McDonald’s App: Fast Food in Zeiten der Corona-Krise

Zugegebenermaßen verweilt die App von McDonald’s schon eine ganze Weile auf meinem Smartphone. In den frühen Versionen bot sie im Wesentlichen einen Filialfinder sowie einen Überblick über das aktuelle Sortiment. Ergänzt wurde dies durch die beliebten Coupons, wobei zum digitalen Abbild der Papierschnipsel sich irgendwann auch noch mehr oder minder regelmäßig spezielle Coupons für App-Nutzer gesellten.

Im Rahmen des Projekts „Restaurant der Zukunft“ kam irgendwann die Möglichkeit hinzu, seine Kreditkartendaten in der App für Bestellungen zu hinterlegen. Damit wurde es möglich, sich sein Menü an den Platz zu bestellen und gleich in der App zu bezahlen. Da es in meiner Nähe anfangs kein teilnehmendes Restaurant gab, habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt und stattdessen die komfortablen Easy Order-Bildschirme genutzt, während sich die Mehrheit der Gäste lieber in eine endlose Schlange an der einzigen verbliebenen Bestellkasse einreihte.

Im Rahmen der Covid-19 Eindämmungsmaßnahmen mussten natürlich auch die McDonald’s Restaurants ihren normalen Restaurantbetrieb schließen. Der Außer-Haus-Verkauf insbesondere am McDrive-Schalter durfte aber mit Auflagen weiter betrieben werden. Nach vier Wochen Homeoffice inkl. selbst gekochtem Essen genau die Gelegenheit, um mal die letzten Entwicklungen rund um die App zu testen.

Aktuell wird bereits beim Einstieg in die App deutlich, dass es Essen nur für Selbstabholer gibt und der Verzehr im und um das Restaurant herum nicht erlaubt ist.

Kundenkonto und Zahlungsdaten

Das Registrieren eines Kundenkontos erfolgt am Einfachsten über die Verknüpfung mit einem Facebook-Account. McDonald’s erkennt dann Euren Namen und nutzt die bei Facebook hinterlegte primäre E-Mail Adresse. Als Alternative stehen noch die Anmeldedienste von Google und Apple zur Verfügung. Eine manuelle Registrierung mit einer gültigen E-Mail Adresse ist natürlich auch möglich. Die Wiederanmeldung erfolgt i.d.R. über den Weg über den ihr Euch registriert habt.

Wer nicht an der Kasse bar oder vor Ort mit Karte bezahlen möchte, sollte seine Zahlungsdaten in der App hinterlegen. Aktuell lassen sich lediglich Karten von Mastercard und VISA hinterlegen. Hierzu müssten die Kartendaten manuell eingegeben werden. Wieso man hier nicht eine Funktion zum Abfotografieren der Karte geschaffen hat? Ich weiß es nicht.

Da Mastercard und VISA in Deutschland in Sachen Verbreitung zwar kräftig aufholen aber längst noch nicht jeder über eine solche Karte verfügt, wäre die Integration von PayPal als Zahlungsoption mehr als sinnvoll.

Auch sollte ein zeitgemäßes App-Bestellsystem Apple Pay und Google Pay integrieren. Das ist nicht all zu kompliziert und erspart einfach das x-fache Eingeben und Speichern der Kartendaten bei zig verschiedenen Anbietern.

Der Bestellprozess

Zunächst einmal sucht man sich auf einer Landkarte das nächste geöffnete Restaurant heraus. Alternativ kann man auch nach PLZ oder Ort suchen.

Danach verläuft der Bestellprozess in der App ähnlich intuitiv wie am EasyOrder-Terminal. Auch hier lassen sich Burger personalisieren, d.h. Zutaten ab- oder hinzuwählen.

Wer regelmäßig das gleiche isst, kann entweder eine alte Bestellung aus der Liste der letzten Bestellungen recyceln oder sich sogar Favoriten anlegen.

Bei Aufgabe der Bestellung wird man abschließend gefragt, ob man „bar vor Ort“ (was aber auch per girocard bspw. sein kann) bezahlen möchte oder lieber gleich die hinterlegte Kreditkarte verwendet werden sollte. Zum Schluss erhält man einen Code angezeigt, den man entweder im McDrive an der Bestellsäule nennen soll oder aber im Restaurant.

Die Abholung

Da ich für 500m sicherlich nicht mit dem Auto fahren wollte, bin ich nach Aufgabe der Bestellung gemütlich zu Fuß zum nächsten McDonald’s geschlendert. Da neben dem McDrive-Schalter auch die Türen des Restaurants geöffnet waren, habe ich mich für den Weg entschieden anstatt mich zwischen zwei SUVs mit laufendem Motor einzureihen.

Die Sitzplatzbereiche waren mit Flatterband abgesperrt. Gleiches galt auch für die Toiletten, so dass man sich nicht mal eben die Hände waschen konnte, um im gesetzlichen Abstand von 50 Metern rund um das Restaurants den ersten Bissen tätigen zu können. Auf dem Boden befanden sich mit Klebeband markierte Abstandsmarken.

Die EasyOrder-Terminals waren normal in Betrieb. An der einzigen personenbedienten Kasse habe ich nun den Code vorgezeigt und wurde nochmals gefragt, ob ich mit der Karte in der App oder vor Ort bezahlen wolle. Ich wählte natürlich das Bezahlen per App worauf die Push-Nachricht meiner Bank über die nun erfolgte Abbuchung eintrudelte. Kurze Zeit später war auch das Essen fertig.

Einen Kassenbon gab es natürlich auch. Digital per E-Mail. Allerdings fehlten die Grafiken.

Digitaler Kassenbon
Digitaler Kassenbon

Fazit

Inzwischen bietet die App eine Menge Komfort. Dass die Zubereitung erst bei Ankunft im Restaurant erfolgt und auch erst dann eine Belastung der Karte vorgenommen wird, finde ich äußerst positiv. So lassen sich sicher auch noch zwei vergessene Teile hinzu bestellen.

Die Zahlungsmittelauswahl sollte allerdings erweitert werden. Genauso sollte es möglich sein, den Abholcode an einem EasyOrder-Terminal einzugeben, so dass man sich nicht erst in eine evtl. vorhandene Warteschlange einreihen muss, da so der Vorteil der App-Bestellung direkt wieder verspielt würde.