„Personal Payments“ – Für viele in Deutschland noch ein Fremdwort

In vielen Ländern – egal ob Industrienation oder Entwicklungsland – hat das Bezahlen per Mobiltelefon mittlerweile Einzug gehalten. Neben der Abwicklung von POS-Zahlungen per Smartphone Wallet (bspw. Apple Pay) nutzen viele Menschen das Telefon auch zum Tätigen von Überweisungen. Das erscheint insofern logisch als dass man in der nigerianischen Wüste nicht an jeder Ecke eine Sparkasse findet. Das Mobiltelefon hat vielen Menschen die zuvor als „unbanked“ galten die Teilnahme am Zahlungsverkehr ermöglicht.

VISA bietet seinen Kunden in vielen Ländern (u.a. UK) an, Geldbeträge zwischen Privatpersonen direkt von Kartenkonto zu Kartenkonto zu transferieren. Selbstverständlich mit Hilfe einer App.

Aber wofür ist das gut?

In Ländern wie in Schweden wo Bargeld nahezu ausgestorben ist, leuchtet der Nutzen sofort ein. Wenn man den Fuffi von der Oma höchstens noch in der Bank aber nicht im Laden los wird, so muss man sich nach bargeldlosen Alternativen umsehen.

Daneben gibt es eine Vielzahl von Situationen wo ein unkomplizierter Geldtransfer Sinn macht:

  • Nachdem gemeinsamen Essen beim Italiener stellt man fest: Kein Bargeld und der Laden nimmt keine Karten
  • Der Kollege hat zum dritten Mal diese Woche die Rechnung vom Pizzataxi für´s gesamte Büro vorgestreckt.
  • „Mal eben“ den geliehenen Zwanni vom letzten Kneipenbesuch zurückzahlen

In einem Land wo selbst junge Menschen es noch normal finden, mit dem Auto zur Bank zu fahren, im Halteverbot zu parken und dann einen Überweisungsträger einzuwerfen, werden solche Geschäfte in der Regel bar abgewickelt.

Natürlich gibt es auch Online-Banking, wer aber nicht gerade mit StarMoney arbeitet und die Bankdaten aller seiner Freunde gespeichert hat, der wird gerade seit Einführung der IBAN recht wenig Freude daran entwickeln.

Genau diese Lücke füllt PayPal seit einiger Zeit auf. Zahlungen zwischen Privatpersonen die nicht zur Bezahlung von eBay-Auktionen dienen, erfolgen kostenlos sofern der Zahler per Guthaben oder SEPA-Lastschrift den Betrag begleichen will.

Eine recht einfach gehaltene App sorgt dafür dass das mit ein paar Klicks funktioniert.

Anmelden, E-Mail-Adresse des Empfängers und Betrag eingeben. Fertig!

Gehört die Empfängeradresse zu einem bestehenden PayPal-Konto ist hiermit alles erledigt. Ansonsten hat der Geldempfänger die Möglichkeit sich mit einem bestehenden PayPal-Konto anzumelden oder gleich ein Neues zu eröffnen.

Da meine lieben Kolleginnen und Kollegen es von mir schon gewöhnt sind dass ich meinen Teil der Pizzataxi-Rechnung per Überweisung begleiche, war der Versuch mit PayPal nur ein kleiner Schritt.

Obwohl die meisten schon ewig bei PayPal sind, waren sie zunächst skeptisch. Aber die einfache Bedienung scheint zumindest die Hemmungen beseitigt zu haben. Leider bin ich mir aber sicher dass von den Probanden in Zukunft keiner von sich aus ein solches System nutzen wird. Zu tief steckt „Nur Bares ist Wahres“ noch in den Köpfen.

Allen meinen Lesern kann ich nur raten: Probiert es einfach einmal aus. Es ist kinderleicht und tut gar nicht weh!

Ein Gedanke zu “„Personal Payments“ – Für viele in Deutschland noch ein Fremdwort

  1. Zu diesem Thema gibt es ein kleines Update:

    Zweifelte ich beim Verfassen des Artikels an, dass sich Personal Payments in meinem Umfeld ohne meine Intervention durchsetzen könnte, so muss ich nach einigen Monaten feststellen, dass wir uns gegenseitig regelmäßig Geldbeträge für Einkäufe und Essenslieferungen hin- und her überweisen.

    Sollte PayPal diese Zahlungsströme zwischen Privatkunden nach Land auswerten, so kann ich mir vorstellen dass wir in der Statistik sichtbar sind 😉

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