschmähen.

Bargeldlos zur CeBIT 2017

Mein erstes Mal ist schon eine ganze Weile her: Anno 1992 war ich zum ersten Mal auf der CeBIT als Gast. Mein erstes Mal als Unteraussteller war 1993 am Stand von ZyXEL Communications. Zur Hochzeit der damals noch nicht Post/BZT-zugelassenen Modems mit denen man sich in privaten Mailboxen einwählen konnte. Ich habe also quasi das Ende des Postmonopols und den Start der digitalen Mobilfunknetze D1 und D2 hautnah miterlebt.

Schon zu der Zeit war ich kein Freund von Bargeld und glücklich darüber, dass man in den Messerestaurants mit Kreditkarte bezahlen konnte. Leider war das in den frühen 1990ern an den vielen Wurstständen, Snackbars und Eisständen noch nicht möglich.

Inzwischen sind 25 Jahre vergangen. Die NFC-Welle rollt über unser Land und selbst die sonst so zurückhaltenden Discounter sind Apple Pay-ready. Man sollte meinen, dass dies auch seine Spuren auf der Welt größten ITK-Messe hinterlassen hätte. Aber lest selbst.

Die Anreise

Wie üblich habe ich die Reise mit der Bahn angetreten. Während zu Anfang des Jahrtausends schon drei Monate vorher nicht mehr an eine Sitzplatzreservierung zu Messezeiten zu denken war, sieht das anno 2017 anders aus. Selbst vier Wochen vor dem Reisedatum waren noch Sparpreise erhältlich. Für die Fahrt in der 1. Klasse (Hin mit dem IC2 und zurück mit einem ICE) habe ich knapp 75€ bezahlt. Das kann sich sehen lassen.

Mein Frühstück habe ich wie immer bei REWE To Go im Kölner Hauptbahnhof gekauft. Im IC2 gibt es nämlich nur einen Am-Platz-Service der auf Bargeld besteht. Am Montag kam noch hinzu, dass die Experten es nicht einmal geschafft haben, Kaffee zu liefern. Wohl dem, der vorgesorgt hat.

Da mein Ticket lediglich bis Hannover Hbf galt, tat sich hier die erste Falle auf. CeBIT-Tickets gelten wohl seit einigen Jahren nicht mehr automatisch als Ticket für den ÖPNV im Großraum Hannover. Mit der City-Ticket-Funktion des Fernverkehrstickets kann man aber lediglich die U-Bahn 8/18 zur Messe Nord nehmen. Wer sich also in einen Metronom zum Messebahnhof Laatzen setzt, fährt schwarz.

Die Automaten der Üstra akzeptieren übrigens immer noch nur die deutsche girocard und GeldKarte. Für eine Messestadt ist das mehr als peinlich. Aber Düsseldorf ist da ja auch keinen Deut besser.

Die Bahnen waren angenehm leer und es gab auch keinerlei Schlange am Eingang. Das sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus. Aber bei einem Rückgang von 800.000 Besuchern im Rekordjahr 2001 auf jetzt erwartete 200.000 Besucher auch kein Wunder.

Auf dem Messegelände

Mit erster Besuch führte mich zum Stand von SecuSmart, der BlackBerry-Tochter die unsere Kanzlerin mit einem speziell gesicherten BlackBerry Q10 ausgestattet hat. Kollegen meiner Firma GFI haben dort am Montag und Dienstag interessierten Kunden Rede und Antwort zu den BlackBerry-Softwarelösungen gestanden.

Auf dem Weg dorthin hieß es natürlich: Augen offen halten.

Sowohl auf dem Außengelände als auch in den Hallen waren an den Verkaufsständen leider keinerlei Akzeptanzsticker zu sehen. Neben den Registrierkassen waren auch keine Kartenterminals zu sehen.

Mit Ausnahme eines „Healthy-Food“-Stands in Halle 11, dort wo sich viele Startups präsentierten, waren Kartenterminals nur in den Restaurants zu finden.

Damit hat sich gegenüber 1992 eigentlich so gut wie nichts verändert. Immerhin ließ sich in der Pizzeria an Halle 14 kontaktlos mit Apple Pay bezahlen. Das Essen war lecker und preislich völlig im Rahmen.

Besonders positiv zu erwähnen: Ich habe den Bewirtungsbeleg irgendwo auf dem Messegelände verloren. Meine E-Mail-Anfrage mit den Kartenzahlungs- und Produktdaten wurde von der Catering-Firma der Messe prompt beantwortet. Bereits am frühen Morgen erhielt ich ein PDF mit einer Belegkopie. Das nenne ich wirklich mal 1a Service!

Nach einigen weiteren Standbesuchen habe ich mich mit Juliane und David von MasterCard in besagter Halle 11 zum Kaffee getroffen. Es ist immer wieder schön, Menschen die man sonst nur von angeregten Twitter-Diskussionen kennt, im echten Leben zu treffen. Und beschäftigte natürlich die Frage, wie es mit Payment in den nächsten Jahren weiter geht und welche besonderen Herausforderungen wir in Deutschland noch zu bewältigen haben.

Vertane Chance

Die CeBIT war immer die Leitmesse für IT und Kommunikation und das Aushängeschild für den Technologiestandort Deutschland. Auch Akquirer sowie die Hersteller von Kartenterminals und Online-Payment-Lösungen waren früher immer mit großen Ständen vertreten.

