Ohne girocard sieht es mau aus oder warum YoMo ein Erfolg werden könnte

In den letzten Monaten haben einige Banken und Fintechs probiert, den Deutschen innovative Girokonten und Zahlkarten schmackhaft zu machen. Trotz Gebührenfreiheit im In- und Ausland, kostenlosen Barabhebungen, schicker Apps und zeitgemäßem Kartenportfolio (Debit MasterCard und maestro, teils sogar auf einer Karte) kranken alle diese Angebote an einem Punkt: Der fehlenden girocard.

Wer meine Posts aufmerksam verfolgt, der weiß dass ich kein Freund unseres nationalen Alleingangs bin. Technisch fehlen mir die Bezahlfunktion im Internet, sowie die leider nicht abschaltbare Seuche ELV.

Mein größter Kritikpunkt an der girocard liegt aber eher ganz woanders. Ihr Marktanteil ist in Deutschland so hoch, dass sie vielfach die einzige unbare Zahlungsoption am POS ist und somit sowohl ausländische Kunden als auch Nutzer von N26 oder Fidor zu Zwangsbarzahlern macht.

Obwohl in den letzten Jahren zumindest die Akzeptanz der internationalen maestro-Karte deutlich zugenommen hat, erlebt man häufig genug Fälle, wo einen das Bezahlterminal mit der Fehlermeldung „Karte nicht zugelassen“ verspottet.

Gerade in der Gastronomie (und hierbei ist es egal, ob es sich um den Edelitaliener in der Großstadt oder um einen McDonalds in der Provinz handelt) und beim kleineren Einzelhandel kommt man ohne girocard nicht weiter.

Das kann man kritisieren und das tue ich hier nicht zu selten, aber leben muss man mit der Situation dennoch noch eine Weile. Von daher habe ich bislang auch Abstand davon genommen, mein Konto zu Fidor oder N26 zu verlegen. Die Neugier bzgl. deren Apps war ebenfalls nicht groß genug um ein weiteres Konto zum Spielen zu eröffnen.

Seit einigen Tagen verdichten sich jedoch die Anzeichen, dass das von einer Hand voll Sparkassen gestartete Projekt „YoMo“ (Your Money) genau in diese Lücke vorstoßen möchte und sein Kontoprodukt mit einer girocard anbieten wird.

Es wäre wünschenswert, wenn diese direkt mit NFC erscheinen würde und ein Co-Badge wie maestro hätte. Spannend natürlich auch die Frage nach den Gebühren und dem weiteren Kartenportfolio, sowie dem Dreh- und Angelpunkt: Der YoMo-App.

So richtig viel ist halt noch nicht bekannt. So stay tuned.

3 Gedanken zu “Ohne girocard sieht es mau aus oder warum YoMo ein Erfolg werden könnte

    1. Wenn ich ehrlich bin, kann ich den ganzen Hype eh nur bedingt nachvollziehen. Dass die regulären Banken mit NFC und Echtzeitzugriff auf Autorisierungsdaten bei MasterCard und VISA hinten dran sind: Geschenkt. Auch das bisherige Festhalten an der Unterschrift statt PIN ist doof. Aber da wird sich 2017 denke ich Einiges tun.

      Was die Apps angeht: Zumindest die Sparkassen+-App kann meiner Meinung nach das Meiste, was ich erwarte. Wenn jetzt noch Peer-to-Peer-Payment (wofür ich am Liebsten PayPal nutze) hinzukommen wird, ist das super. Eine integrierte Kontaktlos-Karte per HCE für Android Devices wäre auch toll, aber sonst?

      Diese ganzen Auswertungen die man auch mit StarMoney oder ähnlichen Produkten haben kann, sehe ich erst einmal als Spielerei an. Aber das ist meine persönliche Meinung.

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