VRS-Tickets via HandyTicket Deutschland: Wie zerronnen, so gewonnen!

Der eine oder andere mag es mitbekommen haben: Die Kölner Verkehrsbetriebe haben seit einigen Wochen eine neue App auf dem Markt. Mit dieser lassen sich nunmehr erstmals VRS-Fahrkarten über die Plattform von Cubic erwerben.

Cubic Transportation Systems hat sich in einer Ausschreibung durchgesetzt. In Folge dessen, läuft die Teilnahme der KVB an der bisherigen Lösung „HandyTicket Deutschland“ zum 31.03.2019 aus. Nutzerinnen und Nutzer wurden darauf hingewiesen und sollten sich zeitig für den neuen Dienst registrieren.

Im Gegensatz zu HandyTicket Deutschland, erfordert das Cubic System aktuell jedoch eine separate Registrierung bei jedem teilnehmenden Verkehrsbetrieb/Verkehrsverbund. Bei HandyTicket Deutschland registriert man sich bei einem teilnehmenden Betrieb und kann problemlos Fahrkarten auch für die anderen Verbünde (bspw. VBB, VRR und VVO) erwerben.

Der verbundübergreifende Verkauf von Tickets mit nur einer Registrierung steht aktuell auf der Roadmap bei Cubic.

Da die KVB aber der einzige Betrieb im VRS waren, die bislang mit HandyTicket-Deutschland kooperierten, während bspw. die Stadtwerke Bonn auf easyGO setzen, blieb den Nutzerinnen und Nutzern nicht Anderes übrig, als sich erneut zu registrieren oder bspw. den DB Navigator für den Erwerb von VRS-Tickets zu nutzen.

Während die KVB weiterhin darauf hinweist, dass die alte Lösung nur noch bis Ende März nutzbar sei, gab es einen kleinen Paukenschlag. Die Bahnen der Stadt Monheim werden stattdessen in den Vertrieb von VRS-Tickets über HandyTicket Deutschland einsteigen.

Monheim am Rhein ist sowohl Mitglied im VRR als auch im VRS. Innerhalb Monheims gelten die Tarife des VRR. Darüberhinaus gilt der Verbundtarif des jeweiligen Zielortes.

Jede der beiden Lösungen hat sicherlich Vor- und Nachteile.

Die Cubic-Lösung in der KVB-Version erstellt einen Beleg pro Fahrt, es lässt sich aber nur ein Rechnungsempfänger hinterlegen.

Bei HTD erhält der Benutzer eine Monatsabrechnung an den hinterlegten Rechnungsempfänger. Für die Reisekostenabrechnungen kann man sich aber bequem die jeweils getätigten Fahren zusammenklicken und einen übersichtlichen Beleg generieren, der zum Vorsteuerabzug berechtigt. Eine ähnliche Funktion gibt es übrigens auch in der Implementierung von Cubic für den Karlsruher Verkehrsverbund.

Auch wenn die Cubic-Plattform laut Aussagen verschiedener Beteiligter aus dem Umfeld diverser Verkehrsbetriebe leistungsfähiger sein soll, so darf man den Vorteil der einmaligen Registrierung bei HandyTicket Deutschland nicht unterschätzen. Aus genau dem Grund, wird auch der DB Navigator immer Beliebter bei den Nutzerinnen und Nutzern.

Was muss der User tun?

Wer sein HandyTicket Deutschland Kundenkonto aktuell bei der KVB führt, muss dieses zunächst kündigen und kann dann, bei einem beliebigen anderen der teilnehmenden Unternehmen, ein neues Konto eröffnen. Als Schlüssel dient hierbei die Mobilfunkrufnummer. Vorzugsweise sollte man sein Konto bei den Bahnen der Stadt Monheim registrieren, um deren Bemühungen zu belohnen.

Nutzerinnen und Nutzer, die über einen anderen Verkehrsbetrieb (bspw. DVG Duisburg) bei HandyTicket Deutschland registriert sind, müssen erst einmal nichts tun. Aktuell lässt sich die Region Rhein/Sieg noch über die KVB auswählen. Spätestens ab dem 1. April 2019 dann über die Bahnen der Stadt Monheim.

Fazit

Dass sich die Kölner im Rahmen einer Ausschreibung für ein anderes System entschieden haben, muss man akzeptieren. Ich glaube auch, dass da in Zukunft noch die eine oder andere Funktion nachgerüstet werden wird. Dennoch finde ich es super, dass der bestehende Anbieter zusammen mit einem kleinen Verkehrsbetrieb hier einen Coup zu Gunsten des bestehenden Nutzerkreises landen konnte.

Ähnlich funktioniert das übrigens im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Hier ist es ausgerechnet die kleine Busgesellschaft Oberhavel, die den Vertrieb über HTD organisiert und nicht etwa die große BVG.