Wo, wenn nicht nicht hier, sollte man eigentlich mit gutem Beispiel voran gehen?

Es ist schon klar, dass für die überschaubare Anzahl von Messetagen nicht für jeden Eisstand ein Verifone H5000 gekauft oder dauerhaft gemietet werden kann. Genau hierfür wurden aber die Einfachterminals entwickelt, die es von Concardis, iZettle und Co. ohne Grundgebühr für kleines Geld zu kaufen gibt. Bei den Margen sollten die 0,95%-2,7% absolut keine Rolle spielen. Und wenn doch, können das Magnum oder die Bratwurst gerne 10 Cent teurer werden. Auf der Messe achtet da eh niemand drauf.

Weiterhin frage ich mich, wieso es problemlos möglich ist, vom kompletten Messestand, bis hin zur Kaffeemaschine und Zierpflanzen alles für die fünf Tage mieten zu können. Nur  bei Kartenterminals scheint dies immer ein Problem zu sein.

Wo sind die Akquirer oder sogar die Schemes mit entsprechenden Angeboten? Es kann doch nicht so schwer sein, für solche Events mal 100-200 aktuelle Terminals auf Lager zu halten und so Werbung in eigener Sache zu betreiben. Ich gehe sogar soweit, dass man im Grunde auch auf sämtliche Interchange- und Technikgebühren verzichten sollte und den Käufern darüberhinaus 5-10% Rabatt auf die gekauften Artikel gewähren oder aber auf die Bargeldakzeptanz komplett verzichten sollte.

Auf einer Messe für Fachpublikum wird sich sicherlich niemand finden, der nicht mindestens eine girocard im Gepäck hat.

Die Rückfahrt

Zum Schluss wurde es noch mal ein wenig hektisch, da ich noch meinen Mantel in Halle 6 abholen durfte. Aber ich habe es dennoch pünktlich zum Hauptbahnhof geschafft.

Auf den Bahnsteigen stehen immer noch die von GEILE Warenautomaten betriebenen Snackautomaten mit girogo-Akzeptanz. Der Bezahlprozess hat dort nie, wie auf dem Automaten beschrieben, funktioniert. Statt „Select, Tap, Go“ musste man „Tap, Select, Tap, Go“ machen. Auch nur etwas für Eingeweihte. Auf den Hinweis der falschen Anleitung und der vom Kartensensor nicht abgeschliffenen MasterCard und VISA-Logos hat GEILE nie geantwortet. Das kennt man aber von Selecta in Deutschland auch. Ganz anders die Schweizer!

Die Automaten funktionieren allerdings, wie einige andere auch, nicht mehr mit den neuen Sparkassen-Karten mit girocard kontaktlos und girogo auf einer Karte. Ich habe das im November gemeldet und es sollte eigentlich kurzfristig behoben werden. Leider Fehlanzeige. Aber nun gut: girogo ist eh tot und die GEILE Automaten werden bundesweit eh sukzessive von Selecta-Automaten abgelöst.

Der Zug lief pünktlich in Hannover ein. Zeit, für einen Kaffee aus dem BordRestaurant, der mir an den Platz gebracht wurde. Leider musste ich hierfür meine MasterCard aus der Hand geben. Eigentlich ein No-Go aber die Bahn ist da einfach noch nicht soweit.

 

 

Bargeldlos in Genf

Anlässlich der Installation einer Unified Communication-Lösung, die MIFID II konform auch die Telefonate, die über Mobiltelefone geführt werden, aufzeichnet, hat es mich für zweieinhalb Tage nach Genf verschlagen.

Selbstredend habe ich nebenbei auch testen wollen, wie es um die Akzeptanz bargeldloser Bezahlverfahren in der Schweiz steht.

Aufgrund meines Kartenportfolios hatte ich nicht wirklich Lust, Bargeld am Automaten zu ziehen (4,50€ mit der SparkassenCard +1%) und habe es dieses Mal wirklich auf Zero-Cash angelegt. Da ich mit der SparkassenCard (girocard plus maestro) mind. 0,77€ pro Zahlung berappen darf, war die Karte der Wahl eine MasterCard Gold meiner Sparkasse mit 1% Fremdwährungszuschlag. Weil die Karte dazu noch Chip&Signature und kein NFC unterstützt, war der Kugelschreiber mein bester Freund.

Die Reise habe ich, wie meistens, mit der Bahn unternommen. Das Ticket für die Hin- und Rückfahrt in der ersten Klasse des ICE hat 140€ gekostet. Ich habe es als Handyticket bezogen und mit besagter MasterCard beglichen. Für die Fahrt zum Hauptbahnhof musste ich noch ein Einzelticket bei der KVB erwerben. Das Ganze natürlich als Handyticket.

An der Haltestelle wurde ich von einem Anfangzwanziger angesprochen, ob ich ihm nicht einen Fuffi für das Ticket wechseln könnte. Meine Hinweise auf die GeldKarte („habe ich nicht geladen“) und die App der KVB bzw. HandyTicketDeutschland („habe ich auch nicht“) fand wenig Gegenliebe. Da habe ich mir es erspart zu fragen, ob dieser Payment mäßig unterversorgte Mensch vielleicht die PayPal App auf seinem iPhone hat. Ich hätte ja meine, stets geladene, GeldKarte nehmen können, um ein Ticket für ihn zu kaufen. Das nur am Rande.

