Die neue SparkassenCard mit kontaktlosem Maestro im Test (Update 3)

Heute möchte ich mich mal einem Klassiker schlechthin widmen. Und zwar dem absoluten Brot- und Butter-Produkt des bargeldlosen Bezahlens, der SparkassenCard.

Mit rund 54 Millionen ausgegebenen Exemplaren ist sie Deutschlands meist emittierte Bezahlkarte. Neben dem bekannten Standardrot gibt es eine Reihe von Sonderdesigns wie bspw. mit dem Brandenburger Tor der Berliner Sparkasse oder die Fankarten für Freunde der Kölner Haie.

Während für die meisten Kundinnen und Kunden lediglich wichtig ist, dass man damit Geld am Geldautomaten beziehen und in Geschäften bargeldlos bezahlen kann, war diese Karte auch immer ein Technologieträger und Experimentierfeld. Wer sich mal die Rückseite der SparkassenCards der letzten Jahre anschaut hat, der wird über eine Vielzahl von Symbolen gestolpert sein, deren Bedeutung man erst googeln muß. Abgesehen von der GeldKarte-Funktion und dem Altersnachweis für den Warenbezug an Zigarettenautomaten, haben die meisten Dienste nie wirklich eine Verbreitung gefunden.

Nach dem Debakel mit girogo, der kontaktlosen Variante der GeldKarte, waren es wiederum Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die mit der Kontaktlosfunktion auf der girocard vorgeprescht sind. Während sich der BVR im gleichen Moment von der GeldKarte und damit von girogo getrennt hatte, haben die Sparkassen 2016 damit begonnen, ihre neuen Karten mit zwei kontaktlosen Applikationen auszustatten. Die Idee dahinter war, dass man weiterhin ohne zweite Karte bequem prepaid sein Bier und seine Bratwurst im Fußballstadion beziehen kann, aber auch problemlos bei ALDI und REWE kontaktlos einkaufen können soll.

Zu diesem Zeitpunkt war es lt. diversen Aussagen aber noch nicht möglich, gleichzeitig auch das Co-Badge von Maestro oder V-Pay als weitere Option kontaktlos anzubieten, da die Spezifikationen noch nicht final verabschiedet wurden.

Das bemerkten natürlich auch die Nutzerinnen und Nutzer, die während der Frühphase des teilweise ziemlich schräg verlaufenden Rollouts von girocard kontaktlos in Handel und Gastronomie versuchten, mit ihrer girocard kontaktlos zu bezahlen. Das gleiche Bild im Ausland: Fehlermeldung statt „biep, bezahlt“.

Inzwischen gibt es einige Banken die das Co-Badge zusätzlich (BVR, comdirect, Deutsche Bank) oder als alleinige Kontaktlosoption (Targobank) anbieten. Rudolf Linsenbarth (@holimuk) hat mit der comdirect-Karte in den Niederlanden aber wenig Freude gehabt.

Inzwischen haben auch die Sparkassen nachgezogen. Seit April werden in Wellen neue Debitkarten automatisch auch mit kontaktlosem Co-Badge ausgestattet. Damit verfügt die SparkassenCard nunmehr über drei kontaktlose Bezahlverfahren.

Eine E-Mail und ein paar Tage später lag sie dann im Briefkasten und sollte sofort getestet werden.

In Köln funktionierten sowohl die Bezahlung über girocard (BurgerKing, Kamps, Starbucks) als auch via Maestro (ARAL) einwandfrei im Handel. Ärger machten allerdings die Ticketautomaten der KVB. Dort werden kontaktlos girogo und die internationalen Verfahren akzeptiert. girocard kontaktlos hingegen nicht. Eigentlich genau das Richtige für die neue Karte. Hier sieht es wohl so aus, dass girogo noch immer bevorzugt verarbeitet wird. Meine GeldKarte war zu dem Zeitpunkt aber weder geladen noch gab es einen Abo-Ladeauftrag. Die KVB-Automaten brachen den Vorgang immer wieder ohne Fehlermeldung ab.

Der nächste Härtetest sollte aber noch bevorstehen: Auf der Fahrt nach Andalusien kam die Karte in Luxembourg, Frankreich und Spanien an diversen Raststätten mit Kleinbeträgen zum Einsatz. Egal ob die von Rudolf angesprochenen Verifone VX620, modernen yomani XR, alten Ingenico iPP 320 oder Automatenmodulen von CCV: Stets hieß es „biep, bezahlt“. Die Autorisierungszeiten waren dabei kaum wahrnehmbar. Vormerkungen daraufhin sofort im Onlinebanking einsehbar. Einen kontaktlosen Zahlungsabbruch gab es aber in einem Mercadona-Supermarkt mit Ingenico iSc 350. Ich kann mich aber daran erinnern, dass auch andere Karten dort regelmäßig einen zweiten Anlauf in gestecktem Zustand benötigten.

Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich natürlich auch einen Test in den Niederlanden durchführen.

Dieser Artikel wird daher auch laufend aktualisiert.

Mein erstes Fazit

Egal ob für den Urlaub im EUR-Ausland oder um die immer noch vorhandenen Akzeptanzlücken im Inland umgehen zu können: Sparkassenkundinnen und -kunden, die gerne mit der Debitkarte kontaktlos bezahlen, sollten einen Austausch beantragen.

Leider verfüge ich nicht über die Möglichkeit, eine Variante mit kontaktlosem V-Pay zu testen. Daher wäre ich sehr dankbar, wenn Leserinnen und Leser ihre Erfahrungen mit mir teilen würden.

Einsatz in Spanien, Frankreich und Luxemburg (Stand: 01.06.2019)

Bei 19 Zahlungen in den o.g. Ländern, vom Supermarkt bis zum Verkaufsautomaten, gab es bei 19 Zahlungen zwei Mal den Fall, dass die kontaktlose Zahlung abgebrochen wurde und anschließend mit Chip&PIN erfolgreich bezahlt werden konnte.

Neben dem o.g. Fall mit dem Ingenico iSc 350 noch einmal an einer französischen Tankstelle, wo ein Betrag von 2€ von einem CCV VX620 abgebrochen wurde.

Kontaktlos im Breslauer Nahverkehr (Stand: 30.06.2019)

Einen kleinen Härtetest habe ich noch nachzureichen. Die neue SparkassenCard funktioniert auch mit dem Token basierten und papierlosen Ticketingsystem der MPK Wrocław. Jedoch sollten Kundinnen und Kunden überprüfen, welche Fremdwährungsgebühren für die Nutzung der Debitkarte anfällt. In meinem Fall sind das 1% des Betrags, aber mindestens 0,77€ pro Zahlung. Die Kreissparkasse Köln hingegen berechnet nur 1,5% vom Betrag, dafür aber keine Mindestgebühr. Hier ist Vorsicht geboten.