Das neue Bezahlsystem Wero ist derzeit in aller Munde. Das liegt natürlich zum Einen daran, dass in den letzten Wochen mit der deutschen N26 und bunq aus den Niederlanden zwei der bekanntesten Neobanken ihren Kunden nunmehr den Dienst anbieten. Zählt man Revolut, die schon etwas länger dabei sind, noch mit hinzu, so sollte spätestens hier die Erzählung enden, dass Wero mal wieder so ein „typisches“ Sparkassen- und Volksbanken-Ding ist.
Zum Anderen sieht man inzwischen Wero häufiger als Bezahlart im E-Commerce. Gestartet war das Ganze ja mit Eventim (siehe hier). Nach dem Online-Shop des Discounters Lidl ist nun auch DM mit Wero am Start. Sowohl in der App, als auch klassisch im Browser, kann man nunmehr mit Wero bezahlen.
Ich für meinen Teil bestelle gerne bei DM aus der App heraus zur Abholung an deren Packstation. Für mich ist das praktisch, da ich so schnell nach der Arbeit noch einmal in die Filiale am Monheimer Busbahnhof springen kann und direkt von dort aus den nächsten Bus nehmen kann.
Aktuell steht Wero ist der Liste der Bezahlmöglichkeiten ganz oben. Klickt man Wero an, so wird man zunächst auf eine Webseite gelenkt, in der man seine Bank bzw. Bankengruppe auswählen muss. Diese Auswahl kann gespeichert werden. Danach springt man direkt in die eigene Banking-App und kann die Zahlung freigeben.
Verglichen mit dem niederländischen iDEAL oder dem polnischen BLIK steht Wero in Sachen Experience zumindestens bei den Sparkassen den beiden Marktführern in ihrem jeweiligen Heimatland in nichts nach. Der Bezahlprozess geht schnell und spätestens beim zweiten Mal ganz ohne Eingaben, wenn man die biometrische Authentifizierung für seine Banking-App aktiviert hat.
DM plant auch, Wero am POS einzuführen. Nach meinem aktuellen Wissensstand soll es 2027 soweit sein. Mit den zum Kunden hin montierten Scannern für Payback und Payback Pay ist man bei DM auch bereits bestens ausgestattet, um eine weitere QR-Code basierte Bezahlmöglichkeit zu adaptieren.
Für Europa muss man insgesamt allerdings festhalten, dass mit wenigen Ausnahmen, am POS die kontaktlose Kartenzahlung der Standard ist. Möchte Europa hier wirklich ein Gegengewicht zu Mastercard und Visa schaffen, wird man nicht umhin kommen, Wero auch per Host Card Emulation mit normalen Kartenterminals nutzbar zu machen. BLIK kann das zumindest unter Android seit Langem. Hier wird jedoch der Dienst MDES von Mastercard genutzt, so dass die virtuelle BLIK-Karte im Ausland als herkömmliche Debit Mastercard funktioniert. Eine erste Implementierung für iOS innerhalb einer Banking-App ist auch bereits am Start.