Für die Reise habe ich mich im REWE-to-Go am Kölner Hauptbahnhof noch mit etwas Proviant eingedeckt. Den Kleinbetrag von 3,80€ habe ich kontaktlos mit einer Debit MasterCard beglichen. Das erstaunt dort inzwischen auch niemanden mehr.

Mit dem ICE ging es nach Basel SBB und weiter mit Umstieg in Biel/Bienne mit einem Neigetechnikzug (ICN) nach Genf. Die Fahrt verlief inkl. der zwei Umstiege reibungslos. Im Zug habe ich meine letzten EUR-Münzen gegen einen Kaffee getauscht. Ich war ehrlich gesagt zu faul, um aufzustehen und selbst ins Bistro zu rennen oder den APS-Mitarbeiter mit der Karte loszuschicken.

In Genf angekommen, ging es erst einmal ins Hotel. Das ibis Centre Gare liegt nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof und wurde vor Kurzem im neuen ibis Design renoviert. Das Frühstück hätte etwas umfangreicher sein können. Da bin ich aus Wien und Kraków ehrlich gesagt Besseres gewohnt. Ansonsten ist dieses Hotel nur zu empfehlen. Freundliche Mitarbeiter, gute Lage und bequeme ibis-Betten.

Da uns am ersten Abend nicht gerade nach Experimenten zu Mute war, zog es uns zum Essen ins Vapiano. Im Nachhinein betrachtet war das wohl ein Fehler. Das Preisniveau lag, wie in der Schweiz üblich, mind. um den Faktor 2,5 höher als in Deutschland. Dafür war das Essen OK, aber nicht brilliant. Zu ähnlichen Preisen haben wir in Genf Besseres erhalten.

Beim Vapiano fiel zuerst auf, wie normal DCC mittlerweile in der Schweiz ist. Dieses System, dass dem Kunden den Service bietet, in Heimatwährung zu bezahlen, ist aufgrund der schlechten Wechselkurse ein Quell ständigen Ärgers. Vorgabemäßig war an den Würfelterminals die Belastung in EUR eingestellt. Die Bedienung (Pfeiltaste nach unten oben am Würfel, dann OK unten auf dem PINPad) ist für Ungeübte doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Weiter ging es in eine Brasserie am Place du Molard mit Hausbrauerei. Ein halber Liter Bier kostet, je nach Sorte, zwischen 8,40€ und 9,40€. Hier wurden ebenfalls alle Karten genommen und es kam wieder die Frage nach DCC.

Den Rückweg haben wir mit der Tram angetreten. Das ist übrigens eine ganz tolle Sache der Genfer Hoteliers. Jeder Gast erhält für die Dauer seines Aufenthalts eine Karte für den ÖPNV. In unserem Fall war diese drei Tage gültig, was einem Preisvorteil von 30 CHF entspricht.

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Das ÖPNV-Netz ist gut ausgebaut. Es fahren in dichtem Takt eine Vielzahl von Bussen, Trolleys und Trams. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in der City liegt aber irgendwo im Bereich den man auch zu Fuß schaffen könnte. Für diejenigen, die ihre ÖPNV-Tickets bezahlen müssen, bieten die Automaten neben der Zahlung mit CHF und EUR (!)-Münzen auch die Akzeptanz aller gängigen Karten an. Das las sich auf einer Travelseite zu Genf übrigens ganz anders. Das nur am Rande.

Insgesamt zwei Mal waren wir in der Spaghetti Factory zu Mittag. Das Essen war um Längen besser als im Vapiano Genf, die Mitarbeiter super aufmerksam und freundlich und überraschte dadurch, dass DCC gar nicht erst angeboten wurde. Man hatte seine mobilen Terminals auch nicht von Six….

Abends hatte ich noch einen englischen Pub im Visier, aber dort gab es keine Akzeptanzzeichen der Tür, dafür aber Burger zu McDonalds-Konditionen (11 CHF). Also haben wir noch etwas weitergesucht und eine nette Pizzeria gefunden. Dort hingen zwar auch keine Akzeptanzlogos, aber wir wurden dort quasi vom Chef mit den Worten „Credit card? No Problem!“ empfangen und in den Arm genommen. Das Pizzen waren wirklich gut, auch wenn Preise um 23CHF bei uns Touristen aus Niedriglohnländern ein Stöhnen hervorrufen.

Die letzte Stationen waren ein Starbucks und die Hotelbar des ibis. Der Starbucks bot kein DCC an. Das Hotel jedoch schon. Die Dame an der Rezeption hat beim Checkout auch offen zugegeben, dass sie jedem Gast die Zahlung immer in Landeswährung empfiehlt.

Am Ende der Reise stand der (CHF) Bargeldzähler bei 0€. Das musste dann mit Hefeweizen im ICE gefeiert werden. Natürlich mit MasterCard bezahlt.

Was die Verbreitung der Kontaktloszahlung angeht: Eigentlich sieht man fast überall NFC-fähige Terminals. In der Gastronomie wo der Kellner das Terminal bedient, wird aber dennoch die Karte defaultmäßig gesteckt.

