30. Mai 2024

Debitkarte im Härtetest: Urlaub mit nur einer Karte?

In den letzten Wochen konnte man, ausgelöst durch eine Wortmeldung der Verbraucherzentralen, in der Presse wieder verstärkt Kritik an den deutschen Banken bzgl. der Ausgabe von Scheme-Debitkarten lesen.

Die Kritik umfasst zwei Problemfelder: Geringere Akzeptanz von Visa und Mastercard Debitkarten im Vergleich zur girocard und Probleme beim Reisen mit Debitkarten, die mit Kreditkarten angeblich nicht auftauchen sollen. Letzteres trifft natürlich insbesondere die Kunden von DKB und comdirect, deren kostenlose Visa-Kreditkarten (Charge-Karten) durch Debitkarten von Visa ersetzt wurden.

In diesem Beitrag soll es hauptsächlich um die Frage gehen, in wie weit man einen längeren Urlaub alleine mit einer Debitkarte bestreiten kann und wo ggf. Probleme auftauchen könnten.

Bisherige Erfahrungen

Ich nutze seit über zehn Jahren Debit- sowie Prepaid-Karten von Visa und Mastercard auf Reisen und hatte bislang keine Probleme damit zu bezahlen.

Die wenigen Male, bei denen eine Karte versagte, hatte es eher mit technischen Problemen beim Kartenherausgeber (meistens Revolut) zu Tun. Bei meiner Spanien-Workation im Herbst 2021 tätigte ich bereits knapp 100 Zahlungen am POS und online mit der Visa Debitkarte von Revolut ohne eine einzige Zahlungsablehnung.

Inzwischen geben die deutschen Sparkassen bekanntermaßen mehrheitlich neue Debitkarten entweder mit Mastercard oder Visa Co-Badge heraus. Netterweise hatte ich bereits vor einem Jahr die Gelegenheit bekommen, die SparkassenCard mit Debit Mastercard Co-Badge zu testen und damals die m.M.n. wichtigsten Use-Cases abgehakt. Was aber noch fehlte, war ein wirklicher Härtetest.

Höchste Zeit also, noch einen drauf zu setzen!

Die Challenge

Ziel war es, eine vierwöchige Reise mit dem Auto nur mit einer einzigen Karte zu bestreiten. Mit dieser Karte sollten sämtliche Hotelbuchungen, Ticketkäufe, Autobahnmaut und natürlich Bezahlungen vor Ort erfolgen.

Disclaimer / Sicherheitshinweis

Es ist niemals ratsam, sich in der Ferne von nur einem Zahlungsmittel abhängig zu machen. Deswegen raten alle Experten dazu, neben Bankkarte und etwas Bargeld mind. eine weitere Kreditkarte bei sich zu führen. Idealerweise von einer anderen Bank. Egal, wie gut ein Kartenprodukt ist, es kann immer zu temporären Ausfällen kommen. Auch ist es möglich, dass bei vielen aufeinanderfolgenden Zahlungen mit einer Karte, diese von den Sicherheitssystemen der Bank blockiert werden. Mir selbst ist es schon passiert, dass während einer Auslandsreise eine Karte prophylaktisch gesperrt und eine neue per Post zu mir nach Hause gesendet wurde. Grund dafür war wohl ein früheres Datenleck bei einer Hotelkette…

Die Reiseroute

(Un-)wetterbedingt wurde die endgültige Reiseroute kurz vor Abfahrt und während des Aufenthalts noch umgeplant, d.h. bereits geplante Hotelaufenthalte wurden storniert und online neu gebucht. Um den wegen Regens ausgefallenen Besuch San Sebastians nachholen zu können, entfiel der eigentlich auf der Rückreise in Valencia geplante Aufenthalt.

Von Salobreña ging es daher mit einer Übernachtung in der Nähe von Madrid einen Tag früher nach Irun.Nachdem bei den letzten Reisen nach Spanien gerade die 1300 km zwischen Köln und Irun immer lästiger wurden und man im Grunde stets gegen die Uhr (sprich: Küchenschluss im Hotel) führ, wurden die einzelnen Etappen dieses Mal extra so gewählt, dass sie sich an einem Tag bequem und ohne Stress bewältigen ließen.

