30. Mai 2024

Fazit nach drei Jahren E-Auto

Am letzten Dienstag hieß es Abschied nehmen: Mein quietschgelber PEUGEOT e-208 GT musste zurück zum Händler nach Mönchengladbach. Der Leasingvertrag läuft während einer längeren Abwesenheit im Mai aus.

Das Fahrzeug hat mich 35 Monate und 29.950 Kilometer begleitet. Zeit für ein Fazit.

Das Auto

Das Zwischenfazit nach 10.000 Kilometern (siehe hier) hat auch heute noch Bestand. Der e-208 ist ein wunderbares Einstiegsfahrzeug in die Welt der E-Mobilität. Es fühlt sich an, wie ein ganz normales Auto und überfordert nicht mit technischen Spielereien, ist also auch für die ältere Generation geeignet, in sofern sie nicht „Rücken hat“. Der Ein- und Ausstieg erfordert schon noch ein wenig Beweglichkeit.

Bekannte Mängel

In einschlägigen Facebook-Gruppen liest man häufig von Problemen mit dem Fahrzeug. Neben der bei vielen Besitzern zickenden App soll es auch immer mal wieder Fehlermeldungen geben, die nur getreu dem Motto „Did you try turning it off and on again“ durch das Abklemmen der 12V-Batterie gelöst werden konnten.

Ein Bauteil, welches häufig den Geist aufgibt, ist der sog. „Onboard-Charger“, der das Laden an normalen Steckdosen sowie AC-Ladesäulen ermöglicht. Neben den hohen Kosten (ca 3.000€ mit Einbau) war über lange Zeit die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ein Problem. Wie man aber hört, sollen der Hersteller des Geräts und Stellantis recht kulant in solchen Fällen reagieren.

Ich musste meinen Löwen in den fast drei Jahren kein einziges Mal resetten und der OBC funktionierte bei Abgabe ebenfalls noch.

E-Mobilität generell

Nach einer sehr kurzen Eingewöhnungsphase und zwei, drei Situationen mit gesteigerter Form von „Reichweitenangst“ haben für mich die Vorteile überwiegt. E-Autos bewegen sich flott und leise von A nach B. Die Ladeinfrastruktur ist in meiner Region ausreichend vorhanden und entlang der Autobahnen gibt es inzwischen ein gutes Angebot an Schnellladern.

Wer weder eine eigene PV-Anlage betreibt, noch als Vielfahrer entsprechende Abos hat, zahlt für den an öffentlichen Stationen geladenen Strom inzwischen aber Preise, die den Kosten für Diesel entsprechen. Die Zeiten, wo sich die höheren Anschaffungskosten dank der Kombination aus staatlicher Förderung und niedrigen Strompreisen recht schnell amortisiert haben, sind vorbei.

Andererseits ist es aber auch nicht staatliche Aufgabe, günstiges Autofahren zu subventionieren. Hier sind in allererster Linie die Energieversorger gefragt. Es ist nämlich nur sehr schwer zu erklären, wieso die Kilowattstunde Haushaltsstrom für um die 30 Cent erhältlich ist, während der abgezweigte Auto-Strom an einer 22kW AC-Säule für 50-70 Cent über die virtuelle Ladentheke geht.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass E-Autos inzwischen längst alltagstauglich sind. Die teils sehr abstrus geführten Diskussionen am Stammtisch in den Medien kann ich nicht nachvollziehen.

Und jetzt?

Irgendwie konnte ich mich trotz eines recht attraktiven Angebots nicht zur Übernahme durchringen und schaue jetzt erst einmal. Eine ab Ende Mai für ein Jahr gültige Bahncard 100 und dementsprechend eine nochmals gesteigerte Reisetätigkeit lassen ein eigenes Auto aktuell nicht als sinnvoll erscheinen. Für den Fall der Fälle habe ich mir allerdings noch ein sehr attraktives Leasing-Angebot für den neuen PEUGEOT e-3008 mitgeben lassen.

Marc-Oliver Schaake

Lotus / IBM / HCL Notes Professional Mag Reisen mit dem Zug, insbesondere mit Nachtzügen Kartenzahler seit 1987

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