Stuttgart: Mein erstes Barcamp

Ich habe in der Vergangenheit viele Konferenzen besucht. Meist waren dies Treffen von Anwendern einer bestimmten Software wie bspw. die DNUG Jahreskonferenzen oder auch Kundentage von IT-Unternehmen. Teilweise habe ich diese auch mit ausgerichtet oder war Sprecher zu dem einen oder anderen Thema.

Eines hatten alle Konferenzen bislang gemeinsam: Der größte Teil des Programms bestand aus Powerpoint-Vorträgen, garniert mit ein paar Live-Klicks, die einem zumeist passiven Teilnehmerkreis präsentiert wurden. Höhepunkt der Interaktion war zumeist die „Ask the IBM“-Session, die man eher „Schlag‘ die IBM“ nennen sollte.

Am Ende einer Session blieb es immer verdächtig ruhig. Außer den beiden üblichen Fragestellern in jeder Runde: Null Feedback. Freundliches Klatschen. Das wars. Das eigentliche Feedback bekam nur, wer sich zu den Leuten an den Kaffeetisch gesellte. Da wurden sich die Münder fusselig geredet.

Frontalunterricht wie zu Kaiser´s Zeiten

In den letzten Jahren reifte in mir eine immer stärker werdende Ablehnung gegen solche Veranstaltungsformen. Im Netz habe ich schon häufiger von den sogenannten Barcamps (auch Un-Konferenzen) gelesen. Dennoch hatte ich eine nur vage Vorstellung, was auf einem solchen Camp tatsächlich passiert.

Angefixt vom Blogger-Kollegen @tmmd habe ich mich dieses Jahr zum Barcamp Stuttgart angemeldet. Dieses Barcamp ist ein Themen offenes Barcamp. Im Gegensatz zu Treffen von Foodbloggern, Typo3-Cracks und Personalentwicklern, darf man sich hier nicht wundern, wenn neben Empfehlungsmarketing, SEO und Website-Tuning auch Spiele-Sessions, Erfahrungsberichte über Depressionen und BDSM auf dem Sessionplan auftauchen.

Die Konferenz bist Du!

Die Agenda des jeweiligen Barcamp-Tages wird am Morgen erst aufgestellt. Jeder, der eine Session anbieten möchte, stellt diese in wenigen Sätzen vor und fragt, wer sich dafür interessiert. Abhängig von der Anzahl der Interessenten und evtl. benötigter Technik wird dieser Session ein Zeitpunkt und ein Raum zugewiesen.

Ich wollte zuvor nicht glauben, dass sich auf der Basis bis zu 13 parallele Sessions auf die Beine stellen lassen. Ich wurde eines Besseren belehrt.

Rein ins kalte Wasser

Von Barcamp-Neulingen wird erwartet, dass auch sie sich mit einer Session einbringen. Damit verhindert man auch, dass die Hemmungen selbst aktiv zu werden, mit jeder tollen Session an der man teilgenommen hat, noch steigen.

Zu den jüngsten Sessiongebern gehörte ein Junge (ca. 10 Jahre) der eine Einführung in eine Programmiersprache gehalten hat.

Meine erste Sessions hießen „Hilfe, wir haben Lotus Notes!“ und „Cashless in Deutschland“. Zwei Themen, für die ich mich begeistere und wo es zu einem lebhaften und interessanten Austausch kam. Sowas wünsche ich mir eigentlich auch von der DNUG.

Fazit

Abgesehen davon, dass ich mir den Termin für 2018 (15./16.9.2018) in meinem Kalender blocke, werde ich mir überlegen, wir man mit Elementen dieses Veranstaltungskonzepts auch eigenen Events mehr Leben einhauchen kann.

Ich kann jedem nur empfehlen, mal an einem Barcamp teilzunehmen. Ihr werdet es nicht bereuen.

2 Gedanken zu “Stuttgart: Mein erstes Barcamp

  1. Ich möchte dir für die „Lotus Notes“-Runde ein Kompliment aussprechen. Man merkte, dass du für das Thema „brennst“. Das wir nur eine Kleingruppe waren, tat der Stimmung keinen Abbruch. Der Erfahrungsaustausch hat mir mehrere Impulse gegeben. Diese werde ich versuchen in der kommenden Woche nachzugehen und weiter zu verfolgen.

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