Die Reiseroute findet ihr in der Box unten. Auch wenn ich mit einem Diesel-PKW unterwegs war, habe ich mal ein wenig Ausschau nach Ladesäulen gehalten. Auf den angefahrenen Raststätten und Autohöfen sah es mit der Versorgung mit HPC-Ladestandorten sehr gut aus. Die Hotels an den Zwischenstops waren bewusst so gewählt, dass sie nah an der Autobahn gelegen sind, über einen großen Parkplatz verfügen und es eine Bar mit Bistro/Restaurant oder man im Umkreis ein entsprechendes gastronomisches Angebot finden kann.

Bis in Höhe Málaga zeigte die EnBW-App eine Vielzahl verschiedener Ladesäulen an. Südlich davon wurde es schwierig. Zum Einen waren die Anbieter nicht mehr Teil des EnBW-Roaming und zum Anderen standen meist nur 11/22kW AC-Lader auf Supermarktparkplätzen und dergleichen zur Verfügung. Wer also bis runter zur Costa Tropical mit einem Elektroauto möchte, sollte sich entsprechend vorbereiten und nicht so planen, dass man mit 5% SoC am Hotel ankommt.

Reiseroute im Detail:

 

Das Setup

Die SparkassenCard 2.0 mit neuem Co-Badge wurde sowohl in meinem iPhone als auch in meiner Apple Watch aktiviert und als Standardkarte hinterlegt. Zusätzlich habe ich die Plastikkarte stets griffbereit in einer Apple Leather Wallet am Gerät gehalten.

Die „Notfallkarte“, eine Visa-Karte meiner Sparkasse, verblieb meist im Koffer.

Autobahnmaut

Wie die Meisten von Euch sicherlich wissen, sind in Frankreich und Spanien viele Autobahnen bzw. Autobahnteilstücke mautpflichtig. Derzeit laufen in Spanien viele Konzessionen, die teilweise seit den 1970er Jahren bestanden, aus und werden nicht verlängert. Hier tritt dann zukünftig der Staat in den Unterhalt der Strecken ein und die Maut wird gestrichen.

Inzwischen lassen sich in Frankreich alle von mir angefahrenen Maut-Automaten kontaktlos benutzen. Visa und Mastercard Debitkarten werden akzeptiert. Am bequemsten funktionierte die Bezahlung hier mit der Apple Watch, vorausgesetzt man trägt sie am linken Handgelenk.

Kurz hinter der Grenze zu Spanien erwarten einen die ersten Kleinbetragszahlungen. Beim ersten Automaten musste die Karte gesteckt werden, da kein NFC-Leser verbaut wurde. An der zweiten Mautbrücke, an der Abfahrt nach Irun, war der Schalter sogar noch mit Personal besetzt. Die fälligen 1,09€ wurden mittels der physischen Bankkarte belastet.

Auf der Hinfahrt gab es insgesamt 13 Maut-bezogene Bezahlvorgänge, auf der Rückfahrt derer 14.

Auffällig dabei: Während die französischen Mautbeträge recht zeitnah abgebucht wurden, blieben die spanischen Belastungen wirklich sehr lange als Vormerkposten stehen. In zwei Fällen erfolgte überhaupt keine Vormerkung und in wieder einem Fall wurde der Betrag zwar stark zeitversetzt eingezogen, die ursprüngliche Vormerkung blieb aber bis nach dem Urlaub weiterhin bestehen.

An dieser Stelle hätte ich ehrlicherweise als Erstes mit Problemen gerechnet, schließlich sind die Mautautomaten allesamt in die Jahre gekommen und NFC-Terminals, dort wo es sie denn gibt, in den letzten Jahren eilig nachgerüstet worden. Im Laufe der Fahrt kamen sowohl die Apple Watch als auch die Plastikkarte zum Einsatz. Test bestanden!

Automatentankstellen

An französischen Autobahntankstellen sind Terminals an den Zapfsäulen keine Seltenheit. Darüberhinaus sind Automatentankstellen auch in Spanien sehr beliebt. Der Preisunterschied zwischen einer Markentankstelle und einer freien Automatentankstelle, meist nur wenige Meter entfernt, kann gerne 20 Cent/Liter und mehr betragen.

