Die Payback American Express-Karte mit Apple Pay im Test (Update)

Vor einigen Wochen habe ich meine ersten Erfahrungen mit der Payback American Express-Karte und dem Einsatz mit Apple Pay beschrieben. Nun ist es an der Zeit, noch einmal etwas tiefer in das Thema einzusteigen.

Akzeptanz

Auf der Akzeptanzseite hat sich gerade im letzten Jahr eine Menge getan. Inzwischen kann man bei fast allen Supermärkten und Discountern mit American Express bezahlen. Die REWE-Tochter und Payback-Partnerin Penny stieß vor einigen Wochen hinzu. Lidl, Aldi Nord&Süd, Netto, Kaufland, REWE, Penny, real,- sowie viele EDEKA-Märkte akzeptieren die Karte inzwischen. Das Gleiche gilt für Kaufhäuser und bspw. IKEA in Deutschland.

Im Bereich Reise und Touristik ist die Akzeptanz seit je her als gut zu bezeichnen. Von den großen Hotelketten über Airlines, myTaxi, Deutsche Bahn und viele Handyticket-Anbieter: Überall kann man mit American Express bezahlen. Bei einigen wenigen Anbietern nur über den Umweg via PayPal.

In der Gastronomie und bei Lieferdiensten sieht die Bilanz eher gemischt aus. Mal funktioniert sie, wo man es nicht unbedingt erwarten kann, wohingegen es auch echte Negativüberraschungen gab, wie bspw. in einem Brauhaus im Anbau einer internationalen Hotelkette.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Karte in der Regel von iZettle-Terminals und den dazugehörigen Verträgen unterstützt wird.

Kontaktlos & Apple Pay

Ähnlich wie bei der kontaktlosen girocard, kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass jedes NFC-fähige Terminal auch ordnungsgemäß mit Amex funktioniert. Beliebte Probleme sind das Abblocken von Zahlungen über 25€ oder 50€ mit der physikalischen Karte oder aber auch die Fehlermeldung „Karte nicht erkannt“ bei Verwendung von Apple Pay für Kleinbeträge.

Probleme gab es u.a. bei IKEA, Burger King und in einigen Restaurants, deren Terminals nicht auf ExpressPay (Amex-Variante des kontaktlosen Bezahlens) vorbereitet scheinen.

Push-Nachrichten für alle Zahlungen

Eine wirklich tolle Eigenschaft ist das Zusammenführen aller Transaktionen in der Apple Pay Zahlungshistorie. Egal, welches Gerät verwendet wurde. Selbst Internet-Zahlungen oder solche mit der Plastikkarte, tauchen in der Wallet auf. Pluspunkt für die „Übersichtsfetischisten“.

Paymentdienste: Paypal, Curve & Co.

Inzwischen lässt sich die American Express-Karte sehr gut mit Paypal verwenden. Gerade dort, wo Online-Shops nur Mastercard und VISA anbieten, ist über den Umweg Paypal eine Zahlung möglich.

Auch das Senden von Geldbeträgen an Freunde und Familie ist inzwischen mit Amex möglich. Laut Informationen eines Leser, soll dies aber in den AGB von American Express untersagt sein und man findet im Internet Fälle, wo es bei solchen Überweisungen im dreistelligen €-Bereich auch Kündigungen langjähriger Kunden gab. Von daher sollte man diese Funktion maximal für die Zahlung des Anteils an einer Pizzabestellung nutzen.

Das Aufladen sonstiger Zahlungskonten wie Revolut, DiPocket etc. ist leider nicht möglich. Bei Curve wurde die Funktion für (britische) Amex-Karten auch nach kurzer Zeit wieder deaktiviert.

Online-Portal und App

Sowohl das Online-Portal als auch die App bieten eine gute Übersicht über die getätigten Zahlungen, sowie eine Übersicht über genehmigte aber noch nicht endgültig gebuchte Zahlungen. Apps von Drittanbietern wie bspw. Outbank arbeiten auch sehr gut mit Amex zusammen. Pluspunkt!

Über beide Zugangswege können Amex-Mitglieder auch an interessanten Aktionen teilnehmen. Aber Achtung: Auf der Webseite werden manchmal Aktionen beworben, die nicht für alle Kartentypen angeboten werden.

Bargeld am Automaten

Aufgrund der Gebührenstruktur ganz schnell vergessen!

Payback-Punkte

Anstelle von Membership Rewards sammeln Mitglieder mit der Payback Amex-Karte die gleichnamigen Payback-Punkte. Jeweils 1 Punkt (0,01€) pro volle 2€ Umsatz. Davon ausgenommen sind Tankstellenumsätze. Egal ob Diesel oder König Pilsner gekauft wurde.