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Fazit:

Bargeldlos in der Schweiz geht, auch wenn es sicherlich Orte gibt, die noch keine Karten akzeptieren. Für einen umfänglichen Test müsste man aber auch Bäckereien, kleinere Dienstleistungsgeschäfte etc. mit einbeziehen. Dazu war in den zwei Tagen aber leider keine Zeit. Im und um den Genfer Hauptbahnhof hat man aber überall die Akzeptanzlogos der gängigen Kartenanbieter in der Tür hängen sehen.

Update zum Thema DCC:

Der Schweizer Zahlungsdienstleister verspricht den Kunden eine Rückerstattung, wenn der Kurs seiner Hausbank günstiger als DCC sein sollte. Das finde ich in sofern bemerkenswert, als dass dies bei den im Terminal angezeigten Kursen durchgängig der Fall war. Da hofft man wohl darauf, dass der Kunde zu faul ist.

Unterwegs im ÖBB Nightjet

Die meisten Bahninteressierten werden es bereits mitbekommen haben. Nach mehreren Fahrplanwechseln mit Linienkürzungen und Streichungen, hat sich die Deutsche Bahn endgültig aus dem Geschäft mit den klassischen Nacht- und Autozügen verabschiedet.

Offiziell wird dieser Schritt mit den hohen Verlusten und dringendem Investitionsbedarf begründet. Kenner der Materie werfen der DB allerdings einige üble Taschenspielertricks vor, die die Verluste künstlich in die Höhe getrieben haben, um die Nummer beim Aufsichtsrat durchzubekommen.

Sei es, wie es mag. Neben einigen saisonalen Angeboten privater EVUs, sind die österreichischen Bundesbahnen in die Bresche gesprungen und haben ehemals gemeinsam betriebene Linien nun unter eigener Regie übernommen. Einige ehemalige DB-Angebote in Richtung Schweiz haben die ÖBB ebenfalls übernommen.

Warum Nachtzug

Da ich fast alle meine Reisen mit der Bahn tätige, stehe ich häufiger vor dem Problem, dass Reisezeit und nutzbare Zeit am Zielort nicht unbedingt in einem guten Verhältnis zu einander stehen. Für die Strecke von Köln nach Wien benötigt der direkte ICE 9h15. Die schnellste Verbindung mit Umstieg in Frankfurt immerhin noch 8h15. Rechnet man den Vor- und Nachlauf mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein, so gehen fast immer zehn Stunden für eine Strecke drauf. Sicher, man kann im ICE arbeiten, dösen, essen oder sich betrinken. Der Tag aber, ist so oder so hinüber.

Mit dem Nachtzug hingegen gewinnt man im Idealfall einen Tag. Gerade für verlängerte Wochenenden in der Donaumetropole ideal!

Im konkreten Fall habe ich ein paar Tage rund um den Jahreswechsel 2016/2017 in Wien verbracht (siehe auch: Bargeldlos in Wien). Entgegen dem ursprünglichen Plan am 2. Januar nach Hause zu fahren und erst gegen 23:00 in der Wohnung zu sein, habe ich am 23.12. noch einmal spontan nach Preisen für den Nightjet am 01.01. gesucht. Trotz der relativ kurzen Zeit bis Reiseantritt habe ich noch einen guten Preis erhalten (siehe unten). Rechne ich die gesparten Übernachtungskosten von knapp 100€ inkl. Frühstück heraus, so kann man das Ticket durchaus als Schnäppchen bezeichnen. Da lohnte es sich auch, das bereits vorhandene Sparpreisticket für den ICE gegen Gebühr zu stornieren.

Freier Eintritt in die Lounge

Die ÖBB bietet allen Reisenden im Schlafwagen, unabhängig von einer Statuskarte, den freien Zugang zu ihren Lounges am Tag der Reise. Da das Wetter an dem Tag zusehends schlechter wurde, war ich für das Angebot sehr dankbar.

Die Lounge im neuen Hauptbahnhof verfügt über bequeme Sitzlandschaften mit Tischen und Steckdosen an fast jedem Platz. Neben den üblichen Softdrinks und – genießbaren – Kaffeespezialitäten gab es auch Gösser Pilsener aus der Flasche, ein paar Knabbersachen und etwas, was wie Kuchen aussah.

Die dreieinhalb Stunden bis zur Abfahrt des Nightjets vergingen dort wie im Flug.

Das Boarding

Ich wurde von zwei Stewards des Caterers „Newrest Wagon Lits“ freundlich empfangen. Der jüngere der beiden Herren sollte übrigens ab Passau die Zugführerbinde übernehmen. Er hatte nämlich die entsprechende Ausbildung in seiner Zeit bei der DB absolviert.

Nach Abfahrt in Wien wurden erst einmal die Tickets kontrolliert und die Bestellungen für das Frühstück und den Weckdienst aufgenommen.

Jeder Schlafwagengast wurde darüberhinaus mit einem kleinen Willkommenspaket begrüßt, in dem sich u.a. Hausschlappen, eine Piccolo-Flasche Prosecco und Ohropax-Stöpsel befinden.