Leider sind die Tankautomaten nicht immer ganz Ohne. Ein häufiges Problem in Frankreich ist, dass Automaten die Unterstützung des Features „Offline-PIN“ von einer Karte erwarten. Viele in Deutschland ausgegebene Karten verfügen jedoch nur über eine Online-PIN, d.h. die Prüfung der PIN erfolgt nicht zwischen Terminal und Karte, sondern über eine Online-Verbindung mit der Bank. Darüber hinaus gab es immer auch mal Berichte, dass sich einige Debitkarten beim Handling einer hohen Vorab-Reservierung und der finalen Buchung des Tankbetrags schwer tun sollen. Dabei ging es aber fast immer darum, dass der ursprünglich autorisierte Betrag unnötig lange auf dem hinterlegten Konto geblockt wurde.

An der ersten Station in Frankreich (Total) wurde ein Betrag von 200€ reserviert. Hierzu musste die Karte gesteckt werden, da das NFC-Modul abgedeckt und außer Betrieb war. Gleiches auch auf der Rückfahrt an einer anderen Total-Tankstelle.

Die Vormerkung reduzierte sich nach erfolgtem Tankvorgang sofort auf den Rechnungsbetrag. Die endgültige Buchung erfolgte einige Tage später.

Das Wichtigste: Kaffee

Wer lange Strecken fährt, benötigt ab und an eine Pause und einen Kaffee. An französischen Autobahnraststätten findet man inzwischen diverse Inseln mit Kaffeemaschinen von Lavazza, Starbucks und Co. Während man in Deutschland inzwischen gut und gerne 3,95€ für einen Automatenkaffee bezahlt, begnügen sich die französischen Raststätten meist mit 2,80€. An jedem Kaffeeautomaten findet man ein Kontaktlos-Terminal, welches über eine Online-Anbindung verfügt. Das Bezahlen mit einer Debitkarte war also kein Problem.

In Spanien geht es hingegen wieder ganz klassisch zu. Statt Automateninseln gibt es überall kleine Cafés mit hochwertigen Siebträger-Maschinen. Ein Café Americano kostet hier um die 1,40€ und lässt sich auch problemlos mit Karte bezahlen.

Nahverkehr in Bilbao

Um den Nahverkehr in Bilbao möglichst kostengünstig zu nutzen, empfiehlt sich der Kauf einer anonymen BARIK-Karte. Das System funktioniert ähnlich wie Oyster in London. Wahlweise lässt sich ein vorhandenes Guthaben abfahren oder Zeitfahrausweise auf die Karte laden. Eine solche anonyme Karte kann man für 3€ bspw. an den Automaten in der Metro von Bilbao erwerben. Die Karte ist zehn Jahre gültig.

Guthaben (mindestens 5€) lässt sich ebenfalls am Automaten aufladen. Die meisten Automaten akzeptieren Kartenzahlung kontaktlos oder gesteckt mit Chip & PIN und alternativ Bargeld. Darüber hinaus gibt es sowohl kompaktere Card-only Automaten als auch ältere und klobig wirkende Geräte, die lediglich Scheine und Münzen akzeptieren.

Praktisch ist auch die App für iOS und Android, mit der man nicht nur per NFC eine Historie der Fahrten einsehen kann, sondern auch neues Guthaben aufladen kann. Die Bezahlung erfolgt entweder per Eingabe der Daten einer Debit- oder Kreditkarte oder gleich per Apple Pay.

Wichtig dabei zu beachten, da man sonst evtl. doppelt bezahlt: In den Metro-Stationen muss die BARIK-Karte beim Betreten und Verlassen des Bahnsteigbereichs getappt werden. Im Bus und  der Straßenbahn nur beim Betreten. Damit orientiert sie sich im Handling eher an Oyster als an der niederländischen OV chipkaart.

Mit BARIK nutzt man bspw. auch die Standseilbahn auf den Monte Artxando vergünstigt. Anstelle von 2,50€ für das Einzelticket (4,30€ Hin-/Rückfahrt) zahlt man pro Strecke nur 0,32€.

Apropos ÖPNV in Bilbao: Im Grunde erreicht man das Meiste bequem und vor Allem am Schnellsten zu Fuß. Die Metro ist trotz ihres dichten Taktes nicht wirklich für Fahrten im Kernbereich geeignet. Dafür sind die Wege einfach viel zu lang.

