Update 25.09.2026: Ab Mitte November wird die Karte kostenpflichtig (mind. 4,99€/Monat)
In den letzten Monaten ist Klarna ja eher mit neuen Konten und Debitkarten aufgewartet. Darum geht es allerdings heute an dieser Stelle nicht. Ich werfe stattdessen noch einmal einen Blick auf ein Produkt, welches ich vor langer Zeit schon einmal getestet habe. Die Klarna Visa Kreditkarte. Hier findet ihr die letzten beiden Berichte dazu: Ein erster Test 2019 und Neuerungen 2020.
Kurz zusammengefasst handelt es sich bei der Klarna Visa-Kreditkarte um eine Karte, die mit verschiedenen Rückzahlmöglichkeiten aufwartet. Eine, die ich besonders interessant finde, ist Deferred Debit. Dabei wird jede einzelne Zahlung dem hinterlegten Girokonto belastet. Das ist insbesondere für solche Kunden interessant, die im Alltag häufig mit der Debitkarte ihrer Bank oder Sparkasse bezahlen, diese aber bspw. nicht die gewünschte Smartphone-Wallet (Apple Pay oder Google Wallet) unterstützt oder beim Auslandseinsatz mit heftigen Aufschlägen daherkommt. Klarna rechnet ohne eigenen Aufschlag zum jeweils aktuellen Visa-Kurs um. Damit liegt man meist deutlich unter 0,5% zum offiziellen Kurs der EZB, was sich für eine komplett kostenlose Karte sehen lässt.
Die Beantragung der Karte erfolgt in der App. Dabei gibt es verschiedene Wege sich, bzw. sein Bankkonto, zu legitimieren. Direkt nach Genehmigung des Kartenvertrags erhält man eine virtuelle Karte, die sich zu Apple Pay und der Google Wallet hinzufügen lässt. Zusätzlich lässt sich eine physische Karte kostenfrei bestellen.
Was macht die Karte denn jetzt „smoother“?
Davon ausgehend, dass man die Karte als Debitkarte mit direkter Abbuchung verwendet und die Übersicht seiner Ein- und Ausgaben gerne mit der normalen Banking-App tätigen möchte, gab es früher einen riesigen Nachteil. Der Buchungstext umfasste lediglich eine kryptische Nummer. Wer wissen wollte, wofür denn jetzt 5€ abgebucht wurden, musste die Klarna App starten. Mein Verbesserungsvorschlag, hier doch die normalen Buchungsdaten der Zahlung zu nutzen, wurde 2020 noch mit „nicht möglich“ abgetan. Inzwischen hat man dies aber umgesetzt, wie die beiden Screenshots unten verdeutlichen:

Des Weiteren gibt es inzwischen eine Integration der Klarna Visa-Karte in Outbank, so dass man auch über diesen Weg Vormerkungen sofort an zentraler Stelle anzeigen lassen kann.
Alles in Allem ein gutes Produkt, solange man es nicht zur Konsumfinanzierung nutzt. Meine Einstellung hierzu („Save now, buy later if you really need it“ anstelle von „BNPL“) ist ja hinlänglich bekannt.


Der Vorteil der Klarna Kreditkarte ist doch (zumindest bis 17. November 2026), dass sie keine Jahresgebühr kostet und beim Einsatz in Fremdwährungsländern keine Aufschläge berechnet. Das waren für mich die Gründe eine Klarna Kreditkarte zu nutzen, wobei ich sie meist für Zahlungen in Fremdwährung eingesetzt habe.
Diesen Vorteil verliert Klarna nun. Ab 18. November 2026 wird für die Nutzung einer Karte eine „Mitgliedschaft“ erforderlich. Da haben sich die Marketingstrategen ja wieder einen phantasievollen Namen für ein Jahresgebühr ausgedacht. Klar, wenn man den Monatssaldo immer voll begleicht und die Karte meist nur im Nicht-Euroland einsetzt, verdient Klarna natürlich nur wenig daran. Mir zumindest sind die mindestens € 59,88 p.a. es nicht Wert – zumindest so lange es andere Alternativen ohne Jahres-/Monatsgebühren gibt.
Aber selbst wenn andere Karten unter Kostengesichtspunkten gleichauf wären, würde ich es mir sehr überlegen. Der Kundenservice von Klarna ist eher mau. Die endgültige Klärung einer nicht autorisierten betrügerischen Belastung hat mehr als ein Jahr gedauert. Ich bin mir nicht sicher, ob es bei Hanseatic oder TF besser gewesen wäre, doch waren die Erfahrungen mit Klarna nicht so, dass ich die Karte weiter empfehlen würde. Von „smooth“ kann hier keine Rede gewesen sein.
Chargeback ist immer so eine Sache leider. Wo es bislang einfach war: Revolut.
Ich habe meine Karte direkt nach Erhalt der Mail auch gekündigt.