Das Abteil

Ein Argument der DB für die Einstellung des Nachtverkehrs war auch das veraltete Wagenmaterial und der angeblich niedrige Standard. Der Schlafwagen des Zuges war von der Bauart  WLABmz173.1 und von der DB Autozug übernommen. Erkennbar auch an der rot/lichtgrauen Lackierung. Bis zur Überarbeitung durch die ÖBB wird der auch noch einige Monate so weiter fahren.

Die Einschätzung aus dem Bahntower kann ich so gar nicht nachvollziehen. An vielen Stellen im Abteil und Dusche/WC an den Waggonköpfen kam schon das aus den ICE bekannte Holz in Multiplex-Optik zum Einsatz. Die Betten auch im 2. Klasse-Abteil haben eine angenehme Breite von einem Meter und eine bequem harte Matratze. Lediglich die Fensterdichtungen hätten mal überarbeitet werden können.

Im Standard-Abteil findet sich hinter Klapptüren ein Waschtisch mit Spiegel und Steckdose für Rasierer.

Die Abteile lassen sich verschließen. Für den Zutritt von Außen gibt es eine Schlüsselkarte mit Lochkartenmuster.

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Eine weitere Steckdose befindet sich am Kopf des untersten Bettes und ist für eine Leistung von 150W ausgelegt. Wer also mit vielen Geräten und/oder mehreren Reisenden in so einem Abteil unterwegs ist, sollte über Akkupacks und Mehrfachstecker nachdenken. Hier könnte die ÖBB sicher noch etwas nachlegen. Genauso wäre WLAN sinnvoll.

Sanitäre Einrichtungen

Im Schlafwagen gibt es – neben den in die Deluxe-Kabinen integrierten Duschen und WC´s – jeweils ein WC und ein kombiniertes WC mit Duschkabine am Kopf. Die Sauberkeit war gegeben. Lediglich die Papierkörbe sind ein wenig zu klein, so dass stets benutzte Papierhandtücher hinaushingen. Das sieht nicht schön aus. Aber im Grunde kennt man das aus den ICE. Einige Pappnasen verstehen die englische Aufschrift „Push“ nicht und stopfen ihre Papiertücher in sämtliche Öffnungen der Schränke der WC-Kabine….

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Wer morgens wirklich duschen möchte, sollte aber ein Deluxe-Abteil wählen. Schließlich kann niemand garantieren, dass zur gewünschten Zeit die Kabine frei ist. Wer, wie ich, am Zielort wohnt, kann sich den Aufpreis lieber sparen und stattdessen zu Hause duschen. Als Alternative gibt es in vielen größeren Stationen in Deutschland aber auch Duschkabinen in den WC-Anlagen der Bahnhöfe.

Verpflegung an Bord

Nachdem die Ticketkontrolle durchgeführt wurde, hatte ich die Möglichkeit beim Steward eine Kleinigkeit zu Essen zu bestellen.

Ich habe mich für eine Gulaschsuppe entschieden, die recht schmackhaft, aber ein wenig zu kühl war. Für 5,60€ inkl. recht sättigender Sandwiches als Beilage ein mehr als fairer Preis, der allerdings bar zu entrichten war.

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Um besser Essen zu können, wurde ein kleiner Tisch aufgebaut. Diese befinden sich normalerweise hinter Klappen im Gang des Waggons. Nach dem Essen wurde der Tisch schnell wieder abgebaut und das Bett ausgeklappt.

Kann man im Schlafwagen wirklich schlafen?

Das ist ein ganz schwieriges Thema. Es soll ja Leute geben, die selbst ohne Alkoholeinfluss tief und fest auf einer Bassbox in der Disco schlafen können. Ich bin da leider etwas empfindlicher und das ist auch das große Manko der Schlafwagen.

Zum Einen gibt es eine ganze Reihe von Lichtquellen, wie bspw. floureszierende Aufkleber, beleuchtete Schalter und ein kleiner Spalt unten an der Tür, wo sich das Blech etwas verzogen hat.

Zum Anderen brummt quasi die ganze Zeit die Belüftung. Lediglich beim Flügeln des Zuges in Nürnberg sowie während Recuperationsphasen ist es eine Weile ruhig. Das kann schon ganz schön nervig sein. Getoppt wird der Soundteppich allerdings von der Spülung des WCs im Deluxe-Abteil inmitten des Waggons. Man liegt quasi direkt mit dem Ohr daneben.

Aus den genannten Gründen war an Tiefschlaf nicht zu denken. Allerdings fühlte ich mich am Tag danach dennoch nicht wirklich gerädert und bin nach kurzem Aufenthalt zu Hause frohen Mutes ins Büro gefahren. Somit konnte ich problemlos einen Urlaubstag einsparen, den ich ansonsten sinnlos im Zug verbracht hätte.

Vielleicht ist das aber auch alles Gewöhnungssache. Vielleicht sollte ich nächstes Mal einfach den Prosecco statt des Bieres trinken. Von Sekt werde ich nämlich immer schon nach drei Schluck müde.

Das Frühstück

Das Wecken erfolgte vereinbarungsgemäß eine Stunde vor Ankunft in Köln. Wie angekündigt, kam 10 Minuten später der Steward mit dem Klapptisch und Frühstückstablet vorbei.

