5. März 2024

(Update 14.09.2023) Aus der Curve geflogen: 2,5% Fremdwährungsentgelt ab November – nur noch 250€/Monat FreeFX für Kunden ohne Abo

Achtung: Inzwischen gibt es ein Update der Preisliste. Siehe Box unten!

Über die britische „Proxykarte“ Curve habe ich an dieser Stelle ja schon einige Male berichtet. Ursprünglich mal dazu gedacht, einen bunten Zoo von verschiedenen Debit- und Kreditkarten in einer Karte zu bündeln, um weniger Plastik mit sich herumschleppen zu müssen, bzw. im E-Commerce mit einer Kartennummer auskommen zu können, hat sie sich im Laufe der Zeit auch als Workaround bezahlt gemacht, wenn es darum ging Karten mit Apple oder Google Pay zu nutzen, deren Herausgeber diese Funktion nicht selbst anbieten.

Ein weiterer Vorteil war, dass man selbst im kostenlosen Modell, monatlich im Gegenwert von bis zu 1.000€ in Fremdwährung ohne Aufschlag bezahlen konnte. Darüber hinaus wurden zuletzt 2% Aufschlag auf die Mastercard-Wholesale-Rate erhoben. Weitere Aufschläge wurden und werden am Wochenende fällig oder wenn man zur Abrechnung eine nicht regulierte Karte (Non-EU bzw. Commercial) hinterlegt.

Ab dem 11. November ist es damit vorbei. Wer sich nicht für ein kostenpflichtiges Abo entscheidet, zahlt außerhalb der EUR-Zone mindestens 2,5% Aufschlag. Selbst wer bezahlt, sieht sich mit Limiten beschränkt, die den Nutzen der Karte in der heutigen Zeit fraglich erscheinen lassen. Bei einem kostenpflichtigen Produkt möchte man sich ja gerade nicht mit dem Kleingedruckten beschäftigen und stets irgendwelche Kontingente im Blick behalten müssen.

Das Geschäftsmodell von Curve, welches einst von Investoren mit Geld zugeschüttet wurde, habe ich nie so richtig verstanden. Und klar ist auch, dass man alleine vom Interchange einer regulierten Debitkarte den ganzen Aufwand nicht gewinnbringend betreiben kann. Während die meisten Curve-Features im Laufe der Zeit für viele User an Relevanz verloren haben, war „Free FX“ für viele noch ein Argument für das Produkt, dessen man sich mit diesem Schritt zu einem großen Teil beraubt.

Am Ende des Tages stehen zwei Erkenntnisse: Wie man es auch dreht und wendet, aber die Zeiten vom „Free Lunch“ gehen eindeutig zu Ende. Darüberhinaus muss man leider auch konstatieren, dass das Jahrzehnt der Fintechs vorbei ist. Hat man einst mit innovativen Features und tollen Apps den etablierten Banken das Fürchten gelehrt, so kommt seit einigen Jahren einfach nichts Bahnbrechendes mehr nach, was einen wirklichen Mehrwert schafft. Gleichzeitig haben die „Old Banks“ ihre Hausaufgaben in vielen Bereichen gemacht.

Die ab 11. November 2023 gültige Preisliste findet ihr hier. Danke an @der_simon für’s Teilen.

Update 14.09.2023: Inzwischen scheint Curve zurückgerudert zu sein und bietet im kostenlosen Preismodell immerhin die Möglichkeit, monatlich 250€ ohne zusätzliche Gebühren wochentags in Fremdwährung zu bezahlen.

Die aktualisierte Preisliste (spannenderweise ebenfalls mit Version 3 bezeichnet) findet ihr hier.

Marc-Oliver Schaake

Lotus / IBM / HCL Notes Professional Mag Reisen mit dem Zug, insbesondere mit Nachtzügen Kartenzahler seit 1987

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