Seit einiger Zeit sind die verschiedenen Nahverkehrskarten im Baskenland teilweise auch außerhalb der eigenen Region nutzbar, d.h. man kann mit BARIK durchaus die S-Bahn von San Sebastian nach Hendaye benutzen. Sehr praktisch. Auch, um auf der Rückfahrt noch etwas vom „Zwangsumtausch“ abzufahren.

Das Guggenheim Museum in Bilbao

Das Wetter in Bilbao ist häufig sehr wechselhaft, d.h. auch während eines dreitägigen Aufenthaltes dürfte der Wunsch nach einem Dach über dem Kopf häufiger auftauchen. Eine gute Möglichkeit dem Regen zu entfliehen ist natürlich der Besuch eines Museums. Das wohl bekannteste Museum ist das Guggenheim. Das futuristische Gebäude am Ufer des Nervión ist eine Landmarke und ein Muss für jeden Bilbao-Besucher.

Architektonisch nicht wirklich mein Geschmack allerdings. Darüberhinaus wurde gerne eine Etage für eine neue Picasso-Ausstellung vorbereitet und war dementsprechend gesperrt. Verblieben also neben verschiedenen Werken aus der hauseigenen Sammlung noch eine Ausstellung der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama.

Der Eintritt kostet 12€ bei Bezahlung vor Ort oder 10€ bei Buchung online. Bei einer Online-Buchung legt man sich auf Tag und Zeitpunkt fest. Als Zahlungsmöglichkeiten stehen neben Amex, Mastercard und Visa auch PayPal zur Verfügung. Das Ticket erhält man per E-Mail und kann selbstverständlich auf dem Display des Smartphones vorgezeigt werden.

Spontane Planänderung: Zwischenstop im Salamanca

Angesichts einer Unwetterfront, die über die Mitte Spaniens hinwegzog, wurde aus der Zwischenübernachtung in Madrid eine Übernachtung im nordkastilischen Salamanca. Also Hotel storniert, anderes Hotel neu gebucht und die Debitkarte als Garantie für das Zimmer auch über 18:00 Uhr hinaus hinterlegt.

Da das Hotel nur wenige Minuten zu Fuß von der historischen Altstadt entfernt lag, habe ich mich doch noch überwinden können, zum Abendessen das Hotel zu verlassen. Und was soll ich sagen: Die Stadt ist ein echtes Juwel.

Soviel Leben, so viel Trubel an einem Donnerstag Abend. Das hat schon was.

Salobreña: Entspannung im Hotel, Hochsaison für’s Kartenterminal

Als ich der erste Mal 2012 hier war, haben Gäste die nicht gerade über einen Reiseveranstalter all-inclusive gebucht hatten, fast alles bar bezahlt oder aufs Zimmer schreiben lassen. Covid-Pandemie und der allgemeine Kontaktlos-Trend haben hier bereits 2021 für Veränderung gesorgt. Inzwischen stehen an der Hotelbar gleich mehrere Terminals betriebsbereit.

Darüber hinaus wurden auch neue Vending-Automaten mit Kaffee, Snacks und gekühlten Getränken aufgestellt, die selbstverständlich auch Kartenzahlungen verarbeiten können. Gewöhnungsbedürftig für Viele jedoch, dass man stets einen mehr oder minder gut erkennbaren „Start“-Knopf drücken muss, um mit Karte bezahlen zu können.

Im Ort selbst ist es seit Jahren üblich, mit Karte zu bezahlen. Mit den Jahren verschwanden die meisten Schilder mit Mindestumsätzen.

Zahlung #112: Nichts geht mehr

Nachdem bislang sämtliche Bezahlvorgänge reibungslos geklappt haben, ging dann am späten Nachmittag des 30.09. nichts mehr. Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass der Wachhund zugeschlagen hat, da ich kurz zuvor über das Mobiltelefon (deutsche IP-Adresse!) noch eine E-Commerce Transaktion durchgeführt habe.

Also habe ich erst einmal die Notrufnummer der Bayern Card-Services angerufen. Nachdem ich vier Anläufe mit knapp 30 Minuten Warteschlange benötigte, um mit einem Sachbearbeiter verbunden zu werden, schwante mir schon dass es wohl ein größeres Problem geben würde. Normalerweise wartet man nie länger als fünf Minuten, um bei BCS durchgestellt zu werden.