Im Preis sind sechs Komponenten inbegriffen. Jede weitere kostet einen Aufpreis von einem EUR (alles bar zu bezahlen). Das Heißgetränk kann man sich kostenlos nachfüllen lassen.

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Der Kaffee war genießbar, die Brötchen OK. Man merkte ihnen aber an, dass sie vom Vorabend waren. Ich glaube etwas Brot als Alternative würde einen noch besseren Eindruck hinterlassen.

Wie komme ich an ein Ticket und was kostet es?

Tickets lassen sich sowohl über bahn.de als auch oebb.at beziehen. Da die DB für eine Übergangszeit noch Tickets mit BahnCard-Rabatt verkaufen darf, ist aktuell für Schlafkabinen die DB die bessere Adresse. Ein weiterer Vorteil bei der DB: Sparpreis-Tickets lassen sich teilweise stornieren. Bei einem Nightjet-Ticket gilt das lediglich für den Fahrkartenanteil (ohne Reservierung Schlafplatz) und es werden aktuell 19,50€ Stornogebühren zusätzlich abgezogen. Tickets sind als PDF zu erhalten und müssen aber ausgedruckt mitgeführt werden.

Für die einfache Strecke in einer Einzelkabine habe ich 151,90€ bezahlt. Die unterschiedlichen Abteilkategorien findet ihr hier.

Fazit

Die Reise im Nachtzug ist nach wie vor eine gute Alternative auf längeren Strecken. Vielfach lässt sich auch noch Geld dabei sparen. Auf jeden Fall spart man aber eine Menge Zeit.

Die ÖBB tut wirklich Alles, damit sich der Gast wohlfühlen kann. Die Inklusivleistungen für Schlafwagengäste sind vorbildlich.

Demnach wird das sicher nicht die letzte Fahrt im ÖBB Nightjet gewesen sein.

Eine Sache aber sollte die ÖBB unbedingt überdenken: Es kann nicht sein, dass sich die Deutsche Bahn aus dem Geschäft zurückzieht, der ÖBB die notwendigen Investitionen und das unternehmerische Risiko überlässt und dann nicht nur günstigere Preise anbieten kann, sondern darüber hinaus noch die Vertriebsprovision einstreicht.

Die ÖBB sollte tunlichst dafür sorgen, dass über oebb.at stets der günstigste Preis verfügbar ist und die BahnCard wie VorteilsCARD und Halbtax-Abo die üblichen 25% Rabatt sicherstellen.

Bargeldlos in Wien

„Zwischen den Jahren“ soll es sich besonders entspannt im Büro arbeiten lassen. Um die Kolleginnen und Kollegen nicht dabei unnötig zu stören, habe ich mich für eine Kurzreise nach Wien entschieden.

Ich war zuvor zwei Mal dort. Immer nur für ein kurzes Wochenende. Viel zu wenig für eine so große und schöne Stadt.

Wie meistens, bin ich auch dieses Mal mit der Bahn dorthin gefahren. Das Sparschiene-Ticket (1. Klasse ICE Direktverbindung, 77€) habe ich über die Seite der ÖBB gebucht, da unsere DB etwas teurer war. Beim Buchen mit meiner MasterCard überraschte mich dann erstmals die Zweifaktor-Authentifizierung über eine TAN in der „S-ID-Check“ App.

Entgegen meinen persönlichen Präferenzen, aber aufgrund der Zugbindung, entschied ich mich ein Taxi über die taxi.eu-App und nicht über myTaxi zu bestellen. myTaxi ist bei Vorausbestellungen leider sehr unzuverlässig in Köln. Aber auch mit der offiziellen App der etwas bräsigen Taxiruf Köln e.G. kann man inzwischen bargeldlos bezahlen. Evtl. muss man dafür fünf Fahrer am Bahnhof abklappern und vier Konzessionsnummern aufschreiben und bei der Stadt Köln anschwärzen. Bestellt man über die App mit Hinweis „EC-Kartenzahlung“ hat man die Probleme aber nicht. Ich wurde von einem Fahrer abgeholt, dem ich vor wenigen Wochen gezeigt habe, wie er über sein Taxi-Dispo-Display eine App-Zahlung initiieren kann. Auch hier ist – wie fast überall – der Kunde derjenige der schulen darf.

Im ICE konnte man selbstverständlich im BordRestaurant mit Karte zahlen. Um nach Stunden langem Dösen im Sitz zwei drei Schritte gehen zu können, habe ich auf den Am-Platz-Service verzichtet. Dabei muss man auch immer seine Karte unbeaufsichtigt aus der Hand geben. Das mag ich nicht so.

Um in Wien mobil zu sein, habe ich mir über die Handyticket-App der Wiener Linien eine Wochenkarte (16,20€) gekauft. Dies ging problemlos auch Wochen im Voraus. Bezahlt wurde mit MasterCard. An den Automaten der U-Bahn lassen sich Tickets auch bargeldlos beziehen. In den Fahrzeugen und an einigen oberirdischen Haltestellen findet man jedoch Automaten aus der Steinzeit und das Angebot besteht lediglich aus einem Einzelfahrschein (Erwachsene oder Kind):

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Das Verkehrsangebot der Wiener Linien ist meiner Meinung nach ausgezeichnet. Der Takt bleibt dicht bis nach Mitternacht. Viele Straßenbahn- und unzählige Buslinien ergänzen die gut ausgebaute U-Bahn. Dank vieler Tangential- und Querlinien der Tram, kommt man überall sehr schnell hin und muss nicht erst in die City, um dann wieder hinaus zu fahren. Als Kind des Ruhrgebiets kommen einem da die Tränen. Das gab es bei uns auch alles und fiel in Wellen der Idiotie der NRW-Politiker zum Opfer. Selbst heute noch werden Außenäste von Strassenbahnen stillgelegt.

