22. Januar 2026

Erste Genossenschaftsbanken starten mit der girocard fürs iPhone (Update)

Die ersten Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland sind mit der digitalen girocard im iPhone gestartet. Wie bereits gemeldet, wird die Karte nicht in der Apple Wallet, sondern in der VR Banking App bereitgestellt.

Einigen Benutzern zufolge sollte es ein sehr geringes Monatslimit von 300€ geben, welches sowohl für Bezahlungen im Handel, als auch Bargeldabhebungen an Geldautomaten gelten würde. Inzwischen habe ich jedoch den einen oder anderen Screenshot gesendet bekommen, der wesentlich höhere wöchentliche (!) Limite zeigt und eine Trennung nach Zahlungen im Handel und Nutzung am Geldautomaten. Die einzelnen Institute können dieses allg. Kartenlimit wohl selbst festlegen.

Digitalisiert wird leider nur die girocard-Applikation, so dass man für das Bezahlen an den immer häufiger anzutreffenden Terminals ohne native girocard-Akzeptanz dann doch zur virtuellen Debitkarte in der Apple Wallet greifen muss.

Die einzelnen Institute haben die Möglichkeit, ihre eigenen Kartendesigns ähnlich wie bei Apple Pay zur Verfügung zu stellen. In diesem Fall (Raiffeisenbank im Hochtaunus) befindet sich das girocard-Logo zwar auf der Frontseite der Karte. In der App sieht man aber lediglich das Mastercard-Logo. Und das, obwohl die Mastercard-Applikation dort nicht zur Verfügung steht. Das wirkt schon sehr hingehudelt:

 

Was positiv, und definitiv besser als bei PayPal gelöst wurde, ist der Flow beim Start der App. Selbst, wenn man Apple Pay als Default gewählt hat, kann man so doch recht schnell auf die Karte zugreifen und damit bezahlen:

Fazit

Grundsätzlich ist Wettbewerb eine feine Sache und dass mit dem DMA die Gatekeeping-Funktion von Apple über die NFC-Schnittstelle geschliffen wurde, ist ebenfalls richtig. Allerdings hat sich unter Android gezeigt, dass Kunden die Integration in die Google Wallet bevorzugen sobald sie mehr als eine Bankverbindung haben.

Mit der doch halbherzigen Umsetzung (girocard ohne Co-Badge in der Banking App, alles Andere in der Apple Wallet) hat man sich meiner Meinung nach keinen Gefallen getan. Wer der girocard zu mehr Präsenz im Mobile Payment verhelfen will, macht es besser so wie die Sparkassen und digitalisiert auch das Co-Badge.

Mit dem jetzigen Stand verfestigt man nur die Meinung vieler digital-affiner Kundinnen und Kunden, dass die girocard nur noch als Notfall-Karte bei den immer weniger werdenden Händlern und Gastronomen dient, die keine Visa- und Mastercard-Akzeptanz haben.

Screenshots wurden freundlicherweise vom Threader @whereislukee_ bereitgestellt, der auch sehr häufig zum Thema Payment postet. Herzlichen Dank!

Marc-Oliver Schaake

Lotus / IBM / HCL Notes Professional, Payment Nerd Mag Reisen mit dem Zug, insbesondere mit Nachtzügen Kartenzahler seit 1987

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5 Gedanken zu „Erste Genossenschaftsbanken starten mit der girocard fürs iPhone (Update)

  1. Die Mühe (und mit der Entwicklung und Umsetzung dieser „Lösung“) hätte man sich wohl auch sparen können.

    Wenn die V+R Girocard die einzige Karte ist, die man hat bzw. nutzt, wird sie durch das niedrige Limit unbrauchbar (sofern es denn ein Monatslimit und nicht ein Limit pro Zahlung ist). Selbst, wenn man die V+R App las Standard NFC App definiert, führt das niedrige Limit dann doch wieder dazu, dass man auf andere Zahlmethoden ausweicht – und ggfs. andere Karten via Apple Pay Wallet einsetzt (sofern man welche hat).
    Wenn man mehrere Karten nutzt, wird doch jeder der bei Verstand ist, Apple Pay Wallet als Default NFC App nutzen wollen. Darüber wird die V+R Girocard in Vergessenheit geraten und – wie im Artikel geschrieben – eine reine Notfallkarte werden.

    Was die da geraucht haben, als der use case besprochen wurde, möchte ich mal wissen.

  2. Sorry, kleiner edit:

    Die Mühe (und mit der Entwicklung und Umsetzung dieser „Lösung“ verbundenen Kosten) hätte man sich wohl auch sparen können.

    Wenn die V+R Girocard die einzige Karte ist, die man hat bzw. nutzt, wird sie durch das niedrige Limit unbrauchbar (sofern es denn ein Monatslimit und nicht ein Limit pro Zahlung ist). Selbst, wenn man die V+R App las Standard NFC App definiert, führt das niedrige Limit dann doch wieder dazu, dass man auf andere Zahlmethoden ausweicht – und ggfs. andere Karten via Apple Pay Wallet einsetzt (sofern man welche hat).
    Wenn man mehrere Karten nutzt, wird doch jeder der bei Verstand ist, Apple Pay Wallet als Default NFC App nutzen wollen. Darüber wird die V+R Girocard in Vergessenheit geraten und – wie im Artikel geschrieben – eine reine Notfallkarte werden.

    Was die da geraucht haben, als der use case besprochen wurde, möchte ich mal wissen.

  3. Danke für den Erfahrungsbericht. Ich hatte überlegt zum testen ein Volksbankkonto zu eröffnen, aber das macht ja bisher keinen allzu spaßigen Eindruck und bei PayPal verging der Spaß an der Alternativen Wallet auch sehr schnell.

  4. Habe die digitale Girocard jetzt auch bereits zwei Mal getestet. Wenn man sich die VR-App auf die Aktionstaste beim (neueren) iPhone legt, dann kommt man da schon recht schnell und bequem ran. Das Limit entspricht bei mir dem physischen Limit (nicht nur 300€). Ein paar Dinge sind verbesserungswürdig. So erkennt die App nicht, dass man gerade gezahlt hat und der NFC-Dialog bleibt auch nach Zahlung offen. Nur das akustische Signal vom Terminal signalisiert, dass bezahlt wurde. Auch funktionieren die versprochenen Push-Nachrichten nicht, die man in der App konfigurieren kann. Beim zweiten Zahlungsvorgang hatte ich im Nachgang Probleme mit Face ID wieder in die App zu kommen. Musste dann einmal komplett beenden und wieder starten. Da muss unbedingt noch nachgearbeitet werden.

    Ansonsten bin ich der Ansicht, dass man einfach beides anbieten soll. Wer Apple Pay will, soll es bekommen. Wer die bankeigene Wallet will, soll sie ebenfalls bekommen. Die ganzen jungen Leute holst du mit der Bank-App auf jeden Fall eher nicht ab (was schade ist).

    1. Das mit der Seitentaste ist auch bei PayPal die einfachste Variante, dann muss man aber die Apple Wallet vom Desktop aus starten, die man m.E. wesentlich häufiger braucht.

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