PayPal bewirbt Peer-To-Peer Zahlungen

Wer kennt es nicht:

Mittags ist der Hunger groß, aber die Kantine will nur Bargeld. Du hast aber keines dabei und leihst Dir was bei Deiner Kollegin.
Im Restaurant um die Ecke gibt es für Kartenzahlung einen Mindestumsatz den Du alleine nicht knackst, also zahlst Du für alle.
Oder aber, Du warst derjenige, der das „Glück“ hatte und dem Pizzaboten die Bürotür geöffnet hat und nun 73,50€ seinem Team vorstreckt.

Alle drei Situationen enden zumeist damit, dass irgendwann das große Kramen im Portemonnaie losgeht und man versucht, seine Schuld zu begleichen. Vielleicht reicht auch das Wechselgeld nicht und man geht mit „Den fehlenden Euro gebe ich Dir morgen“ auseinander.

Das ist in Deutschland zumindest heute noch so. In vielen anderen Ländern haben sich längst Anbieter etabliert, die per Webseite, App, SMS oder Messenger den Transfer von Geld zwischen Privatleuten ermöglichen. Mal ist es die Hausbank, die so eine App anbietet oder mal auch die Kreditkartenfirma.

Nun gibt es natürlich die Möglichkeit, per Online-Überweisung und IBAN den offen stehenden Betrag zu begleichen. Aber wer, der nicht in der Personalabteilung arbeitet, kennt schon die IBAN von Klaus aus dem Vertrieb. Und „mal eben“ die IBAN erfragen und aufschreiben ist schon mühseliger als den Zehner aus dem Portemonnaie ziehen.

In dieser Lücke wollten sich in der Vergangenheit bereits mehrere Dienst- und App-Anbieter aus der Fintech-Szene breit machen. Allerdings mit eher bescheidenem Erfolg, was auch daran liegt, das Sender und Empfänger sich für diese App registrieren müssen oder der Empfänger zumindest nach eingehender Benachrichtigung dort seine Kontodaten eingeben darf.

Hinzu kommt natürlich auch die mangelnde Bekanntheit solcher Apps. In einem Land, wo der Großteil der Bankkunden nicht einmal weiß, ob seine Bank eine kontaktlose Kreditkarte anbietet und zumeist auch gar nicht weiß, was kontaktlose Zahlung überhaupt ist, wie kann man da erwarten, dass die Kunden in großer Anzahl solche Apps im AppStore suchen, finden, installieren und dann auch noch nutzen?

Etwas anders sieht es da aus, wenn eine solche Funktion von einem Unternehmen angeboten wird, bei dem schon Millionen von Deutschen einen Account haben. Beispielsweise PayPal. Jeder, der in den letzten 20 Jahren mal etwas bei eBay versteigert hat, dürfte ein PayPal-Konto besitzen. Hinzu kommt, dass PayPal einer der beliebtesten Dienste für die Online-Bezahlung von Einkäufen deutscher Kunden ist. Eine Position, die das Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Kreditwirtschaft „PayDirekt“ gerne einnehmen möchte aber wohl nie erreichen wird.

Aber obwohl PayPal vielen Menschen vertraut ist, kennen die wenigsten die entsprechende Funktion:

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Über den Punkt „Geld an Freunde und Familie senden“ kann man ganz einfach Geld transferieren. Alles, was man vom Empfänger wissen muss, ist seine E-Mail Adresse, idealerweise natürlich die, mit der er bei PayPal registriert ist. Das ist aber nicht verpflichtend.

Nicht nur über die Webseite und die PayPal eigene App lässt es sich Geld versenden, sondern bspw. auch über den BBM (BlackBerry Messenger), der auf allen gängigen Smartphone-Betriebssystemen verfügbar ist. Weiterhin empfehle ich auch die Registrierung für Paypal.me, wo jeder Kunde eine persönliche Bezahlseite erhält. Einfach einen Link inkl. Betrag an den Schuldner mailen und dieser muss sich dann lediglich noch anmelden und den Betrag betätigen.

Das Beste ist: Solange Sender und Empfänger Bankkonten haben, wo keine Postengebühren anfallen, ist der Dienst komplett kostenlos. Transfers aus Guthaben bei PayPal sind es sowieso.

Bei uns in der Firma nutzen wir unter Kollegen den Dienst sehr ausgiebig und in der Familie mittlerweile auch.

Da aber nicht jeder irgendwo einen Payment-Nerd in der Familie hat, muss der Anbieter auf herkömmliche Art und Weise seinen Dienst bekannt machen. Im Internet-Zeitalter fallen einem natürlich zu Allererst Google Adwords, Banner, Twitter, Facebook oder klassische Newsletter ein. Kann man machen, aber damit erreicht man zu allererst natürlich mal eine online affine Zielgruppe, die von Online-Werbung inzwischen nicht so genervt ist, dass sie keine Ad-Blocker installiert hat oder aus Prinzip nicht auf solche Anzeigen klickt.

Um so positiver überrascht war ich, als ich letztens im Schanzenviertel in Köln ein riesiges PayPal-Plakat mit einer lustigen Botschaft wahrnahm. Kurz später gab es das Ganze auch noch mal in Kleiner in einer Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe:

Insgesamt eine sehr gelungene Kampagne, die auch durch die Verbreitung über Außenwerbeträger, also klassischen Offline-Medien, für entsprechende Aufmerksamkeit sorgt.

Ich hoffe ja, dass in Zukunft die Nutzung von PayPal für Peer-To-Peer-Zahlungen genau so alltäglich wird, wie für den Online-Einkauf oder die Buchung von Bahntickets.

3 Gedanken zu “PayPal bewirbt Peer-To-Peer Zahlungen

  1. Die Idee ist theoretisch gut. Auch in Berlin sieht man diese Poster in der U-Bahn.

    Problem: Viel zu textlastig. Es muss dargestellt werden, dass es einfach ist, damit man sich die Mühe überhaupt macht. Otto Normalverbraucher: PayPal, das ist doch das Ding, das in den Bestellfluss von Lieferando eingebaut ist, wozu braucht man noch eine App, um sein Handy zuzumüllen?

    Ich finde Paym besser, nicht weil es britisch ist, sondern weil es eine Brancheninitiative ist. Barclays, HSBC, Santander, Clydesdale Bank, da stehen größere und kleinere Institute dahinter.

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    1. Die Interbanken-Initiative wird es ja mit PayDirekt bei uns vielleicht auch geben. Die Sparkassen wollen eine ähnliche Funktion einbauen. Aber selbst die Übermacht einer DK, die ausnahmsweise mal am selben Strang zieht, kommt nicht gegen einen Anbieter an, der seit zehn Jahren in Deutschland die Kunden bereits aktiv an sich bindet. Und Du brauchst ja auch keine App dafür. Das geht einfach über die mobile Webseite.

      Was die Kampagne angeht: Die Claims machen neugierig.

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