26. November 2022

re:publica 2022 – Wie stand es um das bargeldlose Bezahlen?

Ich wollte ja immer schon einmal zur re:publica. Das hat lange Zeit nicht geklappt, weil der Termin regelmäßig mit meinen Urlauben in Konflikt stand. Nach der 2019er Konferenz habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht und ein Ticket für 2020 erworben. Nun ja. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Konferenzen in 2020 und 2021 natürlich ausfallen. Eigentlich hatte ich das für 2020 gekaufte Ticket schon fast wieder vergessen und war um so erfreuter, als ich unaufgefordert meine Eintrittskarte für 2022 erhielt. Also Hotel gebucht und nix wie hin!

Was ist die re:publica?

Die re:publica bezeichnet sich selbst als das „Festival für die digitale Gesellschaft“ und findet seit 2007 jährlich in Berlin statt. Dieses Jahr standen über 400 Vorträge, Panels, Workshops uvm. auf dem Programm. Diese wurden von rund 700 Referent:innen gehalten. Unsere Bundesregierung war mit Olaf Scholz, Nancy Faeser, Hubertus Heil und Volker Wissing auch sehr gut vertreten. Das diesjährige Programm findet ihr hier.

Man hat sich zum ersten Mal für die Arena Berlin und den Festsaal Kreuzberg als Veranstaltungsort entschieden. Angesichts der schieren Anzahl der angebotenen Programmpunkte kam schon etwas Stress auf, da man natürlich möglichst viel für sich von so einer Veranstaltung mitnehmen möchte. Man konnte es aber auch ganz anders angehen. Das Freigelände an der Spree lud nämlich zum entspannten Chillen und Netzwerken ein. Für viele ist die re:publica auch so eine Art Familientreffen.

Wer mehr über die re:publica erfahren möchte, dem empfehle ich die vielen begleitenden Berichte in den Medien und natürlich den YouTube-Kanal!

Mein persönliches Highlight war übrigens das exklusive Abschlusskonzert der Band Tocotronic im Festsaal Kreuzberg.

Tocotronic im Festsaal Kreuzberg – Exklusiver Auftakt zu ihrer „Nie wieder Krieg!“-Tournee

 

Event-Catering und das liebe Bargeld

Berliner Wahrzeichen: Der Euronet-Geldautomat

Wie die meisten von Euch inzwischen mitbekommen haben dürften, hat das bargeldlose Bezahlen in Deutschland in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Daran war nicht zuletzt auch die Corona-Pandemie Schuld. Um den wirklichen Stand der Entwicklung beurteilen zu können, darf man natürlich nicht nur auf die großen Filialisten, die eher gehobenen Restaurants und Shops in touristischen Regionen achten.

Ein großes Problem waren und sind in Deutschland noch stets die Großveranstaltungen wie Festivals, Konzerte und Messen. Hier regieren häufig immer noch das Bargeld oder proprietäre Closed-Loop-Lösungen wie erst vor wenigen Tagen auf dem riesigen Rock am Ring-Festival. Reguläre Kartenakzeptanz ohne, dass Sponsoren wie Mastercard wie beim Hurricane Festival 2018 tief in die Tasche greifen, findet man eher selten.

Das liegt auch daran, dass man ohne einen solchen Sponsor kaum in der Lage ist, eine ausfallsichere Bezahlinfrastruktur mit Online-Anbindung bereitzustellen. Gerade die großen Musikfestivals finden ja häufig in Regionen statt, wo das Mobilfunknetz eher schlecht ausgebaut ist.

Cashless auf der re:publica

So war es auch lange Zeit auf der re:publica, deren Organisatoren sich auf Twitter regelmäßig hämische Kommentare gefallen lassen mussten, wieso die „Digitale Gesellschaft“ immer noch mit Klimpergeld den Kaffee bezahlen muss. Bei der letzten Präsenzveranstaltung in 2019, damals noch in der Berlin Station am Gleisdreieck, hatte sich die Situation schon etwas gebessert. Allerdings regierte beim für alle offenen „Netzfest, dem digitalen Volksfest“ dann doch wieder das Klimpergeld.

Insofern war ich natürlich gespannt, was mich erwarten würde:

  • Die vom Betreiber der Arena bewirtschafteten Getränkestände akzeptierten Kartenzahlung. Es gab ab und an allerdings Wartezeiten, da an den Ständen nur ein Clover-Terminal zur Verfügung stand
  • Von den Foodtrucks im Foodcourt habe ich bis auf eine Ausnahme (s.u.) nichts Negatives gehört
  • Ein Anbieter (Pommes & veg. Burger) hatte am ersten Tag noch ein Schild „Cash only“ aufgestellt. Als ich am dritten Tag dort war, gab es auch dort ein iZettle-Terminal. Beschweren hilft wohl doch
  • Das gut besuchte Coffee-Bike direkt hinter dem Eingang zur Arena bestand auf Bargeld
  • So ganz ohne doofe Sprüche ging es aber dann doch nicht


Während meiner drei Tage auf der re:publica bin ich dort ohne Bargeld ausgekommen. Im Gegenteil: Da die Rückzahlung des Pfands auf Getränkeflaschen bar erfolgte, hatte ich am Ende des Tages mehr Geld in der Tasche 😉

Fazit

Events ohne Bargeld funktionieren auch in Deutschland. Allerdings nur, wenn der Veranstalter dies auch von den Catering-Anbietern aktiv einfordert und die Umsetzung kontrolliert.

Marc-Oliver Schaake

Lotus / IBM / HCL Notes Professional Mag Reisen mit dem Zug, insbesondere mit Nachtzügen Kartenzahler seit 1987

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