So war es dann auch. Es gab anscheinend seit dem früheren Abend bei mehreren Sparkassen Probleme mit den Co-Badges. Gut, mein Bier hätte ich zur Not auch noch bar bezahlen können, aber bei einer Tankfüllung Super+ hätte das schon ganz anders aussehen können. Das mit dem Bargeld habe ich mal gelassen und stattdessen die Visa-Karte genommen.

Am Sonntag morgen funktionierte die Debitkarte dann übrigens wieder.

San Sebastian

Auf der Rückfahrt in Richtung Deutschland habe ich dann doch noch mal einen Tag länger Halt in Irun gemacht, um mir San Sebastian anschauen zu können. San Sebastian war 2016 zusammen mit dem polnischen Wrocław europäische Kulturhauptstadt. Die Stadt mit der Muschelbucht empfing mich mit Sonnenschein, aber nicht zur warmen Temperaturen. Ideal, um sich auf dem Plaza de la Constitucion mit einem Kaffee und dem für die Stadt typischen Käsekuchen zu stärken.

 

Die S-Bahn (Euskotren) fährt zwischen Irun und San Sebastian im 15-Minutentakt. Die Fahrt von der Station Bentak, die mehr oder weniger direkt hinter dem ibis Hotel Irun liegt, dauert etwa 25 Minuten und geht durch wunderschöne Berglandschaften und mitten durch Häuserschluchten hinweg. Die Mitfahrt lohnt sich. Mit der Barik-Karte kostet die einfache Fahrt aktuell 0,72€.

Und Bargeld…?

Abgesehen von einer Autobahn-Toilette in Belgien (Terminal zeigte dauerhaft „Verbindungsaufbau….“ an) und einer Eisdiele (Terminal bootete endlos und das Eis schmolz bereits) kam Bargeld nur für Trinkgelder zum Einsatz. Und hier auch nur deswegen, weil die Verständigung auf Englisch in Spanien wirklich nicht einfach ist.

Häufig reicht es selbst bei jungen Menschen in Spanien nicht einmal für die Zahlen von 1-10. Das glaubt einem auch niemand, ist aber gerade in Andalusien keine Seltenheit.

Zahlung #157: Der letzte Kaffee auf der Autobahn

Auf dem Rückweg, an einer belgischen Autobahn nahe Luik (Lüttich) endete die Testserie der Debitkarte mit einer Fehlermeldung („Card unknown“). Das Yormani-Terminal, so wie es bspw. auch bei ALDI Süd zum Einsatz kommt, wollte die digitalisierte Co-Badge-Karte nicht akzeptieren. Also musste die Notfallkarte herhalten.

Tipps für Hotelbuchungen mit Vorauszahlung

Wer eine Rundreise plant steht häufig vor der Frage: Kostengünstige Rate mit Vorauszahlung oder doch eine stornierbare Rate nehmen. Wer sich festlegen kann/will, der wird gerne zur Rate mit Bezahlung im Voraus greifen. Wenn ihr in kurzer Abfolge Hotelzimmer in verschiedenen Ländern bezahlt kann es passieren, dass das Sicherheitssystem der Karte anschlägt und irgendwann die Zahlungen ablehnt. Da hilft dann nur ein Anruf bei der Service-Hotline. Wer nicht über mehrere Karten verfügt, sollte vielleicht nicht alles am selben Tag buchen. Das gilt übrigens auch für internationale Hotelketten, die wie Accor die Bezahlung im Land des jeweiligen Hotels abwickeln.

Fazit

Von 159 bargeldlosen Bezahlvorgängen erfolgten 156 völlig reibungslos, was einer Erfolgsquote von 98,1% entspricht. Das ist viel, sind aber eben auch nicht 100%. Während sich die Debitkarte in fast allen Alltagssituationen inkl. Urlaub im einem EU-Land sowohl in Form einer Plastikkarte, als auch via Apple Pay als praxistauglich erwiesen hat, so ist jedoch das blinde Vertrauen in ein einziges Zahlungsmittel fehl am Platze.  Wer nicht sowieso stets Bargeld bei sich trägt, sollte immer mindestens ein zweites bargeldloses Zahlungsmittel mit sich führen.

