Nachdem im Miles & More-Universum nun stufenweise der Umzug der Bestandskunden vom bisherigen Issuer DKB zur Deutschen Bank läuft, ist es inzwischen auch möglich neue Kartenverträge abzuschließen.
Dabei fiel mir neben den schon bekannten Formen der Miles & More-Kreditkarte ein neues Produkt auf: Die MyFlex-Karte. Dabei handelt es sich um ein kostenloses Angebot welches sich ausschließlich an Privatkunden richtet, die nicht freiberuflich oder selbstständig tätig sind.
Schaut man sich die Produktübersicht an, so fallen sofort zwei Dinge auf: Die neue Karte lässt einen zwar ebenfalls eine Prämienmeile pro ausgegebenen zwei Euro sammeln, schützt nicht vor dem Verfall von Prämienmeilen nach 36 Monaten. Auf die Nutzung des „Überweisungsservice“ sammelt man zwar doppelt so viele Meilen, darf aber auch 2,5% Gebühren berappen. Wer immer das braucht.
Darüberhinaus wird diese Karte als einzige mit „bequemer Ratenzahlung“ beworben. Um den Monatssaldo auszugleichen kann man eine Lastschrift in Höhe von 10% bis zu 50% des fälligen Betrages einrichten. Und was ist mit der anderen Hälfte? Um nicht in die Zinsfalle zu laufen, muss man diese rechtzeitig manuell überweisen. Im Grunde übernimmt die Deutsche Bank hier in die gleiche Unsitte die man von diversen Advanzia-Karten, so wie von der BAWAG PSK (ex. Barclays) kennt: Wer einfach nur eine kostenlose Kreditkarte zum Bezahlen haben möchte, der wird entweder mit manueller Arbeit oder (Barclays) zusätzlichen Gebühren für eine 100%-Lastschrift bestraft.
Apropos Zinsen: Der Sollzins beträgt aktuell 15,65% was im Vergleich zu bspw. Barclays (19,14%) noch recht günstig ist. Habenzinsen gibt es leider keine.
Mit 1,95% Aufschlag auf Zahlungen in Fremdwährung und Gebühren i.H.v. 2% (mind. 5 EUR) für die Nutzung von Geldautomaten (zzgl. ggf. Betreibergebühren) eignet sich die Karte meiner Meinung nach genauso wenig als Reisekarte, wie eine American Express-Karte mit der Ausnahme, dass man mit einer Mastercard eine bessere Akzeptanz vorfindet.
Fazit
So richtig verstehe ich nicht, welche Zielgruppe die Deutsche Bank mit diesem Produkt eigentlich anspricht. Die Karte taugt weder zur Absicherung erworbener Flugmeilen vor Verfall, noch als Reisekarte (Fremdwährungsgebühren) noch als allgemeine Bezahlkarte für den Alltag, weil man stets die Fälligkeit der Monatsrechnung im Blick haben muss, um nicht in die Zinsfalle zu laufen. Was meint ihr?


Höchstens für jene interessant, die irgendwie Meilen sammeln wollen und dafür bereit sind, etwas Arbeit zu investieren. Dass man nur 50% Rückzahlung einstellen kann ist auf jeden Fall eine Red Flag.
Generell muss ich aber sagen, dass die Kreditkartenlandschaft insgesamt nicht wirklich attraktiv ist. Irgendein Problem gibt es irgendwie immer, aber die Motivation, ein gutes Produkt auf die Beine zu stellen, dürfte sich bei 0,3% Interchange sicherlich auch in Grenzen halten.
Ja, da ist was dran. Wir hatten einst eine Vielzahl von Anbietern mit bedingungslos kostenlosen Karten. Die Liste ist aktuell ziemlich kurz geworden, insbesondere wenn es eine Karte sein soll, die man außerhalb der Eurozone kostenlos einsetzen möchte.