Wettbewerb hilft: Sparen mit BahnCard 50+25 statt BC100

Einige Mitstreiter aus einer BahnCard 100-Gruppe haben, genau wie ich, vor einiger Zeit ihre BahnCard 100 nicht verlängert. Für die, die sich mit dem Thema nicht so auskennen: Die BC100 ist eine Bahn-Flatrate für Deutschland. Mit ihr kann man unbegrenzt in Deutschland nahezu jeden Zug nehmen. Egal ob S-Bahn oder ICE. Hinzu erlaubt sie die kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen in rund 120 Städten, sowie einiger Überlandlinien die von DB-Töchtern betrieben werden.

So eine Flatrate ist an sich eine tolle Sache. Einfach einsteigen und losfahren. Die Grenzkosten für einen Wochenendausflug nach Berlin betragen dann auch 0€ plus Hotel.

Genau wie bei Mobilfunkflatrates sollte man natürlich in regelmäßigen Abständen hinschauen, ob man nicht evtl. günstiger ohne wegkommt. Zu diesem Zweck habe ich in den fünf Jahren der BC100-Nutzung stets ein Fahrtenbuch geführt. Dort wurde jede Fahrt mit dem Flexpreis mit 50% Rabatt (Der Rabatt der BahnCard 50, Jahresgebühr wurde berücksichtigt) sowie ÖPNV-Tickets haarklein notiert.

Hatte ich zu Beginn noch sehr deutliche Ersparnisse durch Nutzung der BC100 erzielen können, so näherte sich die Summe der alternativ benötigten Tickets immer mehr der Jahresgebühr der BC100.

Durch die Freigabe des Fernbusmarktes passierte aber recht schnell Folgendes: Waren Sparpreise früher für viele beliebten Strecken kaum zu erhalten, so wendete sich das Blatt recht schnell. Die DB hat massiv die Kontingente erhöht und dabei auch viele Tickets für die 1. Klasse in den Markt gedrückt. Teilweise gibt es auch noch Spartickets wenige Tage vor Abfahrt. Vor drei Jahren noch undenkbar.

Mit dem Wissen im Hinterkopf, habe ich mich entschieden das BC50/25-Experiment zu wagen. Die BahnCard 25 sichert bei langfristiger Buchung 25% auf den Sparpreis. So kommt man gerne mal für 14,25€ von Köln nach Berlin (IC oder ICE 2. Klasse). Die BahnCard 50 nutze ich hingegen bei kurzfristigen Buchungen oder wenn ich noch nicht so genau absehen kann, welchen Zug ich erreiche.

Im ersten Jahr (12.2014-11.2015) habe ich so fast 3.000€ gegenüber dem Preis der BC100 1. Klasse sparen können. In diesem Jahr wird es wohl ähnlich sein.

Wenn man sich auf so eine Sache einlässt: Ja, durch die Sparpreise verliert man etwas Flexibilität, aber bei einem Flugticket hat man das selbe Problem. Man muss weiterhin auch mal gewillt sein, ein Ticket verfallen zu lassen oder auch mal die Differenz zum Flexpreis hinlegen, wenn man den Zug verpasst hat.

Da ich mir angewöhnt habe, bei langen Reisen gerne mal Züge um 04:00 morgens zu nehmen, erhalte ich fast immer Sparpreise, muss dann aber auch noch die Kosten für das Taxi zum Bahnhof einrechnen.

Pro-Tip 1: Es passiert nicht selten, dass ein Ticket für eine Fahrt von bspw. Köln nach Frankfurt/Oder oder Angermünde günstiger ist, als das Ticket bis Berlin. Hier sollte man immer mal ein wenig schauen. Niemand zwingt einen, das Ticket über die ganze Strecke zu nutzen.

Pro-Tip 2: Wer von NRW nach Berlin möchte, sollte am Besten auch schauen, wie die Preise für die Verbindung bspw. Köln-Tantow sind. Tantow ist der letzte Ort vor der polnischen Grenze bei Szczecin. Warum, verrate ich ein anderes Mal.

Ich kann jedem BC100-Nutzer nur empfehlen, das mal für sich durchzurechnen.

Last but not least, hier der Hinweis über eine Neuerung bei der BahnCard 50:

Seit einigen Wochen ist es möglich, Sparpreise auch mit der BC50 zu kombinieren. Das ist aber ausschließlich im Fernverkehr möglich. Sobald man einen Teil der Strecke in einem Regionalzug zurücklegen muss, erhält man die zusätzlichen 25% Rabatt nicht mehr. Klar kann man überlegen, ob man für den Rest der Strecke bspw. ein Verbundticket zusätzlich kauft, aber im Falle eines Anschlussverlustes gibt es dann immer Ärger mit den Fahrgastrechten. Wer also häufig abseits der Fernverkehrslinien unterwegs ist, sollte die zusätzliche BahnCard 25 auf jeden Fall erwerben.