Die Punkte werden einmal monatlich dem Payback-Konto gutgeschrieben. Da sich Payback-Punkte problemlos per Überweisung auszahlen lassen, eindeutig wohl eines der besten Kundenbindungsprogramme am Markt.

Freundschaftswerbung

Über die App lässt sich ein Link generieren, den man an interessierte mögliche Neumitglieder im Bekanntenkreis verschicken kann. Ich habe so einen Twitterer geworben. Für die erfolgreiche Werbung erhält der Werber 2000 Payback-Punkte (20€) und der Geworbene ebenfalls. Immer wieder steigt die Willkommensprämie für kurze Zeit auf 4000 Punkte (40€).

Auf diese Weise lassen sich pro Jahr bis zu 50000 Payback-Punkte (500€) verdienen.

Abrechnung

Nach erfolgter Abrechnung erhält das Mitglied zunächst einen Hinweis auf das Vorliegen einer Abrechnung. Im Gegensatz zu bspw. den an BCS hängenden Sparkassen, bleibt der Sollsaldo erst einmal stehen und verschwindet bis zur Belastung des Girokontos nicht im Nirvana.

Zum Abrechnungsstichtag wird das Konto dann auf Seiten Amex ausgeglichen. Bis die Lastschrift vom hinterlegten Girokonto gezogen wurde vergingen bei mir aber auch einige Tage. In genau dieser Zeit sind die fälligen Beträge nicht mehr in den Salden von Multibanking-Anwendungen wie Outbank sichtbar. Da sollte man als User immer ein Auge drauf haben!

Update: Bei der zweiten Abrechnung liefen die Buchung der Lastschrift auf dem hinterlegten Girokonto und die Gutschrift des gezahlten Betrags auf dem Kartenkonto synchron. Somit scheint es dann keinen Zeitraum mehr zu geben, in dem der Saldo der letzten Kartenabrechnung kurzzeitig im Nirvana verschwindet.

Fazit

Kann man ein Produkt mit hervorragendem Kundenservice, einmaligem Renommee, Reward-Programm, Weiterempfehlungsprämien, ordentlichen Apps und Webportal, Apple Pay-Support, welches dazu noch völlig kostenlos ist, wirklich negativ bewerten?

Eigentlich nicht, aber…..

Wer in Deutschland bargeldlos bezahlen will, gilt eh schon als Exot. Das Setzen auf Mastercard und VISA erhöht den Level an notwendigem Masochismus noch einmal um ein paar Stufen. Amex setzt dem Ganzen dann noch ein Krönchen auf.

Dennoch: Geschenkt, da dies genauso als bekannt vorauszusetzen ist, wie dass der Abschluss eines O2-Mobilfunkvertrags in den Wäldern Brandenburgs vielleicht keine ganz so gute Idee ist.

Allerdings ist es mehr als nur nervig, wenn an Amex-Akzeptanzstellen die kontaktlose Bezahlung Probleme macht. Das hat mich schon an girocard kontaktlos gestört. Während die Terminals das kontaktlose Bezahlen mit Mastercard (Maestro) und VISA (V-Pay) problemlos beherrschen, sorgen fehlende Software-Updates für ExpressPay 3.0 (Amex) oder fehlende vertragliche Vereinbarungen (girocard) dafür, dass man dann doch wieder die Karte aus dem Portemonnaie fummeln muss. Oder man im zweiten Anlauf lieber zur Debit Mastercard in Apple Pay greift.

Von daher würde ich mir die Karte wohl kein zweites Mal bestellen und eher auf die ebenfalls kostenlose VISA der Hanseatic Bank setzen.

Update

Nachdem es einige weitere Probleme mit kontaktloser Kartenzahlung gab und der Service von American Express in Deutschland mit „Da kann man nichts machen!“ / „Darauf haben wir keinen Einfluss!“ nicht gerade übermässiges Interesse an der Verbesserung der kontaktlosen Akzeptanz seiner Karten zeigte, habe ich sie zu Mitte Mai gekündigt. Die zusätzlichen Payback-Punkte fallen m.E. nur ins Gewicht, wenn nennenswert Umsätze über die Karte gemacht werden. Umsätze von einer eh benötigten Karte zu einer anderen zu verlagern, nur um ein pro Monat ein paar Euro mitzunehmen, ist aber nicht so meins. Damit ist der Entschluss gefallen.