Nun nutzen viele Deutsche im Alltag eher selten Kreditkarten, dementsprechend ist eine Karte mit einer Jahresgebühr häufig keine Alternative. Aber es gibt, obwohl die Anzahl gerade etwas schrumpft, immer noch kostenlose Kreditkarten wie bspw. die Barclays Visa am Markt. Und wer sich mit einer selten genutzten Kreditkarte keinen Kreditrahmen in die Schufa schreiben lassen möchte, dem bleibt immer noch eines der vielen Fintech wie bspw. Revolut.

Marc-Oliver Schaake

Lotus / IBM / HCL Notes Professional Mag Reisen mit dem Zug, insbesondere mit Nachtzügen Kartenzahler seit 1987

Alle Beiträge ansehen von Marc-Oliver Schaake →

3 Gedanken zu “Debitkarte im Härtetest: Urlaub mit nur einer Karte?

  1. Auch wir nutzen immer die Ibis (budget)-Hotels bei unserer Fahrt nach Spanien. Zwischenhalt wird meist in/um Chambéry in Frankreich gemacht.
    Vor Jahren (damals noch mit richtiger DKB-Kreditkarte) hatte ich einmal das Problem, dass diese (wohl Aufgrund des zu neuen! Chips) nicht akzeptiert wurde. So standen wir also mitten in der Nacht in Frankreich und konnten am Automaten nicht in das gebuchte Ibis einchecken. Seitdem habe ich es nicht mehr gewagt, die Flexible Rate zu buchen und lieber immer gleich im Voraus bezahlt. Inzwischen habe ich keine Kreditkarte mehr, sondern nur noch die DKB-Debit-Karte. Damit wage ich es noch viel weniger, hört man doch immer wieder von Problemen mit der Debitkarte. Haben Sie ihre Ibis-Hotels immer im Voraus bezahlt oder können Sie auch über Erfahrungen mit der Flexible Rate berichten?
    Ich warte gespannt auf Ihre Antwort.

    1. Zunächst einmal muss ich sagen, dass die übergroße Mehrheit der Artikel die auf Probleme mit den neuen Debitkarten hinweisen, ziemlicher Quark sind. Dort werden völlig unterschiedliche Themen in einen Topf geworfen, die nichts miteinander zu tun haben.

      Frankreich war eines der Länder, in der die sog. „Offline PIN“ häufig zum Einsatz kam. In dem Fall wurde die an der Tastatur eingegebene PIN an den Chip der Karte zur Überprüfung gesendet. Ein Großteil der deutschen Karten unterstützte dieses Verfahren nicht. Daher kam es immer wieder zu Problemen, wenn mit den Karten gesteckt bezahlt wurde oder kontaktlos der Betrag die 25€/50€-Grenze überschritten hat. An den meisten Terminals im Handel ist das aber Geschichte, zumindest für Mastercard und Visa. Mit Amex kann es immer noch vorkommen, dass man in Frankreich die Karte stecken muss, wenn der Betrag größer als 50€ ist. Gerade die Checkin-Automaten in Hotels ohne 24h-Rezeption waren da natürlich eine dumme Falle. Ich übernachte aber nur in den „roten“ ibis, die rund um die Uhr mit Personal besetzt sind. Weder dort, noch an Automatentankstellen noch an den Mautstellen hatte ich mit Debitkarten Probleme. Neben der im Artikel getesteten SparkassenCard 2.0 habe ich das ganze Spiel auch schon mit Revolut (Visa Debit) und Curve (Mastercard Debit) hinter mir. Da sollte es mit der Visa Debit der DKB auch keine Probleme geben. Grundsätzlich rate ich aber allen dazu, auf eine Reise immer eine zweite Karte mit zu nehmen. Die sollte ein anderes Scheme (bspw. Mastercard statt Visa) nutzen und idealerweise auch von einer anderen Bank stammen, die nicht die gleichen Dienstleister im Hintergrund nutzt. Somit ist man auch bei den meisten Störungen auf der sicheren Seite.

    2. Nachtrag zum Thema Checkin am Automaten im Hotel: Das ist tatsächlich so ein Fall, wo ich in Frankreich ohne zweite oder dritte Karte kein Risiko eingehen würde. Während sich tagsüber Dinge irgendwie immer regeln lassen, macht das mitten in der Nacht nach einem ganzen Tag im Auto wirklich keinen Spaß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.