Die ersten drei Nächte habe ich im ibis Styles Wien City verbracht. Das Hotel liegt an einer viel befahrenen Straße und direkt an der Hochbahnstrecke der U6. Aber keine Angst: Die Fenster sind sehr gut isoliert und der Ausblick ist für ÖPNV-Nerds wie mich einfach nur gigantisch:

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Sieht die Kreuzung nicht etwas nach Schönhauser/Ecke Eberswalder im Prenzlauer Berg aus?

Wie man am Foto erahnen kann, verfügte das Zimmer über eine kleine Dachterrasse. Dank strahlendem Sonnenschein ließ es sich hier gemütlich im Freien einen Kaffee trinken. Der ist im ibis Styles übrigens – genau wie der umfangreiche Frühstück – im Preis enthalten. In der Lobby steht eine Kaffeemaschine, an der sich jeder Gast bis 22:00 Uhr bedienen kann. Schön wäre es, wenn zusätzlich zu den typischen To-Go Bechern Tassen bereitstünden. Das verursacht mit der Gastro-Spülmaschine nur wenig Aufwand und die Umwelt würde es freuen.

Das Styles ist eines meiner aktuellen Lieblingshotels von Accor. Die Zimmer sind sehr stylish eingerichtet. Dank zweimaliger Upgrades kann ich allerdings nicht sagen, wie die Standardzimmer sind. Mein Besuch im ibis Styles Berlin Mitte vor einigen Tagen war da leider sehr ernüchternd.

Das Wiener Styles verfügt über eine kleine Bar. Seine Getränke kann man sich einfach auf die Zimmerrechnung setzen lassen. Speisen gibt es jedoch keine. Dafür findet man in unmittelbarer Nähe das Café Blaustern. Den Tip erhielt ich beim ersten Aufenthalt im Januar von einem Mitarbeiter des Hotels. Und ich muss sagen: Top!

Es gibt dort auch noch später am Abend warme Gerichte in wirklich netter Atmosphäre. Kartenzahlung war auch hier kein Problem. Direkt an der Tür klebten alle Akzeptanzsticker. Da meine beiden Bons jeweils über 20€ lagen, kann ich nicht sagen, ob ein Mindestumsatz für Kartenzahlung erwartet wird.

Auffällig in der Nachbarschaft war noch ein Würstlstand, der ab 4€ Kredit- und Debitkarten akzeptiert hat. Genauso ein Dönerverkauf mit angeschlossenem Minimarkt (MU 5€).

Bei meinen vielen Fahrten mit dem ÖPNV habe ich auch immer wieder einen Blick in die üblichen Läden an den Bahnhöfen geworfen. Aber Bäckereien, Kioske, Dönerstände, Asia-Imbisse haben fast ausnahmslos keine Sticker im Fenster und Terminals ließen sich auch nicht von Außen erkennen. Das gleiche galt für die Weihnachts-/Wintermärkte der Stadt.

Nach drei Nächten bin ich aus Preisgründen in ein anderes ibis Hotel umgezogen. Es handelte sich dabei um das ibis Wien City in der Schönbrunner Str. Auch dieses Hotel ist gut an die Öffis angebunden, jedoch ist die Straße etwas gewöhnungsbedürftig.

Auch hier wieder gewohnt gute ibis-Qualität. Mein Zimmer war schon im neuen dunkelgrau-rot Look. Die warmen Farben machen das Zimmer wirklich gemütlich. Auffällig war die Größe. Die sonst immer etwas gedrungene Bank zwischen Fenster und Bett war hier sehr sehr lang. In dem Zimmer kann man gerne auch mal länger verweilen.

Das Hotel verfügte über eine 7/24h Bar und der Betreiber meint – im Gegensatz zu vielen anderen Ibis-Hotels – das auch Ernst. Keine dunklen Räume, hochgestellten Stühle etc. Hier konnte man jederzeit frisch gezapftes Gösser Pils erhalten. Daneben ein paar Ibis-Paninis, Suppe, Würstchen und Chili-con-Carne aus der Dose (O-Ton).

Auch hier war das Setzen des Konsums auf die Zimmerrechnung kein Problem. Was – wie auch im Styles -aufgefallen ist, ist die Tatsache dass man darauf verzichtet hat, dem Gast irgendwelche Zettel zur Unterschrift vorzulegen. Hier scheint man seinen Gästen zu vertrauen. Andererseits schützt einen die Unterschrift als Gast aber auch davor, dass man versehentlich oder absichtlich die Zeche für jemand Anderen bezahlen darf.

Das Sammeln auf der Zimmerrechnung bietet die altbekannten Vorteile: Erhalt der Loyalty-Punkte und einfache Kartenzahlung beim Check-out. Aber dazu kommen wir später noch einmal.

