Apple Pay bei deutschen Sparkassen gestartet (update 14.12.2019)

Rund ein Jahr nach dem Start von Apple Pay in Deutschland, ist der Dienst nunmehr auch für Kundinnen und Kunden der Sparkassen nutzbar. Die Institutsgruppe in ihrer Funktion als größte Privatkundenbank Deutschlands startet am heutigen Dienstag (10.12.2019) zunächst mit Mastercard und VISA-Karten.

Unterstützt werden sowohl Kreditkarten mit monatlicher Abrechnung („Charge Cards“) als auch die von einigen Instituten ausgegebenen Karten mit Einzelpostenwertstellung („Deferred Debit“). Prepaid-Karten mit dem roten „S“ lassen sich ebenfalls aktivieren.

Wer lediglich eine (zumeist rote) SparkassenCard besitzt, muss leider noch ein paar Monate Geduld haben.  Die digitalisierte Variante der girocard soll erst im Laufe des nächsten Jahres Apple Nutzern zur Verfügung stehen.

Business-Karten lassen sich, analog zur Android-App „Mobiles Bezahlen“ heuer noch nicht aktivieren. Das Preis- und Leistungsverzeichnis einiger Sparkassen ist aber in diese Richtung schon angepasst worden, so dass dies auch nur noch eine Frage der Zeit sein sollte.

Nach Angaben des Handelsblatts nehmen 371 der aktuell 379 Sparkassen und Landesbanken seit heute an Apple Pay teil. Wer die fehlenden acht Institute sind, habe ich noch nicht ausmachen können. Für Hinweise wäre ich dankbar! Die Liste der nicht teilnehmenden Institute findet Ihr weiter unten im Text.

Einrichtung von Apple Pay auf dem iPhone oder iPad

Das Hinzufügen einer Kreditkarte zur Apple Wallet kann dabei sowohl über eine Funktion in der Sparkasse-App (ab Version 5.4.0) als auch direkt aus der Apple Wallet App heraus erfolgen.

Die Aktivierung in der Apple Wallet startet man über das „+“-Symbol oben rechts. Danach erhält man zunächst eine Info-Seite, die man mit „Fortfahren“ überspringen muss. Wurde beim iPhone als Region „Deutschland“ gewählt, so erscheint nun eine Liste mit an Apple Pay in Deutschland teilnehmenden Banken. Hier kann man entweder „Sparkasse“ auswählen (Stand 07:00 Uhr noch nicht verfügbar) oder aber über den untersten Eintrag „Andere Karte hinzufügen“ fortfahren.

Nachdem die Kamerafunktion des iPhones gestartet wurde, richtet man seine Kreditkarte innerhalb des weißen Rahmens aus. Bei richtiger Beleuchtung und ruhiger Hand, können der Name des Karteninhabers, Kartennummer und Verfallsdatum eingelesen werden, so ist dann nur noch der CVC-Code zu ergänzen.

Alternativ kann die Karte auch über einen Menüpunkt in der Banking-App der Sparkasse hinzugefügt werden. Dieser befindet sich oberhalb der Option „Postfach“:

Zur Bestätigung der Registrierung benötigt man entweder das pushTAN oder das chipTAN-Verfahren. Bei Verwendung von pushTAN ist der ganze Prozess in wenigen Sekunden erledigt.

Aktivierung für die Apple Watch und Mac-Rechner (update)

Eine für Apple Pay auf dem iPhone aktivierte Karte, kann über die Apple Watch-App auf dem iPhone mit wenigen Klicks hinzugefügt werden. Das funktioniert auch aus der Sparkasse-App heraus.

Bzgl. der Nutzung von Apple Pay auf macOS-Rechner gibt es eine Besonderheit. Im Gegensatz bspw. zur DKB, ist zur Nutzung ein verbundenes iPhone notwendig. In den Nutzungsbedingungen findet sich folgender Passus:

„Bitte beachten Sie, dass MacBooks mit integriertem Touch ID Sensor derzeit bei Ihrer Sparkasse noch nicht die eigene Wallet nutzen können, sondern wie die älteren Modelle mit einem anderen Gerät gekoppelt werden müssen.“

Transaktionshistorie

Über getätigte Zahlungen können sich Nutzerinnen und Nutzer mit Hilfe des Kreditkartenweckers informieren lassen. Als Benachrichtigungsarten stehen Push-Nachrichten über die Sparkasse-App, E-Mail und SMS zur Verfügung. Aber Achtung: Je nach Institut und Kontomodell können hierfür Gebühren anfallen.

Darüber hinaus erfolgt die Benachrichtigung auch über die Apple Wallet, wo sich auch die Historie der letzten Transaktionen einsehen lässt. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass initial der Händlername teilweise aus Apple Maps ermittelt wird und nicht immer zu 100% der Realität entspricht.

In der Sparkasse-App sind Zahlungen abseits des Kreditkartenweckers erst nach erfolgter Buchung sichtbar (ca. 1-2 Tage Versatz).

Kosten

Jede Sparkasse legt traditionell ihre Gebühren selbst fest. In der Vergangenheit habe einige Institute die Bereitstellung digitaler Karten für Android mit einer Monatsgebühr belegt. Die Apple-Regularien sehen solche Gebühren eigentlich nicht vor. Darauf hingewiesen haben einige Leserinnen und Leser berichtet, dass auch ihre Sparkasse seit Neuestem auf die separate Bepreisung digitaler Karten verzichtet. Ein richtiger und wichtiger Schritt!

Dennoch kann ein Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis der Hausbank nie schaden.

Liste der nicht teilnehmenden Sparkassen/Landesbanken

Sparkasse Wittenberg
Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld
Sparkasse Niederlausitz
Sparkasse Sonneberg
Kreissparkasse Hildburghausen
Sparkasse Spree-Neiße
Stadtsparkasse Schwedt
Müritz-Sparkasse
Sparkasse Uecker-Randow
Stadtsparkasse Wunstorf

Wer jetzt aufmerksam gelesen und gerechnet hat, wird feststellen, dass sich hier ein Delta zur offiziell genannten Zahl (371 von 379) ergibt. Man bedenke, dass sich die Gesamtanzahl der Institute von 385 (31.12.2018) auf 379 (Ende September 2019) reduziert hat.

Weiterhin sind die beiden Direktbankangebote der Frankfurter Sparkasse (1822direkt und
1822mobile) nicht dabei, während die Frankfurter Sparkasse ihren Filialkundinnen und Filialkunden Apple Pay anbietet. Die SaarLB macht ebenfalls nicht mit.

Wie man es aber auch dreht und wendet: Angesichts der noch vor weniger als einem Jahr kommunizierten Haltung der SFG zum Thema Apple Pay, ist diese hohe Adoptionrate schon mehr als nur ein kleines Wunder.

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