23. September 2020

DB Bordgastronomie: Endlich kontaktlos mit Debit- und Kreditkarten

Bereits 2018, beim alljährlich stattfindenden Event „Mobilität Erleben“ kündigte die DB an, ihre Bordgastronomie ab 2019 mit neuen Bezahlterminals ausstatten zu wollen.

Inzwischen ist der Rollout anscheinend abgeschlossen und auf der Webseite wird entsprechend damit geworben:

DB Webseite Bordgastronomie
DB Webseite Bordgastronomie

Eingesetzte Hardware

Der Am-Platz-Service und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bistro und Restaurant werden gleich mit drei Geräten ausgestattet: Ein Mini-Tablet oder Smartphone zur Erfassung der Waren, ein  mPOS-Terminal (vergleichbar mit Concardis Optipay) und ein mobiler Thermodrucker.

Die Terminals verarbeiten Kartenzahlungen gesteckt mit Chip & PIN oder kontaktlos mit eventuell erforderlicher PIN-Eingabe. Darüber hinaus werden natürlich auch Smartphone-Wallets wie Apple Pay, Google Pay oder Mobiles Bezahlen unterstützt.

Es wird so ziemlich jeder Kartentyp unterstützt. Mit einer Ausnahme: Die deutsche girocard wird nicht nativ verarbeitet. Nahezu alle girocards verfügen allerdings über ein sogenanntes Co-Badge für solche Fälle: Maestro oder V-Pay. Ältere kontaktlose girocards funktionieren in diesem Fall aber nur mit Einstecken der Karte. Die Sparkassen bspw. unterstützen kontaktloses Maestro und V-Pay erst mit Karten die ab Mitte April 2019 herausgegeben wurden.

Ist man Kunde bei einer der wenigen Banken, die girocards komplett ohne Co-Badge herausgeben oder diese mit „PLUS“ (VISA) oder „Cirrus“ von Mastercard (beides reine Systeme für den Bargeldbezug an Geldautomaten) ausstatten, so hat man schlichtweg Pech gehabt. In dem Fall helfen etwas Notfallbargeld und im Anschluss ein Bankwechsel.

Bluetooth Probleme vermiesen den Spaß

Die gute Nachricht: Im Gegensatz zu früher, wo sämtliche Kartenzahlungen über den zumeist einzigen Kassenbildschirm im Bistro abgewickelt wurden und bei Ausfall des Magnetstreifenlesers keine Kartenzahlung möglich war, soll es jetzt für jeden Mitarbeiter ein eigenes Set geben. Damit erhöht sich natürlich die Ausfallsicherheit.

Apropos Ausfall: Während der Testphase gab es anscheinend häufiger mal das Problem die Geräte miteinander zu verbinden. Das Problem kenne ich von meinem SumUp-Terminal ebenfalls. Gerade beim Wechsel zwischen iPhone und iPad vergeht schon einmal einige Zeit bis das Terminal die Verbindung akzeptiert.

Die Autorisierung der Zahlung hat mit einer Kreditkarte über Apple Pay bislang trotz der üblichen Internet-Problematik im Zug zuverlässig funktioniert.

Fazit

Die Deutsche Bahn akzeptiert schon seit Jahren Kreditkarten in der Bordgastronomie und war damit zweifelsohne eine der ersten Kneipen in Deutschland in der man sein Pils bargeldlos bezahlen konnte. Und das bei bis zu 300 km/h.

Leider gab es in letzter Zeit häufiger Fälle, wo Kreditkarten gewisser Banken aus Sicherheitsgründen von der DB abgelehnt wurden. Dazu natürlich auch das Problem, dass Debitkarten wie die girocard (mit Co-Badge) zwar in der Bordgastronomie der Züge von ÖBB, SBB, CD und PKPIC akzeptiert wurden, aber im ICE nutzlos waren.

In sofern sind die neuen Terminals ein Riesenfortschritt für Alle. Auch der Am-Platz-Service ist dadurch attraktiver geworden da die Mitarbeiter nunmehr nicht mehr mit den Kreditkarten der Kunden ins Bistro laufen müssen, um eine Zahlung abzuwickeln.

Marc-Oliver Schaake

Lotus / IBM / HCL Notes Professional Mag Reisen mit dem Zug, insbesondere mit Nachtzügen Kartenzahler seit 1987

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