Nach dem Check-in im Ibis Wien Mitte habe ich mich mit der Tramlinie 6, die quer durch den 10. Bezirk führt und ein Wien zeigt, dass an Köln Kalk erinnert, auf den Weg zum Zentralfriedhof gemacht. Dort habe ich im Concordia Schlössl am Eingang 1 zu Mittag gegessen. Den Tip habe ich von einer Twitter-Followerin erhalten.

Der Laden hat schon seinen Charme. Leider muss man dazu sagen, dass am Eingang weder Akzeptanzlogos klebten, noch auf Speisekarte oder der Webseite ein Hinweis auf Kartenzahlung vorhanden war. Ich war mental schon darauf vorbereitet, etwas von meiner Barreserve anzutasten, habe aber dennoch gefragt. Der Ober meinte dann „Eigentlich erst ab 20€, aber passt scho“. So konnte ich dann auch meine 15,50€ mit der Karte begleichen. Fragen hilft!

An einem Abend war ich mit Kollegen im Einstein in der Nähe des Rathauses zum Abendessen verabredet. Auch hier war Kartenzahlung kein Problem. Lediglich die girocard versagte mit „Chip nicht lesbar“, obwohl selbst auf dem Terminal noch der maestro-Aufkleber pappte. Also durfte meine Debit MasterCard herhalten. Nun gut.

Zwischendurch war ich noch bei Mc Donalds (NFC an EASY-Order Terminals) und beim Wienerwald im Hauptbahnhof. Dort riss dann meine No-Cash-Serie endgültig und das für einen nahezu ungeniessbaren Fraß. Das Backhendl war trocken und wie Gummi. Das kenne ich aus München anders.

Irgendwann geht jeder Urlaub zu Ende. Am 01. Januar hieß es dann: Abschied nehmen. Vor dem Check-out dann erst einmal die tolle Nachricht erhalten, dass der Acquirer six, an dessen Systemen ca. 90% aller österreichischen POS-Terminals hängen, mal wieder einen Totalausfall zu beklagen hat.

Da das Hotel auch an six angeschlossen war und der Imprinter irgendwo im Keller lag, blieb den Mitarbeitern nur noch die Option, eine Fotokopie der MasterCard anzufertigen und nach Wiederherstellung des Dienstes „Cardholder not present“-Transaktionen durchzuführen. Wehe dem, der keine Kreditkarte hat. Mit der girocard hätte man dann erst einmal zum Automaten laufen dürfen (die waren von der Störung nicht betroffen).

Leider war es am Neujahrstag plötzlich kälter geworden, so dass bis auf einen kurzen Ausflug zum Grab von Falco auf dem Zentralfriedhof, Zeit totschlagen angesagt war. Mein Nachtzug geht erst um 20:30 ab Wien Hauptbahnhof.

Also erst einmal zur L`Osteria am Hauptbahnhof. Auch wenn es sich hierbei um einen deutschen Franchise-Betrieb handelt, so bin ich doch mittlerweile echt begeistert. Das Preisniveau liegt irgendwo im Bereich von Vapiano aber man wird am Platz bedient und in allen drei bislang besuchten Filialen immer überaus freundlich und schnell.

Inzwischen hatte man bei six wohl wieder die Server neu gestartet, so dass die Kartenzahlung problemlos funktionierte. Es gab allerdings eine kleine Überraschung:

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Ihr seht richtig: Die Transaktion wurde über das Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft abgewickelt.

Frisch gestärkt ging es dann weiter in die Lounge der ÖBB zu der man mit einem Schlafwagenticket freien Zugang hat. Das Ticket hat mit BahnCard 25-Rabatt als „Sparpreis Europa“ übrigens 151,90€ gekostet und gilt für eine Einzelkabine 2. Klasse. Gebucht habe ich es bei der Deutschen Bahn, weil lustigerweise es hier umgekehrt zur Hinreise war und die ÖBB wesentlich mehr Geld für das Ticket sehen wollte.

Der Vollständigkeit halber noch eine Liste der bar getätigten Zahlungen:

  • 3,50€ Döner (Mindestumsatz 5€ für Karte)
  • 3,00€ bar gegebene Trinkgelder (Rest über Karte)
  • 9,70€ für ungeniessbaren Wienerwald-Fraß
  • 2,00€ für ein Schließfach im Hauptbahnhof

Fazit

Positiv fiel auf, dass wenn irgendwo Karten akzeptiert wurden, immer die gängigsten vier Karten vertreten waren. Vielfach auch Amex und JCB. In den von mir besuchten Supermärkten Eurospar und Billa (REWE) wurde die Bezahlung per NFC angeboten. Bei Billa war ein Double-Tap fällig, da zunächst das Vorhandensein eines Stammkundenkontos gecheckt wurde. In der Gastronomie wurden zwar NFC-fähige Terminals verwendet, jedoch stets die Karte gesteckt. Im Einstein wurde ich auch noch über die Gefahren von NFC „aufgeklärt“.

Allerdings findet man im Alltag, genau wie bei uns in Deutschland, genügend Läden die keine Karten akzeptieren oder intransparent mit Mindestumsätzen agieren. Egal ob Bäcker oder Restaurant. In sofern kann man sagen: Nur ein minimaler Unterschied zu Berlin. Sorry liebe Österreicher!